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Kritik an Landesregierung wegen Pisa-Ergebnissen

Deutsche Schüler schneiden bei der Pisa-Studie schlecht ab. Das Thema erreicht den Schleswig-Holsteinischen Landtag. Politiker aller Parteien sind alarmiert.
FDP
Auf einer Bühne ist das Logo der Partei FDP aufgebaut. © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler in der internationalen Leistungsstudie Pisa treibt die Landespolitik in Schleswig-Holstein um und wird auch den Landtag beschäftigen. Die FDP-Fraktion beantragte für die nächste Sitzung eine Aktuelle Stunde zum Thema. Der Fraktionsvorsitzende Christopher Vogt betonte am Dienstag die Rolle der Corona-Pandemie und die zunehmende Zuwanderung bei den Ergebnissen. «Aber der Hinweis hierauf darf keine Ausrede für die Landesregierung sein. Die Probleme liegen erkennbar tiefer.»

Das Bildungsministerium habe beim Top-Thema der Lehrkräftegewinnung viel zu lange geschlafen. Die Umsetzung von Inklusion und Integration seien trotz großer Anstrengungen der Lehrkräfte ein großes Problem, das die Schulen zu überfordern drohe. Die Sprachförderung müsse viel früher beginnen, betonte Vogt.

Die deutschen Schülerinnen und Schüler haben in der am Dienstag vorgestellten internationalen Leistungsstudie Pisa im Jahr 2022 so schlecht abgeschnitten wie nie zuvor. Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften handle es sich um die niedrigsten Werte, die für Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden. Auch international sei die durchschnittliche Leistung drastisch gesunken, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin mit. Es ist das erste Pisa-Zeugnis seit der Corona-Pandemie. Die Ergebnisse sind nicht nach Bundesländern differenziert.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat sprach von einem zweiten Pisa-Schock. «Die Ergebnisse sind erschütternd.» Das gelte in den Fächern, aber auch im menschlichen Miteinander: Zwölf Prozent der 15-Jährigen fühlten sich in ihrer Schule einsam, 22 Prozent geben an, mit ihrem Leben nicht zufrieden zu sein, 21 Prozent seien eigenen Angaben zufolge mindestens ein paar Mal pro Monat Opfer von Mobbing.

«Es darf nicht sein, dass unsere Kinder sich an den Schulen nicht wohlfühlen, an denen sie nun einmal einen großen Teil ihres Tages verbringen. Wer jetzt nur nach einer Stärkung der Basiskompetenzen ruft, verkennt, dass wir es mit jungen Menschen zu tun haben, die einen Anspruch auf ganzheitliche Bildung und Entwicklung haben», betonte der Bildungspolitiker.

Die Landesvorsitzende des Kinderschutzbunds Schleswig-Holstein, Irene Johns, nannte die Unzufriedenheit von 22 Prozent der Schüler mit ihrem Leben die Nachricht, «die uns jenseits allen schulischen Leistungsgedankens und aller Bildungsaufträge innehalten lassen sollte». Darin stecke ein sofortiger Handlungsauftrag, der nicht durch Kürzungen sondern durch Investitionen in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt und in menschliches Miteinander gekennzeichnet sein müsse.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Balasus nannte die Ergebnisse der Pisa-Studie ein Alarmsignal und verwies auf die Anstrengungen der Landesregierung vor allem im Bereich der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. «In Schleswig-Holstein setzen wir genau dort mit dem Handlungsplan Basale Kompetenzen an und legen einen klaren Fokus auf das Erlernen der Grundfähigkeiten in den Primarschulen.» Mit dem Perspektivschul-Programm werde dort angesetzt. Schulen mit Kindern und Jugendlichen aus sozial oder ökonomisch benachteiligtem Umfeld würden gestärkt. «Auch mit der zusätzlichen Unterrichtsstunde Mathematik und Deutsch in der Grundschule setzen wir gezielt auf die Kernkompetenzen für zukünftigen Bildungserfolg», so Balasus.

Nach Überzeugung der SSW-Abgeordneten Jette Waldinger-Thiering ist eine klare Botschaft an die betroffenen Schüler nötig: «Es ist nicht Eure Schuld! Ihr seid tolle Menschen, und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um die Missstände und Versäumnisse, die Ihr unverschuldet ausbaden müsst, abzustellen.» Bedauerlich sei, dass die Landesregierung bisher wenig Enthusiasmus gezeigt habe, die Bildungsgerechtigkeit im Land voranzubringen.

Auch von der Gewerkschaft GEW kam Kritik an der Landesregierung. «Die starke Abhängigkeit des Bildungserfolges von der Unterstützung des Elternhauses ist skandalös», so die Co-Vorsitzende der GEW Schleswig-Holstein, Kerstin Quellmann. «Die sozialen Hürden im Bildungssystem müssen abgebaut werden.» Ohne mehr Geld für Bildung werde das nicht funktionieren. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) müsse mehr gegen den sich verschlimmernden Lehrkräftemangel unternehmen.

Der Grünen-Abgeordnete Malte Krüger kündigte an, dass man im Bildungsausschuss mit der Wissenschaft über die Ursachen des Abwärtstrends sprechen wolle.

© dpa
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