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Stübgen kritisiert Bürgergeld für Ukraine-Flüchtlinge

Das Bürgergeld auch für ukrainische Flüchtlinge ist umstritten. Brandenburgs Innenminister sieht darin einen «Bremsschuh» für die Arbeitsaufnahme. Die Grünen sind empört.
Michael Stübgen
Michael Stübgen (CDU), Innenminister von Brandenburg, nimmt an einer Pressekonferenz zur Bilanz der rot-schwarz-grünen Koalition in der Brandenburger Staatskanzlei teil. © Michael Bahlo/dpa

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) hat die Zahlung von Bürgergeld an ukrainische Flüchtlinge kritisiert. «Es passt nicht zusammen, davon zu reden, die Ukraine bestmöglich zu unterstützen und im gleichen Atemzug fahnenflüchtige Ukrainer zu alimentieren», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). «Unabhängig davon hat sich die Entscheidung, Flüchtlingen aus der Ukraine sofort Bürgergeld zu zahlen, als grundsätzlicher Fehler erwiesen.»

Die Beschäftigungsquote von Ukrainern sei verschwindend gering, weil das Bürgergeld «zum Bremsschuh für die Arbeitsaufnahme» geworden sei. «Die Bundesregierung muss hier zwingend über einen Kurswechsel nachdenken», forderte Stübgen. Er ist Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK), die von Mittwoch bis Freitag in Potsdam tagt. Die Grünen kritisierten die Forderung als unverantwortlich.

Stübgen schloss sich einer Forderung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an, der bei der IMK auch über das Thema sprechen will. Herrmann hatte bereits im Mai gesagt: «Das Mindeste ist, dass wir kein solches Bürgergeld zahlen und insbesondere nicht an Männer, die eigentlich zum Wehrdienst in ihrer ukrainischen Heimat verpflichtet sind.» Die Männer würden für die Verteidigung der Ukraine gebraucht. Unabhängig davon war aus der Union schon mehrfach die Forderung gekommen, ukrainischen Flüchtlingen nicht mehr sofort Bürgergeld zu zahlen.

Kriegsflüchtlinge aus dem von Russland angegriffenen Land können in Deutschland seit Juni 2022 Leistungen der Grundsicherung (damals noch Hartz IV, heute Bürgergeld) erhalten anstelle der geringeren Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Darauf hatten sich damals Bund und Länder verständigt. Begründet wurde die Änderung unter anderem damit, dass Flüchtlinge aus der Ukraine direkt Anspruch auf einen Aufenthaltstitel haben und daher keine Entscheidung wie bei Asylbewerbern abwarten müssten.

Die Spitzenkandidatin der Brandenburger Grünen, Antje Töpfer, kritisierte am Sonntag: «Die Forderung von Innenminister Stübgen, Bürgergeld an nach Deutschland geflohene Ukrainer im wehrfähigen Alter streichen zu wollen, ist unverantwortlich und inakzeptabel.» Eine willkürliche Streichung des Bürgergelds sei derzeit überhaupt nicht möglich. CDU-Minister, wie auch der deutsche Staat, könnten gar nicht entscheiden, wer in der Ukraine wehrpflichtig sei oder wer nicht.

Die Meinung von Stübgen, dass die Beschäftigungsquote von Ukrainern verschwindend gering sei, entbehre jeglicher Grundlage, sagte Töpfer. «Statt populistische Aussagen zu dreschen, sollte sich der Innenminister lieber um mehr Deutschkurse kümmern. Die mangelnden Sprachkenntnisse gelten immer noch als Hauptgrund, warum der Eintritt in den Arbeitsmarkt schwierig ist, und nicht das Bürgergeld.» Dagegen forderte auch der Deutsche Landkreistag ein Ende des schnellen Bürgergeld-Bezugs für neue ukrainische Geflüchtete.

Im vergangenen Herbst hatte die Bundesregierung den «Job-Turbo» angekündigt. Das Ziel ist, Geflüchteten mit Bleibeperspektive eine schnellere Vermittlung in Arbeit zu ermöglichen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, etwa 400.000 Geflüchtete direkt aus ihren Sprachkursen in Jobs zu vermitteln, darunter rund 200.000 aus der Ukraine. Nach Zahlen von April wurden seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs etwa 160.000 geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit gebracht. Auch Jobcenter kritisierten zuletzt das Vorgehen beim sogenannten Job-Turbo.

© dpa
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