Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Besetzung von Druckereigebäude mit Polizeieinsatz beendet

Über eine Woche hatten Aktivisten die ehemalige Dondorf-Druckerei im Frankfurter Stadtteil Bockenheim besetzt. Die letzten harrten auf dem Dach aus. Die Einsatzkräfte überraschten sie im Schlaf.
Besetzung Dondorf-Druckerei
Ein Aktivist steht mit einer Fahne auf dem Dach der Dondorf-Druckerei. © Andreas Arnold/dpa

Die Polizei hat die rund einwöchige Besetzung der Frankfurter Dondorf-Druckerei beendet. Am frühen Dienstagmorgen wurden acht Menschen auf dem Dach des Gebäudes festgenommen, einer habe Widerstand geleistet und sei bei der Festnahme im Gesicht verletzt worden. «Die Besetzerinnen und Besetzer wurden - wie geplant - schlafend angetroffen», berichten die Beamten.

Der weitere Aufenthalt auf dem Dach bei Kälte sei ein Risiko für die Aktivisten gewesen. Unter «Prüfung der Verhältnismäßigkeit» habe die Polizei sich daher zur Räumung entschieden, hieß es. Zuvor hatte sie eine Räumung gegen Widerstände aus Sicherheitsgründen noch ausgeschlossen. Einen Aufruf der Goethe-Universität zu einer freiwilligen Räumung hatten die Aktivisten abgelehnt.

Die Aktivisten fordern den Erhalt des Gebäudes als Industrie- und Kulturdenkmal. Es soll abgerissen werden, um Platz für einen Neubau des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik zu schaffen. In dem Gebäude, das dem Land Hessen gehört, hatte sich zuletzt das Institut für Kunstpädagogik der Goethe-Universität befunden.

Der Zugriff erfolgte am Dienstag gegen 5.30 Uhr. Laut Polizei wurden die Besetzer über eine Dachluke in das Gebäudeinnere und danach zur Feststellung ihrer Identität ins Polizeipräsidiums gebracht. Dort sei auch ein Arzt dabei gewesen. Das Gebäude wurde laut Polizei an Verantwortliche der Goethe-Universität übergeben. Kurzzeitig hatte am Mittag vor dem Polizeipräsidium eine Mahnwache stattgefunden.

Bereits gegen 3.00 Uhr wurden zwei Menschen festgenommen, die Rucksäcke mit Lebensmitteln an einen Seilzug zum Dach gehängt haben sollen. Laut Polizeisprecher handelt es sich dabei um Beihilfe zum Hausfriedensbruch. Die Aktivisten hatten zuvor kritisiert, dass die Polizei ihnen den Zugang zu Essen und Trinken verwehre. Diese hatte dagegen erklärt, dass die Aktivisten sicher ins Innere geleitet werden könnten, wo sie Essen und Trinken bekommen würden.

Die Besetzung durch das Kollektiv «Die Druckerei» war bereits die zweite in diesem Jahr und hatte über eine Woche angedauert. Nach einer Räumung der Innenräume durch die Polizei am vergangenen Donnerstag hatte sich eine Gruppe von Aktivisten auf das Dach begeben, einige von ihnen verließen es in der Zwischenzeit.

Der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller dankte den Einsatzkräften «für ihren sehr besonnenes Handeln». Sie hätten «geduldig und mit viel Langmut» verhandelt, wenn auch erfolglos. «Die gesundheitlichen Rahmenbedingungen für die Besetzerinnen und Besetzern verschlechterten sich von Tag zu Tag, so dass der Zugriff durch ein Spezialeinsatzkommando als letzte Option unvermeidbar war.»

Die Goethe-Universität hofft nach dem Ende der Besetzung «auf eine Rückkehr zum demokratischen Dialog». Universitätspräsident Enrico Schleiff dankte der Polizei und appellierte an die Unterstützer des Kollektivs, «ihren Protest ohne Rechtsverletzungen weiterzuführen».

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
«Rust»-Waffenmeisterin zu 18 Monaten Haft verurteilt
Tv & kino
Höchststrafe für «Rust»-Waffenmeisterin
Ada-Evangeliar in Trier
Kultur
Ada-Evangeliar aus Trier ist Welterbe
«Mord mit Aussicht»
Tv & kino
«Mord mit Aussicht» ist wieder da
Online-Plattform X
Internet news & surftipps
Wer bei X künftig Geld zahlen soll
Frau vor Rechner
Das beste netz deutschlands
Keine Antwort erforderlich: Was hinter Noreply-Mails steckt
Bitcoin
Internet news & surftipps
Rekordhoch oder Absturz: Wie geht es mit dem Bitcoin weiter?
Erste Meisterschaft
1. bundesliga
Internationale Pressestimmen zum Titel von Bayer Leverkusen
Rückflug viel früher Reisemangel
Reise
Rückflug viel früher - Verbraucherschützer sehen Reisemangel