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Dauerregen vergrößert Hochwassersorgen in Thüringen wieder

Im Vergleich mit anderen Bundesländern ist Thüringen beim Hochwasser bisher glimpflich davongekommen. Vor allem an der Helme im Kyffhäuserkreis sind die Menschen aber wegen der Regenprognosen besorgt.
Regen und Sonnenschein
Eine Spaziergängerin geht mit einem Regenschirm bei Sonnenschein spazieren. © Jens Kalaene/dpa/Symbolbild

Nach einer Pause über den Jahreswechsel hat Dauerregen die Hochwassersorgen in Teilen Thüringens wieder vergrößert. An der Werra in Südthüringen stieg der Wasserstand seit Dienstagmorgen nach Niederschlägen wieder an. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Jena ist vor allem in der Nacht zum Mittwoch damit zu rechnen, dass einige Pegelstände wieder den Meldebeginn erreichen. Vereinzelt sei auch ein Anstieg in den Bereich der Meldestufen zu erwarten, hieß es vom Landesamt. An fünf Pegeln an Werra, Nahe, Saale, Bere und Unstrut hatte der Wasserstand bereits am Dienstag die Vorwarnstufe überschritten.

Die Thüringer Fernwasserversorgung sieht die Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken für den angekündigten neuerlichen Dauerregen gewappnet. Nach Abebben des Hochwassers über Weihnachten sei etwa aus dem Stausee Ratscher im Thüringer Wald und dem für den Hochwasserschutz im Unstrutraum wichtigen Rückhaltebecken Straußfurt kontrolliert Wasser abgelassen worden, sagte Werkleiter Hans-Dieter Linz am Dienstag auf Anfrage. So habe wieder Stauraum geschaffen werden können. Einen neuralgischen Punkt an den von der Fernwasserversorgung bewirtschafteten Stauanlagen sieht Linz derzeit nicht.

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor ergiebigem Dauerregen bis Freitag in Teilen Thüringens, dies gilt vor allem für den südwestlichen Thüringer Wald und den Südharz.

Deichdurchbruch an Helme vorerst nicht erweitert

An der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt wurde derweil ein zur Ableitung des Hochwassers in der Helme gelegter Deichdurchbruch am Dienstag vorerst nicht erweitert. Zwar habe der Regen zu einem geringfügigen Anstieg des Wasserstands geführt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Kyffhäuserkreis auf Anfrage. «Wir müssen aber den Deich nicht weiter öffnen.» Am Mittwoch solle die Lage neu beurteilt werden. Der Deich bei Mönchpfiffel-Nikolausrieth war am vergangenen Donnerstag kontrolliert auf einem Teilstück von Baggern geöffnet worden, um eine Überflutung des 300-Einwohner-Ortes zu verhindern.

Er wurde bereits über den Jahreswechsel erweitert. Durch den Durchbruch fließt Hochwasser aus der Helme auf umliegende Felder. Eine Gefahr für Mönchpfiffel-Nikolausrieth besteht laut Landratsamt nicht. Seit Tagen bereitet allerdings aufsteigendes Grundwasser Probleme. Bewohner einzelner Häuser können laut Landratsamt deswegen die Sanitäranlagen nicht nutzen. Ein Toilettenwagen wurde aufgestellt. Am Mittwoch will sich Thüringens Umweltminister Bernhard Stengele (Grüne) von der Situation vor Ort ein Bild machen.

© dpa
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