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Politiker diskutieren über Konsequenzen nach Pisa-Studie

Deutsche Schüler haben in der Pisa-Studie schlecht abgeschnitten. Nun wird über Ursachen und Konsequenzen diskutiert. So schätzen die Politiker in Sachsen-Anhalt die Lage ein.
Eva Feußner
Eva Feußner (CDU), Bildungsministerin von Sachsen-Anhalt während einer Pressekonferenz. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Nach dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler in der Pisa-Studie sieht Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner einen gesamtgesellschaftlichen Handlungsbedarf. Man müsse Schüler und Lehrer motivieren und nicht ständig alles schlechtreden, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag bei einer Debatte im Landtag. Zudem müssten die Kernfächer gestärkt und die deutsche Sprache beherrscht werden. Vorschulische Sprachförderung sei deshalb für einen erfolgreichen Schulstart wichtig.

Die Ministerin sieht nicht nur Schulen, sondern auch Eltern gefordert. In Familien werde zu wenig gesprochen und zu wenig gelesen, sagte Feußner. Verantwortlichkeiten müssten klar zugeordnet werden. «Es klingt vielleicht banal, aber Schule ist tatsächlich kein gesellschaftlicher Reparaturbetrieb.» Die Ministerin wies zudem darauf hin, dass Spitzenländer beim Pisa-Test mehr in Bildung investierten als Deutschland.

Die 15- bis 16-jährigen Schüler aus Deutschland hatten in der jüngsten Pisa-Studie im Lesen, in Mathematik und den Naturwissenschaften die schwächsten Leistungswerte erreicht, die für Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden. Die Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vergleicht die Leistungen in Industrieländern.

Feußner ging auch auf die Ursachen ein. Sie verwies auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit den Schulschließungen in Deutschland. Diese Lernrückstände müssten aufgeholt werden, sagte die CDU-Politikerin. Zudem komme ein nicht geringer Teil der Schüler inzwischen aus einem Umfeld, welches Bildungsanstrengungen nicht oder zu wenig unterstütze. Weiterhin sei der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund gestiegen.

Ein Streitpunkt in der Debatte war unter anderem das gegliederte Schulsystem in Deutschland. Carsten Borchert (CDU) warb für eine verbindliche Schullaufbahnempfehlung, damit Schüler abhängig von ihrer Leistungen auf die entsprechende Schule geschickt werden. Hans-Thomas Tillschneider (AfD) sah das ähnlich und forderte mehr Fleiß der Schüler. Jörg Bernstein (FDP) betonte, Kinder brauchten Vorbilder, klare Regeln und Vorgaben.

Linke, SPD und Grüne plädierten für längeres gemeinsames Lernen. Die frühe Trennung der Kinder nach der Grundschule sei ein deutscher Sonderweg in Europa, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle. Basiskompetenzen wie Lesen und Schreiben müssten gestärkt und Lernrückstände aufgeholt werden.

Linken-Fraktionsvize Thomas Lippmann sprach von strukturellen Problemen des gegliederten Schulsystems und bei der Sicherung der Personalausstattung. Immer weniger Menschen wöllten Lehrer an Sekundarschulen werden, so Lippmann. «Man kann nicht länger an Schulformen festhalten, an denen kaum noch jemand arbeiten will.»

Auch Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne) plädierte für längeres gemeinsames Lernen. Die Grundschulzeit sollte von vier auf sechs Jahre verlängert werden, sagte sie. Außerdem müssten Schüler mit Migrationshintergrund bei der Sprachförderung besser unterstützt werden.

© dpa
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