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Galeria bietet mehr Geld - Verdi ist das viel zu wenig

Nach einer erneuten Insolvenz versucht sich die Warenhauskette bald in einem Neustart mit weniger Filialen. Die Beschäftigten sollen mehr Geld bekommen. Verdi ist das viel zu wenig.
Galeria bietet Beschäftigten mehr Geld - kein Flächentarifvertrag
«Galeria Kaufhof» steht an einem Schaufenster der Filiale der Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof in Köln. © Oliver Berg/dpa

Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) bietet ihren rund 12 000 Beschäftigten mehr Geld. Man habe der Gewerkschaft Verdi ein Tarifangebot über eine Entgelterhöhung von acht Prozent vorgelegt, die über drei Jahre gestreckt werde, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit. Hinzu kommen eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie von 600 Euro sowie eine nicht näher bezifferte Prämie, mit der die Beschäftigten an ihrem Erfolg ihrer jeweiligen Filiale beteiligt werden sollen.

Der Vorschlag des Managements ist ein Warenhaus-Tarifvertrag, der sich nur auf GKK bezieht. Eine Rückkehr in den flächendeckenden Tarifvertrag des Einzelhandels, den die Firma schon vor langer Zeit verlassen hat, ist somit für das Management vom Tisch.

Verdi äußerte Kritik: Das Angebot liege deutlich unter den jüngsten Tarifabschlüssen im Einzelhandel und vergrößere die Differenz zum Flächentarifvertrag für den Einzelhandel, die derzeit bei 29 Prozent liege, sagte Gewerkschafterin Corinna Groß, die bei Verdi die Bundesfachgruppe Einzelhandel leitet. «Wenn die Arbeitgeber das erkennen, können wir vielleicht über den Einstieg in Tarifverhandlungen sprechen.»

GKK-Finanzgeschäftsführer Guido Mager erklärte, dass man den Beschäftigten «gute und marktgerechte Arbeitsbedingungen und dementsprechend eine attraktive Vergütung anbieten» wolle. Wichtig sei beim Tarifvertrag Schnelligkeit, um die Vergütung «binnen kürzester Zeit» anzuheben. «Langwierige und ergebnislose Tarifverhandlungen wie in der Vergangenheit passen nicht mehr in die kurzen Entscheidungsprozesse, die wir uns als mittelständisches Unternehmen vorgenommen haben.» Mit dem Tarifangebot sei man an die wirtschaftlichen Grenzen der Firma gegangen, sagte der Arbeitsdirektor.

Deutschlands letzter großer Kaufhauskonzern ist seit langem in der Krise, Anfang dieses Jahres hatte das Unternehmen erneut Insolvenz angemeldet. Im Mai stimmten die Gläubiger dem Plan zur Sanierung des Unternehmens zu. Neue Eigentümer sollen zum 1. August die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz werden. Zum September soll die Zahl der Filialen von derzeit 92 auf 83 sinken.

© dpa
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