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Senioren im Visier von Kriminellen

Ganze Vermögen erbeuten Täter mittels Trickbetrug, häufig haben sie es auf ältere Menschen abgesehen. Die Polizei registrierte vergangenes Jahr einen zweistelligen Millionenschaden in Hessen.
Ältere Frau telefoniert
Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Schockanrufe, betrügerische SMS, falsche Handwerker: Senioren sind immer wieder Ziel von Kriminellen. Vergangenes Jahr registrierte die hessische Polizei 3764 Fälle im Bereich der Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, wie das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage mitteilte. Ein Anstieg im Jahresvergleich: 2022 waren es 3585 Fälle. Unter den Straftaten sind vor allem Diebstähle gewesen, auch Betrug kam den Angaben zufolge häufig vor, wie etwa der sogenannte Enkeltrick. Aufgeklärt wurden demnach im vergangenen Jahr 943 der gemeldeten Fälle, im Jahr zuvor 861 Fälle.

Den Gesamtschaden durch Telefonbetrug gibt das LKA für das vergangene Jahr mit 19,7 Millionen Euro an - nach knapp 15 Millionen im Jahr zuvor. Insgesamt wurden 2023 beim Telefonbetrug hessenweit 3539 Fälle bei der Polizei angezeigt - diese Zahlen beinhalten Opfer aller Altersgruppen. Senioren würden aber gezielt als potenzielle Opfer ausgewählt, erklärt das LKA. Knapp 64 Prozent der Taten konnten vergangenes Jahr aufgedeckt werden. Die Beamten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, da sich viele Geschädigte aus Scham nicht an die Polizei wendeten.

Ältere Menschen würden als potenzielle Opfer ausgewählt, da auf ihre Hilfsbereitschaft und die Möglichkeit gesetzt werde, dass größere Geldsummen vorhanden seien, sagt Polizeihauptkommissarin Susanne Hippauf. Sie ist im Bereich des Präsidiums Frankfurt in der Prävention tätig und zuständig für die Beratung von Senioren. Auch spekulierten die Täter Hippauf zufolge auf körperliche Einschränkungen von älteren Menschen, wie etwa ein nachlassendes Gehör.

Täter arbeiten mit massivem Druck

«Hier sind Personen am Werk, die psychologisch geschult sind, manipulativ vorgehen und mit massivem Druck arbeiten», sagt Hippauf. Laut LKA sind die Täter meist überregional und international aktiv. Sie versuchten, ihre Opfer in einen Ausnahmezustand zu versetzen, so dass rationales Denken nicht mehr möglich sei, schildert die Hauptkommissarin. Viele Geschädigte verlieren demnach ihr gesamtes Vermögen. Auch jüngere Menschen seien nicht gefeit, Opfer eines solchen Betrugs zu werden. Die Anrufer gaukelten etwa vor, ein naher Angehöriger habe einen Unfall verursacht und könne mit Kaution vor der Haft bewahrt werden.

«Man darf bei so einem Anruf einfach auflegen», betont Hippauf. Viele Senioren hätten aufgrund ihrer Erziehung Hemmungen, Gespräche zu unterbrechen, zumal, wenn sie einen Polizisten oder Amtsträger am anderen Ende wähnten. Man solle ruhig auf sein Bauchgefühl hören. Ein gesundes Misstrauen müsse auch nichts mit Unfreundlichkeit zu tun haben, sagt die Hauptkommissarin. Dies helfe auch gegen andere Betrugsmaschen, wenn sich etwa falsche Handwerker Zugang zur Wohnung verschaffen wollten oder sich per SMS oder Messengerdienst eine angebliche Tochter mit dringenden Geldproblemen melde.

Das Landeskriminalamt weist auch auf den möglichen Einsatz Künstlicher Intelligenz hin. Beispielsweise könnten so täuschend echt klingende Audio-Sequenzen erstellt werden. Aktuell werde in aller Regel aber noch gegen Täterinnen und Täter ermittelt, die selbst zum Telefonhörer griffen.

Polizei warnt per App

Broschüren, Flyer, Informationen im Internet und eigens geschulte, ehrenamtliche Sicherheitsberater sollen Seniorinnen und Senioren für die Gefahren sensibilisieren. Gleiches gelte für Bankbeschäftigte, die oft der letzte Kontakt vor einer Geldübergabe an Betrüger seien. Wenn gehäuft Anrufe falscher Polizisten gemeldet worden seien, werde unter anderem über die App «Hessenwarn» informiert, erklärt das LKA. In Frankfurt werden auch Bustouren mit Sightseeing organisiert, um anschließend im Präsidium Tipps gegen Betrugsmaschen geben zu können.

Dass sich Information und Prävention auszahlen, bewies eine 73-jährige Frau aus Frankfurt erst vergangene Woche. Zwei Betrüger hatten sich bei ihr als Polizeibeamte ausgegeben, die sie angeblich vor Einbruch und Diebstahl schützen wollten - und per Telefon anboten, Bargeld bei ihr abzuholen und aufzubewahren. Die 73-Jährige ging zum Schein darauf ein, wandte sich an die Polizei, die die 17- und 18-Jährigen schließlich festnehmen konnte.

© dpa
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