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Tschentscher: Stimmen für Deal zwischen MSC und HHLA steigen

Noch ist der Einstieg der Reederei MSC beim Hamburger Hafenlogistiker HHLA vor allem bei den Beschäftigten umstritten. Doch Bürgermeister Tschentscher ist überzeugt: Das wird sich bald ändern.
Peter Tschentscher
Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, gibt im Bürgermeister-Amtszimmer im Rathaus ein Interview. © Georg Wendt/dpa/Archivbild

Die Zustimmung zum umstrittenen Einstieg der weltgrößten Reederei MSC beim Hamburger Hafenlogistiker HHLA wird nach Einschätzung von Bürgermeister Peter Tschentscher im Laufe der Zeit wachsen. Es setze sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die HHLA die Unterstützung der Stadt und starker Anteilseigner bitter nötig habe, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Und deswegen wird je stärker oder je konkreter die Vereinbarungslage mit MSC bekannt ist und spruchreif wird, auch die Zustimmung zu dieser Entscheidung wachsen», zeigte sich Tschentscher überzeugt.

Kritik an dem geplanten Deal, wonach die Stadt und die Mediterranean Shipping Company (MSC) die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) künftig gemeinsam steuern sollen, kommt vor allem von Hafenarbeitern, Betriebsräten, der Gewerkschaft Verdi und von der Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft. Aus Protest waren HHLA-Beschäftigte sogar in einen wilden Streik getreten. Sie fürchten trotz gegenteiliger Zusagen um ihre Arbeitsplätze und die Mitbestimmung.

Tschentscher betonte, es gebe keine Alternativen zur Beteiligung von Reedereien an Terminals. Außerdem sei diese geplante Konstellation in allen Häfen dieser Welt gang und gäbe. Die Kooperation der Hansestadt mit MSC soll den drittgrößten europäischen Seehafen in den kommenden Jahren voranbringen. Damit der Hafen im Wettbewerb mit den deutlich größeren Konkurrenten Rotterdam und Amsterdam bestehen kann, sind hohe Investitionen nötig, um die Containerterminals zu modernisieren. Dabei geht es vor allem um eine weitere Automatisierung und damit um eine schnellere und für die Kunden günstigere Abfertigung.

Zuletzt hatten MSC und die Stadt eine wichtige Hürde genommen. Nach dem Übernahmeangebot der weltgrößten Reederei an HHLA-Aktionäre verfügen beide Partner nun über deutlich mehr als 90 Prozent der Anteile und so über eine «gestaltungsfähige Mehrheit». Kartellrechtliche Komplikationen erwartet die Wirtschaftsbehörde nicht. Wegen der Zwei-Drittel-Mehrheit der rot-grünen Koalition im Rathaus dürfte auch die Zustimmung der Bürgerschaft sicher sein.

MSC und die Stadt wollen das Eigenkapital der HHLA um 450 Millionen Euro erhöhen. Zudem will die Reederei ihr Ladungsaufkommen von 2025 an erhöhen und bis 2031 auf eine Million Standardcontainer zusätzlich pro Jahr steigern. MSC ist bereits über eine Tochter an weltweit rund 70 Terminals beteiligt, beispielsweise in Bremerhaven in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Eurogate. MSC befindet sich in Privatbesitz der Familie Aponte und betreibt mit MSC Cruises auch ein bedeutendes Kreuzfahrtgeschäft.

© dpa
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