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Große Kommunen wollen Nachtleben in Thüringen voranbringen

Für viele Städte bedeutet ein funktionierendes Nachtleben Lebensqualität - das Angebot auszubauen ist aber eine komplexe Aufgabe. Dieser wollen sich vor allem Erfurt und Jena nun verstärkt stellen.
Krämerbrücke Erfurt am Abend
Menschen feiern auf der Krämerbrücke am Abend. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

In den großen Kommunen in Thüringen soll das Nachtleben in den kommenden Jahren weiter auf- und ausgebaut werden. «Aber natürlich ist der Grad zwischen nächtlicher Ruhe und einer belebten attraktiven Innenstadt schmal», fasst Maik Märtin von der Stadtverwaltung Gotha zusammen. Ähnlich äußern sich auch die Sprecher der Städte Erfurt, Jena, Weimar und Ilmenau. Zwischen Ruhebedürfnis der Anwohner, der Nachfrage nach ansprechenden Angeboten und wirtschaftlichen Zwängen der Betreiber sei die Rolle der Verwaltungen oft die eines Vermittlers.

Akzeptanz der Anwohner ist oft der Knackpunkt

Deutlich macht das etwa der Blick nach Erfurt. «Grundsätzlich entwickelt sich das Angebot für Veranstaltungen nach Ansicht der Stadtverwaltung positiv», sagt Sophie Pohl von der dortigen Stadtverwaltung. Die Landeshauptstadt biete eigentlich gute Rahmenbedingungen, da es in Thüringen keine Sperrstunde für Einrichtungen der Nachtkultur gibt und auch Biergärten bis 1.00 Uhr nachts geöffnet bleiben dürfen. Allerdings sei die Veranstaltungsbranche einem steten Wechsel unterworfen. Die Gründe seien vielschichtig und entzögen sich - da es in der Regel um privatwirtschaftliche Faktoren wie Umsätze oder Mietverhältnisse ginge - meist der Kenntnis und dem Zugriff der Stadtverwaltung. Aktive Unterstützung könne die Stadt etwa durch Beratung oder teils mit Fördermitteln leisten.

Wichtig - und oftmals der Knackpunkt bei der Entstehung neuer Formate - sei vor allem die Akzeptanz durch die Anwohner. «Aufgrund von Konfliktlagen braucht es mehr Kommunikationsformate zwischen Anwohnerschaft und Nachtschwärmenden», so Pohl. Derzeit werde in Erfurt daher ein Beteiligungsprozess «Erfurter Nachtleben» umgesetzt, der die Bedürfnisse aller Betroffenen einbeziehen soll. Im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen, aus dem dann Maßnahmen und Strukturempfehlungen hervorgehen sollen.

Jena mit «Nacht-Bürgermeister»

Einen Schritt weiter ist die Stadt Jena. Dort wird eine «Nachtkulturvertretung» eingesetzt, um zwischen kulturellen Angeboten, Partys und dem Bedürfnis der Anwohner nach Ruhe und Sicherheit zu vermitteln, so Sprecherin Stefanie Braune. Die dafür eingerichtete Personalstelle wurde mit 107 000 Euro für Personal- und Materialkosten ausgestattet. Die Herausforderungen rund um die Nachtkultur und Nachtökonomie seien vielfältig und recht komplex. Berührt würden die Themenfelder Recht, Ordnung, Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sozialarbeit. Langfristiges Ziel sei es, Jena gerade für junge Menschen attraktiver zu machen.

In Weimar sei derzeit kein Nachtbeauftragter geplant - dennoch gebe es mehrere Ansätze, die Entwicklung des Nachtlebens zu unterstützen, sagt ein Verwaltungssprecher. Grundsätzlich scheine vor allem das studentische Engagement im Hinblick auf Nachtleben seit der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen zu sein.

Gastronomie braucht Unterstützung

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchten auch Gotha und Ilmenau, das Nachtleben zu unterstützen, so die Sprecher. Gegen die hohen Belastungen der Gastronomen durch gestiegene Preise könne die Stadt nichts ausrichten, hieß es aus Gotha. Man versuche daher, Gastronomen möglichst viel Raum im Rahmen der Sondernutzung anzubieten. Auch durch öffentliche Veranstaltungen wie Shopping-Nächten, diversen Festen und dem Metallgestalter-Treffen sollten mehr Besucher in die Innenstadt gelockt werden.

In Ilmenau sei die mittlere Größe der Stadt auch ein Vorteil, sagt Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos). Die typischen Orte, an dem sich das Nachtleben abspiele, seien an wenigen Punkten konzentriert. Daher spiele das Thema Lärmbelästigung in der Hochschul-Stadt Ilmenau eine eher untergeordnete Rolle. Einen Schwerpunkt solle künftig der Ausbau von Angeboten für Jugendliche spielen. Die Stadt sei bestrebt, dem allgemeinen Trend des Kneipensterbens etwas entgegenzusetzen und das Abend- und Nachtleben zu erhalten. «Dabei kann die Stadt aber nur als Vermittler auftreten», so Schultheiß.

© dpa
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