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Keine Entspannung bei Hochwasser: Main rückt in Blickpunkt

Die Hochwasserwelle hat die Oberläufe vieler Flüsse in Hessen durchlaufen und rollt nun auf die unteren Abschnitte zu. Der Main könnte Uferbereiche überschwemmen.
Hochwasser in Hessen
Die Lahn ist in der Lahnaue über die Ufer getreten. © Christian Lademann/dpa

Trotz weiterer Regenfälle hat sich die Hochwasserlage an den Flüssen in Hessen am Donnerstag vielerorts nicht weiter verschärft. Am meisten betroffen waren nach wie vor Fulda, Lahn, Eder und Kinzig und deren Zuflüsse. In den kommenden Tagen dürfte der Main stärker in den Blickpunkt rücken: Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ging davon aus, dass der Fluss an den Pegeln Klein-Krotzenburg, Frankfurt-Osthafen und Raunheim an diesem Freitag die Meldestufe 1 erreicht und Uferbereiche an seinem Lauf überschwemmen wird.

Am Donnerstagmittag wurde an keinem Pegel in Hessen mehr die höchste Meldestufe 3 erreicht. Die zweithöchste Stufe wurde unter anderem an mehreren Orten an der Fulda sowie an der Kinzig in Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) und entlang der Lahn erreicht. Insgesamt wurden an 36 Pegeln Meldestufen überschritten.

Bei Meldestufe 1 sind die Gewässer randvoll, kleinere Ufer werden überschwemmt. Die Meldestufe 2 entspricht nach HLNUG-Definition einem «größeren Hochwasser», das ufernahe Grundstücke überflutet und vereinzelt Keller überlaufen lässt. Ab der Meldestufe 3 werden Ortschaften vom Hochwasser eingeschlossen, Straßen sind nicht mehr zu passieren.

Mainufer in Frankfurt gesperrt

Am Südufer des Mains in Frankfurt hatte das Wasser am Donnerstag stellenweise die Oberkante des Kais erreicht. Der Fußweg gegenüber der EZB wurde gesperrt, Schilder warnten vor Hochwasser. Wenige Kilometer flussaufwärts warnte die Stadt Offenbach davor, dass der Main entlang des gesamten Rad- und Gehweges vor dem Deich abschnittsweise über die Ufer treten könnte. Die Bürgerinnen und Bürger wurden aufgerufen, den Bereich zu meiden und vorsichtig zu sein.

In Niederaula (Kreis Hersfeld-Rotenburg) hatten sich am Mittwochabend drei Menschen mit ihrem Auto in einer wegen Hochwasser gesperrten Straße festgefahren. Nach Angaben der Polizei retteten sie sich zu Fuß auf eine Brücke, setzten einen Notruf ab und wurden schließlich von der Feuerwehr mit einem Boot in Sicherheit gebracht. Einige Stunden zuvor hatte die Feuerwehr in Fulda eine Person mit dem Schlauchboot aus dem Hochwasser gerettet, die in dem mehr als knietiefen, mit starker Strömung fließenden Hochwasser nicht mehr weiterkam und sich an einem Baum festhielt.

Für Staulagen von Westerwald, Vogelsberg und Rhön galt bis Freitagmorgen weiterhin eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wegen ergiebiger Regenfälle. In der Nacht zum Freitag erwartete der DWD im Nordosten von Hessen andauernden Regen. Am Freitag sollte es meist stark bewölkt sein und vor allem in der Nordhälfte gelegentlich etwas Regen fallen. In der Südhälfte sollte es einige Auflockerungen und kaum noch Regen geben.

In die Edertalsperre in Nordhessen sind nach Angaben des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Weser aufgrund der starken Regenfälle Ende Dezember bis zu 450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde geflossen. In der Diemeltalsperre im Sauerland, die direkt an der Landesgrenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen liegt, lag dieser Wert bei bis 25 Kubikmeter. Abgegeben worden seien allerdings nur 100 beziehungsweise 9 Kubikmeter pro Sekunde. So seien die Spitzen der Hochwasserwelle deutlich gesenkt worden, erklärte Maurice Jurke, Fachbereichsleiter Schifffahrt im WSA Weser.

«Ohne die Talsperren wären es vor allem im Bereich der Oberweser zu deutlich größeren Wassermengen gekommen», betonte Jurke. «Doch auch an der Mittelweser, wo aktuell jeder Zentimeter zählt, haben wir durch unseren Einsatz Schlimmeres verhindert.» Normalerweise füllen sich laut WSA die Talsperren über den Winter, um mit Zieldatum 1. Mai eines jeden Jahres möglichst eine vollständige Füllung für den kommenden Sommer aufzubauen. Da es aber Hinweise auf zu erwartende starke Regenfälle gegeben habe, sei bereits Mitte Dezember vermehrt Wasser aus den Talsperren abgelassen worden, um so Platz für die Aufnahme der erwarteten Niederschläge zu schaffen.

Kinzigtalsperre besteht erste Bewährungsprobe nach Sanierung

Die Kinzigtalsperre bei Bad Soden-Salmünster hat im Dauerregen der vergangenen Tage die erste Herausforderung nach ihrer umfassenden Sanierung nach Angaben des Betreibers gemeistert. «Sie hat ihre Bewährungsprobe mit einem Zulauf von 70 Kubikmeter pro Sekunde in der Nacht zum Mittwoch perfekt überstanden», sagte Holger Scheffler, Geschäftsführer des Wasserverbands Kinzig, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Mitarbeitenden an der Talsperre seien die ganze Nacht im Einsatz gewesen und hätten ihren Job sehr gut gemacht, fügte er hinzu. Die aktuellen Überschwemmungen im Unterlauf der Kinzig wie im Bereich Gelnhausen hätten nichts mit der Talsperre zu tun, sondern würden durch die beiden Nebengewässer Bracht und Salz verursacht, die aus dem Vogelsberg ungebremst in die Kinzig flössen.

An der Kinzigtalsperre herrscht laut Scheffler derzeit der für den Winter übliche Normalbetrieb mit einem Abfluss von bis zu 40 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das Wasser werde weiter zurückgehalten und angestaut, erklärte er. Eine Gefahr des Überlaufens bestehe nicht.

© dpa
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