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Fundbüros in Thüringen nach wie vor unverzichtbar

Von der Würgeschlange im Einweckglas bis zu Geigen, Fernsehern und Eheringen: In den Thüringer Fundbüros landen immer wieder kuriose Gegenstände.
Fundsachen in Thüringen
Verlorene oder vergessene Schlüssel werden im Erfurter Fundbüro im Bürgeramt aufbewahrt. © Martin Schutt/dpa

Ein paar Schlüssel, die beim Einkaufsbummel aus der Tasche gerutscht sind, eine vergessene Mütze in der Bahn oder der liegengelassene Regenschirm im Café: Jede Woche landen solche Alltagsgegenstände in den städtischen Fundbüros. Besonders in den kleineren Städten sind darunter immer wieder Gegenstände, deren unbemerkter Verlust kaum nachvollziehbar scheint. In der Stadt Suhl wurde einem Stadtsprecher zufolge sogar einmal eine 1,40 Meter lange Boa-Schlange in einem Einweckglas gefunden und im Fundbüro abgegeben. In Sonneberg hätten unter anderem ein Fernseher, eine Schreibmaschine und Motorräder ihren Weg in die kommunale Sammelstelle gefunden, in Jena ein Autodachgepäckträger und ein Grillrost, in Mühlhausen eine Geige.

«Dagegen wirken Gebisse und Prothesen schon als ganz normale Fundsache», erklärte Mario Timmler von der Suhler Stadtverwaltung. Hier wird wohl auch der steigende Altersdurchschnitt der Thüringer Bevölkerung sichtbar: Während verlorene Gebisse noch vor einigen Jahren nur vereinzelt abgeliefert wurden, gehören solche Funde in allen befragten Städten und etwa auch in den Museen der Klassik-Stiftung Weimar fast zum Alltag. Ansonsten seien vor allem Busse und Straßenbahnen ein Ort des Vergessens: Über die Hälfte der jährlich rund 3600 Fundsachen gingen über den Jenaer Nahverkehr ein, erklärte eine Sprecherin.

Das Interesse der Besitzer an verlorenen Gegenständen variiert in den befragten Kommunen indes sehr stark: So würden in Erfurt einer Sprecherin zufolge rund 80 Prozent der verlorenen Gegenstände von ihren Besitzern abgeholt. In Jena, Weimar und Mühlhausen meldeten sich zwischen einem Drittel und einem Viertel der Besitzer. In Suhl und Sonneberg - immerhin den Städten mit den ungewöhnlichsten Fundsachen - nur zwischen zehn und 15 Prozent.

Der Umgang mit Fundsachen ist überall ähnlich: Nach der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten werden die Gegenstände in der Regel versteigert, mancherorts auch gespendet. In einigen Fällen melden die Finder auch ihr sogenanntes Recht zum Eigentumserwerb ein: Wer es bei der Abgabe einer Fundsache anmeldet, kann nach Ablauf der Wartefrist unter Umständen der rechtmäßige Besitzer des herrenlosen Gegenstandes werden - nur bei Schlüsseln, persönlichen Dokumenten und Funden, die in öffentlichen Behörden und Verkehrsanstalten gemacht wurden, ist das nicht möglich. Aufgrund des Datenschutzes seien auch Handys und Tablets von diesem Recht ausgenommen, erklärte Sophie Pohl von der Stadtverwaltung in Erfurt. Umgehen lasse sich das nur, wenn der Finder die Kosten für eine professionelle Datenlöschung durch eine externe Firma übernehme. Das komme aber in den seltensten Fällen vor. In allen befragten Kommunen meldet nur ein Bruchteil der Finder das Recht auf Eigentumserwerb an.

Teilweise bieten die Kommunen bereits Online-Seiten an, auf denen Besitzer nach verlorenen Gegenständen fahnden können: Die Städte Erfurt, Jena, Weimar und Suhl bieten ein Online-Fundbüro. In den anderen Kommunen sind die Büros telefonisch oder per Mail zu erreichen. Was die Zahl der abgegebenen Fundsachen angeht, gibt es keinen klaren Trend. Während etwa in Erfurt 2020 rund 1400 Fundsachen abgegeben wurden, waren es 2023 fast 2200 mit einem Wert von über zehn Euro. Auch in Jena sind einer Sprecherin zufolge in den vergangenen Jahren mehr Gegenstände in den Fundbüros gelandet - hier vor allem viele technische Geräte wie Headsets, Powerbanks oder Smartwatches. In Weimar sei der Trend hingegen rückläufig, hieß es.

© dpa
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