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Landwirte befürchten Ausfälle beim Wintergetreide

Wochenlang hat es geregnet. Vielerorts steht Wasser auf den Feldern. Andere Felder sind vom Hochwasser regelrecht überflutet. Das hat Folgen nicht nur auf das Wintergetreide.
Hochwasser in Nordrhein-Westfalen
Der Fluß Glenne ist über das Ufer getreten. © Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Nach den großen Regenmengen der vergangenen Wochen und Monate befürchten Landwirte deutliche Ausfälle beim Wintergetreide. «In den Senken sammelt sich überall Wasser», sagte der Vizepräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, Erich Gussen, der dpa. Der Winterweizen, der längere Zeit unter Wasser und damit unter Luftabschluss stehe, könne sich nicht entwickeln. «Da wird nichts mehr kommen», erklärte er. Und an schlammigen Stellen hätten es die Keimpflanzen schwer, durch den Ackerboden zu kommen.

Auf manchen Feldern ist das Wintergetreide den Angaben zufolge im Herbst gar nicht erst ausgesät worden, weil sie nicht befahrbar waren. Es müsse deshalb von einer reduzierten Anbaufläche ausgegangen werden. «Die Ausgangsbedingungen sind schlecht für eine normale oder gute Ernte», erklärte Gussen mit Blick auf das Wintergetreide. Für die nicht bestellten Felder kämen als Alternativen etwa Sommerweizen, Hafer oder Mais im Frühjahr in Betracht. Es bleibe auch abzuwarten, ob die Witterung im Frühjahr noch etwas ausgleichen könne. Von Standort zu Standort sei die Lage aber unterschiedlich.

Auch der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband befürchtet Einbußen durch Dauerregen und Hochwasser. Teils sei das im Herbst ausgebrachte Getreide nicht aufgegangen, erklärte eine Sprecherin. Auf vielen Flächen stirbt den Angaben zufolge die aufgegangene Saat aufgrund von zu wenig Sauerstoff im Boden ab. Die Sprecherin nannte als ein prägnantes Beispiel eine «Seenbildung» auf dem Ackerschlag.

«Teilweise konnte das Getreide gar nicht ausgesät werden und verharrt in den Lägern der landwirtschaftlichen Betriebe», hieß es auch in Westfalen-Lippe. In der Folge müssten Schläge im Frühjahr umgebrochen und neu bestellt werden etwa mit Sommergetreide oder Mais. «Die Fruchtfolgeplanung muss vielerorts neu strukturiert werden», verdeutlichte die Sprecherin des regionalen Bauernverbandes.

In Hochwasserregionen sei die eingefahrene Ernte 2023 dem Wasser zum Opfer gefallen und in großen Mengen unbrauchbar, erklärte der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband weiter. Auch der letzte Schnitt beim Grünland konnte im Herbst den Angaben der Kammer zufolge vielerorts nicht durchgeführt werden. Zuckerrüben und Kartoffeln seien teils noch nicht eingefahren und zunehmend unbrauchbar. Ein kleiner Teil der Zuckerrübenernte müsse noch vom Feldrand zur Fabrik gebracht werden, hieß es beim Rheinischen Landwirtschafts-Verband.

Nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen haben die hohen Regenmengen im Herbst sowohl die Ernte von Zuckerrüben und Kartoffeln als auch die Aussaat von Winterweizen, Triticale und Roggen stark beeinträchtigt und verzögert. Während die Wintergerste ab Mitte September bis Anfang Oktober noch weitgehend unter guten Bedingungen ausgesät werden konnte, stelle sich die Situation beim Winterweizen anders dar. Winterweizen werde üblicherweise zwischen Anfang Oktober und Mitte November gesät, eine Aussaat im Dezember wäre eigentlich auch möglich, erklärte ein Sprecher der Kammer.

Je nach Fruchtfolge der Betriebe eignet er sich daher auch gut als Folgekultur für Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln. «Da sich insbesondere die Ernte der Zuckerrüben durch die Niederschläge verzögerte und deutlich erschwerte, konnte vielerorts kein Weizen ausgesät werden», hieß es. Viele Äcker seien nicht befahrbar gewesen. Wie viel Weizen ausgesät werden konnte, variiere je nach Region und Betrieb stark. Laut Kammereinschätzung gibt es eine große Bandbreite: Manche Betriebe konnten demnach alle geplanten Weizenflächen aussäen und manche Betriebe noch gar keine Flächen mit Weizen bestellen.

Inwieweit diese Flächen im Frühjahr mit Sommergetreide bestellt werden können, hänge von mehreren Faktoren, nicht zuletzt auch von der Verfügbarkeit von Saatgut ab, erklärte die Kammer. Fäulnis könne dort zum Problem werden, wo die Pflanzen länger im Wasser stehen. Auch die Kammer verweist auf die Gefahr, dass Pflanzen aufgrund von Sauerstoffmangel absterben, wenn sie komplett unter Wasser stehen. Durch widrige Witterungsbedingungen geschwächte Pflanzenbestände sind den Angaben zufolge grundsätzlich anfälliger gegenüber Frösten.

© dpa
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