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Ermittlungserfolg bei Enkeltrick-Betrug: Festnahme

Länderübergreifender Fahndungserfolg: Eine 18-jährige Enkeltrick-Betrügerin wird nach Schockanrufen in Marburg mit 40 000 Euro geschnappt. Sie soll Teil einer kriminellen Bande sein.
Handschellen
Ein Mann trägt Handschellen. © Stefan Sauer/dpa/Illustration

Ein gemeinsamer Ermittlungserfolg der Polizei in Deutschland und Polen hat zur Festnahme einer 18-jährigen Tatverdächtigen in Kassel geführt. Die junge Frau, die unter Verdacht steht, durch sogenannte Schockanrufe Geld erbeutet zu haben, wurde in einem Hotelzimmer verhaftet, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Am vergangenen Dienstag hatte die Warschauer Polizei das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern über eine Frau informiert, die auf dem Weg nach Deutschland war, um Geld und Sachwerte entgegenzunehmen, die durch Schockanrufe des sogenannten Enkeltricks erlangt worden waren.

Der Enkeltrickbetrug ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle ältere Menschen telefonisch kontaktieren und sich als deren Verwandte oder Bekannte ausgeben, um unter einem Vorwand Geld zu erbeuten. Dabei kommen häufig sogenannte Schockanrufe zum Einsatz, bei denen die Täter ihre Opfer in Panik versetzen, indem sie behaupten, dass ein naher Verwandter oder Bekannter in einer Notlage ist und dringend Geld benötigt.

Ermittler des LKA MV übernahmen die Ermittlungen und stellten fest, dass sich die Tatverdächtige in Marburg (Hessen) aufhielt. Die örtliche Polizeidirektion Marburg wurde informiert.

Inzwischen war es in Marburg bereits zu einem Trickbetrug mit einer Geldübergabe in Höhe von 40.000 Euro an die jüngere Frau gekommen. Das Opfer, eine 60-jährige Frau, hatte das Geld nach einem Schockanruf übergeben. Die 18-jährige Täterin und polnische Staatsangehörige konnte am Abend in einem Hotel in Kassel festgenommen werden. Im Hotelzimmer fanden die Beamten mehrere Mobiltelefone, SIM-Karten sowie das betrügerisch erlangte Geld, das der Tat in Marburg eindeutig zugeordnet werden konnte.

Das Amtsgericht Marburg erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Marburg und in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Stralsund einen Haftbefehl gegen die Tatverdächtige wegen bandenmäßigen Betrugs.

Innenminister Christian Pegel lobte am Freitag die länderübergreifende Zusammenarbeit: »Dieser Fall ist ein wunderbares Beispiel für die sehr gute länderübergreifende Zusammenarbeit unserer Sicherheitsbehörden. Ich bedanke mich bei allen Ermittlerinnen und Ermittlern, die souverän und umsichtig zu diesem Erfolg beigetragen haben.« Diese Betrugsmasche sei besonders perfide und hinterhältig, hieß es weiter, da es sich den Opfern um ältere und allein lebende Menschen handele.

Im Zusammenhang mit den Schockanrufen weist das LKA Mecklenburg-Vorpommern erneut auf die Präventionskampagne »Durchschaut - Ein Anruf reicht« hin, um besonders ältere Menschen vor solchen Betrugsmaschen zu schützen.

© dpa
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