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Polizei rüstet zu Silvester auf: Hubschrauber und Spürhunde

Der Aufwand ist gewaltig. Wegen der zunehmenden Silvester-Krawalle plant die Polizei seit Monaten einen Großeinsatz. Ganz verhindern lassen sich Böller-Randale in einer Großstadt nicht. Aber hinnehmen will man die Anarchie in manchen Stadtteilen nicht.
Feuerwerksverkauf - Berlin
Raketen stehen in einem Geschäft. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Erneute Silvester-Krawalle will die Berliner Polizei mit allem zur Verfügung stehenden Mitteln so weit wie möglich eindämmen. Ein Hubschrauber und Sprengstoff-Spürhunde werden bei der Suche nach großen Mengen Feuerwerk eingesetzt. So wolle man Verstecke von illegalem Feuerwerk oder auch größere Depots legalen Feuerwerks für die Silvesternacht entdecken, sagte der Polizei-Einsatzleiter für den Jahreswechsel, Stephan Katte, am Freitag. Knapp 100 potenzielle Randalierer aus Brennpunkt-Kiezen wie Neukölln und Gesundbrunnen wurden vorsorglich von der Polizei angesprochen und gewarnt.

Eine für den späten Silvesterabend in Neukölln angemeldete propalästinensische Demonstration hat die Polizei verboten, um Eskalationen zu verhindern. Für eine weitere propalästinensische Versammlung am Nachmittag war dies zunächst nach Angaben einer Polizeisprecherin nicht der Fall. Auch nicht für eine Demonstration zur Unterstützung Israels.

Neue Böllerverbots-Zone in der Sonnenallee

In der Sonnenallee wird in diesem Jahr eine neue von der Polizei kontrollierte Böllerverbots-Zone eingerichtet, auch mit Blick auf die dortigen Demonstrationen von palästinensischen Gruppen nach dem Terrorangriff auf Israel. «Besser, wir sind schon dort vor Ort», sagte Katte. Wasserwerfer stehen in der Nacht bereit, sollen aber eher nicht eingesetzt werden, weil das in den engen Straßen in dicht besiedelten Vierteln weder sinnvoll noch verhältnismäßig sei.

Einsatzleiter Katte betonte: «Es wird nicht gelingen, dass wir jedes Bild von Gewalt vermeiden können. Es darf aber nicht das Gefühl entstehen, dass ein Teil der Menschen, vor allem Jugendliche und junge Täter, machen kann, was er will.»

Zünden von Feuerwerk nur am Silvesterabend erlaubt

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern begann am Donnerstag und ist noch bis Samstag erlaubt. Zünden darf man Raketen und Böller aber nur am Silvesterabend ab 18.00 Uhr - zu anderen Zeiten ist es verboten, was aber unter Umständen nicht jeder weiß. In vielen Straßen der Innenstadt kracht es schon seit Tagen immer wieder heftig. Zudem kam es zu ersten Angriffen auf andere Menschen.

Am Donnerstagabend wollte die Feuerwehr eine brennende Feuerwerksbatterie am Mehringplatz in Kreuzberg löschen. Währenddessen kamen drei Männer und schossen Feuerwerk auf sie ab. Die Feuerwehrleute flüchteten in ihr Auto und alarmierten die Polizei. Die Täter flohen. Ebenfalls in Kreuzberg schossen drei Jugendliche mit Pyrotechnik auf einen Bus und Fahrgäste. Die Polizei fasste zwei mutmaßliche Täter. In Charlottenburg zündeten 10 bis 15 Jugendliche auf einem Spielplatz Böller und prügelten anschließend auf Passanten ein, die sie ermahnten.

Slowik: Probleme an vielen Stellen in Berlin

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte: «Fast vier Millionen Menschen feiern friedlich Silvester in Berlin - und einige Tausend überschreiten die Grenzen mit Sachbeschädigungen und Angriffen auf unbeteiligte Menschen oder Polizisten und Feuerwehrleute. Das ist nur ein kleiner Teil. Unsere Aufgabe ist es dabei, Schutz zu gewähren und Grundlagen für eine Strafverfolgung zu schaffen.» Die Fokussierung auf Neukölln sei dabei nicht richtig. Probleme gebe es an vielen Stellen in Berlin und auch in anderen Großstädten.

3000 Polizisten aus Berlin und anderen Bundesländern seien in der Nacht auf den Straßen, 1000 weitere Polizisten in 220 Streifenwagen und in den 37 Polizeiwachen im Einsatz. Dazu kommen 500 Bundespolizisten auf den Bahnhöfen.

Slowik betonte auch: «Durch den Nahostkonflikt gibt es veränderte Rahmenbedingungen.» LKA-Vizechef Stefan Redlich erklärte: «Es gibt eine hohe Emotionalität in bestimmten Teilen der Gesellschaft. Eventuell wollen da einige ihren Frust rauslassen. Dazu gäbe es Silvester sicher Möglichkeiten. Aber ob das so stattfindet, ist Spekulation.»

100 potenziell Verdächtige gewarnt

Daher habe das LKA sogenannte Gefährderansprachen gestartet und etwa 100 potenziell Verdächtige gewarnt: Darunter waren junge Männer, die beim letzten Silvester auffielen, auch einige, die als Randalierer in Schwimmbädern bekannt wurden und Angehörige der sogenannten Migrantifa, also Mitglieder linksradikaler Gruppen mit Migrationshintergrund. Zudem wolle man Randalierer aus den Tagen vor Silvester vorbeugend einsperren.

Auch das Abfliegen der Dächer in bestimmten Stadtteilen wie Nord-Neukölln und Gesundbrunnen mit dem Polizeihubschrauber und der Einsatz der Spürhunde habe eine abschreckende und daher vorbeugende Wirkung, sagte Katte. In den vergangenen Tagen und Wochen vor Silvester seien bereits mehrere 100 Kilogramm illegale Böller und Raketen beschlagnahmt worden, hieß es vom LKA.

Polizei definiert drei Brennpunktbereiche

Einsatzleiter Katte räumte ein, dass die Zahl der erfassten Straftaten in dieser Silvesternacht höher sein könne als im Vorjahr, ebenso die Zahl verletzter Polizisten. Das sei aber kein Beleg für mehr Gewalt, sondern für mehr eingesetzte Polizisten und dadurch auch mehr festgestellte Taten. Gradmesser für den Erfolg des Polizeieinsatzes in der Nacht sei eher, ob die Angriffe auf die Feuerwehr reduziert werden konnten.

Für die Silvesternacht hat die Polizei drei Brennpunktbereiche definiert: Nord-Neukölln und Kreuzberg vom Kottbusser Tor über den Hermannplatz bis fast zu High-Deck-Siedlung am Ende der Sonnenallee. Außerdem im Norden von Berlin das Gebiet von Moabit über Wedding und Gesundbrunnen bis zum Märkischen Viertel. Sowie Teile des Südens von Berlin, beispielsweise Hochhaussiedlungen in Lichtenrade, wo es vor einem Jahr die heftigsten Angriffe auf Feuerwehr und Polizei gab.

© dpa ⁄ Andreas Rabenstein, dpa
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