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Arbeitsgemeinschaft Gedenkstätten fordert mehr Unterstützung

Gedenkstätten gelten als wichtiger Faktor in der Geschichts- und Demokratiebildung. Doch klagen viele der meist ehrenamtlich betriebenen Einrichtungen über eine unzureichende personelle Ausstattung.
Gedenkstätte Wöbbelin
Mehr als 1000 Häftlinge starben hier 1945 infolge der extremen Haftbedingungen an Krankheiten, Hunger und Erschöpfung. © Jens Büttner/dpa

Die Arbeitsgemeinschaft Gedenkstätten in Mecklenburg-Vorpommern sieht sich angesichts hoher Zustimmungswerte für die AfD unter Jugendlichen mit in der Pflicht, die Geschichts- und Demokratiebildung zu verbessern. «Voraussetzung dafür ist aber, dass die Gedenkstätten im Land auch entsprechend ausgestattet sind, damit sie mit den Schülerinnen und Schülern professionell arbeiten können», betonte die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, Anja Pinnau, anlässlich einer zweitägigen, bis Samstag dauernden Fachtagung in Rostock. Beteiligt waren Gedenkstätten-Vertreter aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Die jüngst veröffentlichte Studie «Jugend in Deutschland» hatte offenbart, dass 22 Prozent der 14- bis 29-Jährigen bei einer Wahl der AfD ihre Stimme geben würden. In einigen Bundesländern wird die Partei, die gerade bei den Europa- und Landtagswahlen in MV zur stärksten Kraft geworden war, vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Der Landesschülerrat in Mecklenburg-Vorpommern hatte gefordert, die Nazi-Diktatur früher als bisher im Unterricht zu thematisieren, da Rechtsextremismus unter Schülern zunehmend verherrlicht und beschönigt oder auch ignoriert werde.

Die Arbeitsgemeinschaft Gedenkstätten in MV unterstütze Forderungen, Schülerinnen und Schülern schon frühzeitig die Auseinandersetzung mit der NS- und auch mit der DDR-Geschichte zu ermöglichen, sagte Pinnau als Mitglied des Sprecherrats. Auf der Tagung in Rostock sei erneut die Bedeutung von Gedenkstätten als Lernorte für Demokratie deutlich geworden. Dort könnten Lehren aus mehrfachen Diktaturerfahrungen anschaulich vermittelt werden. Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus seien zentrale Aspekte der Bedrohung der Demokratie. Doch habe auch schon die hochrangig besetzte Kommission zur Evaluierung der Gedenkstättenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt, dass die personelle Ausstattung der Gedenkstätten und Erinnerungsorte dauerhaft verbessert werden müsse, rief Pinnau in Erinnerung.

In ihrem Ende 2023 vorgelegten Prüfbericht war die Expertenkommission zu dem Schluss gekommen, dass die Gedenkstätten in Mecklenburg-Vorpommern mehr Unterstützung vom Land benötigen, um ihre Aufgaben bei der Vermittlung geschichtlicher Kenntnisse und der Demokratiebildung erfüllen zu können. Im Nordosten gebe es eine vielfältige und dezentrale Erinnerungslandschaft, die es zu erhalten und an aktuelle Erfordernisse anzupassen gelte.

Nach Angaben von Kulturministerin Bettina Martin (SPD) stellt das Land derzeit jährlich etwa 300.000 Euro für die Arbeit der landesweit zumeist im Ehrenamt betriebenen 26 Gedenkstätten und Erinnerungsorte bereit. SPD und Linke im Nordosten hatten sich in ihrer 2021 unterzeichneten Koalitionsvereinbarung dazu bekannt, die Gedenkstätten- und Erinnerungsarbeit zu stärken und inzwischen auch die Mittel für die Landeszentrale für Politische Bildung als Koordinatorin aufgestockt.

© dpa
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