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Schulpädagoge Zierer verlangt wegen Pisa Bildungs-Masterplan

Die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie waren für Deutschland ernüchternd. Ein bekannter Schulpädagoge spricht von der größten Bildungskrise der Bundesrepublik. Er verlangt eine Reihe von Maßnahmen.
Maßnahmenpaket nach Pisa-Studie gefordert
Ein Schüler meldet sich während einer Unterrichtsstunde. © Marijan Murat/dpa

Nach dem schlechten Abschneiden von Deutschlands Schülern bei der jüngsten Pisa-Studie verlangt der Pädagogikprofessor Klaus Zierer ein Maßnahmenpaket, um die Bildungsrückstände der Kinder aufzuholen. Er spricht von «der größten Bildungskrise der Nachkriegszeit» und verlangt einen «Masterplan Bildung 2030». Dabei fordert er auch erneut, das Geld eher in das Lehrpersonal in den Schulen zu investieren statt in Technik.

«Der milliardenschwere Digitalpakt muss schleunigst in einen Humanpakt umgewandelt werden», sagt der Ordinarius für Schulpädagogik der Universität Augsburg. «Menschen sind wichtiger als Technik!» Zierer gehört zu den bekanntesten Schulpädagogen in Deutschland. Er zählt zu den Wissenschaftlern, die der Digitalisierung der Schulen kritisch gegenüberstehen.

«Lehrer sind die wichtigsten Akteure in den Schulen», sagt Zierer. Das derzeitige Personal sei erfahren, gut ausgebildet und motiviert, um die Bildungskrise zu meistern. In Zeiten des Mangels an Lehrerinnen und Lehrern verlangt Zierer, attraktive finanzielle Anreize zu schaffen. Er schlägt eine Erhöhung von Leistungsprämien und spürbare Zulagen vor, wenn die Pädagogen Mehrarbeit durch zusätzlichen Unterricht leisten.

Pädagogikprofessor verlangt Reform der Lehrerausbildung

Zusätzlich sollte es bessere Angebote für Seiteneinsteiger geben, sagt Zierer. «Ohne Quer- und Seiteneinsteiger wird der Lehrermangel mittelfristig nicht zu bewältigen sein.» Langfristig sieht er die Notwendigkeit, «eine substanzielle, nicht nur kosmetische Reform der Lehrerbildung» vorzunehmen, um mehr Lehrende in die Schulen zu bringen. Die Lehrerbildung sei weltweit notleidend. «Die Abbrecherquote ist ökonomisch und biografisch ein Desaster.»

Um die Lernrückstände der derzeitigen Schülerinnen und Schüler aufzuholen, schlägt Zierer die Einführung von Schulangeboten in den Ferien vor. «Gute Sommerschulen mit klugen digitalen Diagnosetools können kurzfristig Defizite in Basiskompetenzen beheben helfen und dadurch das Bildungsniveau wieder heben», sagt Zierer. Er betont auch, dass die Demokratie in der Krise stecke und die Gesellschaft auseinanderdrifte. Diesem Problem müsse mit einer besseren politischen Bildung in den Schulen begegnet werden.

Bei der internationalen Pisa-Studie schnitt die Bundesrepublik im Jahr 2022 so schlecht ab wie nie zuvor. Im Lesen, in Mathematik und Naturwissenschaften erzielten die Kinder die niedrigsten Werte, die für Deutschland seit Beginn der Studienreihe im Jahr 2000 gemessen wurden. Die Ergebnisse wurde vor wenigen Wochen vorgestellt.

© dpa
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