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Trockenstress und Fichtensterben: Wäldern geht es schlecht

Thüringen ist eines der waldreichsten Bundesländer - aber auch ein Hotspot des Borkenkäfers, sagt Forstministerin Susanna Karawanskij. Und der dezimiert vor allem die Fichtenbestände, die Thüringens Wälder über Jahrzehnte geprägt haben.
Waldzustandsbericht 2023
Susanna Karawanskiy (Die Linke), Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft. © Michael Reichel/dpa

Die Trockenheit setzt Thüringens Wäldern zu: Nur noch 18 Prozent der Waldbäume seien gesund, sagte Forstministerin Susanna Karawanskiy (Linke) am Montag in Willrode bei Erfurt. Vor allem das Fichtensterben setze sich fort. Durch Trockenheit geschwächte Fichten würden immer häufiger von Borkenkäfern befallen, die sich massenhaft ausgebreitet haben. «87 Prozent der Fichten sind schon dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Der Käfer frist sich durch die Bestände», so die Ministerin. Thüringen sei auch im Bundesländervergleich ein Hotspot des Borkenkäfers. Damit hat eine für Thüringen prägende Baumart existenzielle Probleme.

Allein bis Ende September seien in diesem Jahr bereits fünf Millionen Festmeter Borkenkäfer-Schadholz angefallen, sagte Thüringenforst-Vorstand Volker Gebhardt. Um die noch gesunden Fichten zu retten, würden Bäume gesucht, die noch grün seien, aber bereits vom Borkenkäfer befallen. Sie müssten schnellstens aus dem Wald gebracht werden, um die Verbreitung des Schädlings zumindest einzudämmen. Karawanskij sprach von einem Wettlauf gegen die Zeit, der schmerzhafte Eingriffe in die Wälder erfordere. Es gehe dabei um Baumfällungen, nicht um das Holz zu vermarkten, sondern die noch gesunden Fichtenbestände zu schützen.

Immer mehr kahle Flächen in den Wäldern

Nach dem neuen Waldzustandsbericht sind in Thüringen 53 Prozent der Bäume deutlich geschädigt, nach 50 Prozent im vergangenen Jahr. Leichte Schädigungen wiesen 29 Prozent der Bäume auf. In dem Bericht ist von einer dramatischen Entwicklung die Rede. Seit 2018 sei das Ausmaß der Kahlflächen und der stark ausgelichteten Flächen auf insgesamt rund 110.000 Hektar gestiegen. Betroffen seien vor allem die Forstreviere im Süden Thüringens, zunehmend aber auch die im Schiefergebirge und im Thüringer Vogtland. Teilweise wachsen auf den Flächen bereits junge Bäume, die sich durch Samen angesiedelt hätten. Zudem seien in drei Jahren sechs Millionen Bäume gepflanzt worden. Eingesetzt würden 32 verschiedene Baumarten.

Appell an Bundesregierung

Karawanskij verwies auf das seit 2019 laufende Thüringer Programm zur Waldrettung, für das bis 2030 insgesamt eine halbe Milliarde Euro veranschlagt seien. Thüringenforst werde jetzt jährlich drei Millionen Euro mehr vom Land bekommen, um mehr Personal einzustellen und auszubilden. Innerhalb von zwei Jahren seien 40 Mitarbeiter dazu gekommen. Die Ministerin appellierte an den Bund, trotz der Haushaltsprobleme seine Förderzusagen für die Wiederaufforstung einzuhalten. «Der Bund ist da in der Pflicht.»

Nach den Untersuchungen der Forstleute hat sich in Thüringen der Zustand der Kiefer leicht verbessert. Die Kiefernflächen mit deutlichen Schäden seien um fünf Prozentpunkte auf 57 Prozent gesunken - allerdings gelten nur 15 Prozent der Kiefern als gesund. Bei Buchen seien nur noch elf Prozent gesund, bei Eichen neun Prozent.

© dpa
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