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Iqony baut Groß-Wärmespeicher in Gelsenkirchen

Wie eine riesige Thermoskanne soll der Behälter heißes Wasser speichern - und zwar 31 Millionen Liter. Erhitzt wird das Wasser vor allem mit überschüssiger Wärme etwa aus der Industrie.
Fernwärme
Wärmespeicher mit Füllstandanzeige auf dem Gelände der Fernheizwerk Neukölln AG. © Hannes P Albert/dpa

Der Energieversorger Iqony hat am Samstag in Gelsenkirchen mit dem Bau eines großen Fernwärmespeichers begonnen. Der Heißwasser-Behälter soll 57 Meter hoch werden und 31 Millionen Liter heißes Wasser fassen. Damit könnte er laut Iqony das lokale Fernwärmenetz in Gelsenkirchen etwa ein Wochenende lang mit Heizwärme versorgen. Die rund 30 Millionen Euro teure Anlage soll im Frühjahr 2026 in Betrieb genommen werden. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Bau mit gut sieben Millionen Euro.

Der Speicher soll Wärme etwa aus Müllheizkraftwerken oder Industrie dann aufnehmen, wenn sie gerade nicht direkt durch Fernwärmekunden benötigt wird. «Auf diese Weise geht diese Energie nicht verloren, sondern bleibt für eine spätere Nutzung erhalten», hatte Iqony im Januar mitgeteilt. Der Speicher soll auch dazu beitragen, besser auf Schwankungen reagieren zu können.

Ministerin Neubaur spricht von «Leuchtturmprojekt»

«Durch Leuchtturmprojekte wie dieses unterstützen wir die Transformation der Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen», sagte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) anlässlich der Grundsteinlegung am Samstag laut einer Mitteilung. Wärmespeicher seien ein zentraler Baustein für den klimafreundlichen Ausbau der Fernwärme und zur Stärkung der Versorgungssicherheit.

Besonders in städtischen Räumen seien Wärmespeicher in Kombination mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) ein wesentlicher Baustein für eine sichere Versorgung mit Strom und Wärme, so das Ministerium. Die leitungsgebundene Wärme soll dabei schrittweise um Wärmequellen ergänzt werden, die keine fossilen Brennstoffe benötigen.

Speicher wird einer der größten in Deutschland

Mit seinem Fassungsvermögen von 31 Millionen Litern wird der Speicher zu den größten in Deutschland gehören. Der größte hierzulande steht in Berlin (Reuter West, 56 Millionen Liter). Ein Speicher in Halle (Saale) fasst 50 Millionen Liter. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es mehrere Speicher. Die Stadtwerke Düsseldorf betreiben einen, der fast 36 Millionen Liter fasst. Erst jüngst hatte der Versorger Rheinenergie in Köln einen Speicher mit einem Fassungsvermögen von drei Millionen Kubikmetern in Betrieb genommen.

Iqony ist auf erneuerbare Energien spezialisiert und gehört zum Essener Energiekonzern Steag. Mit seiner Fernwärmesparte ist Iqony nach eigenen Angaben eines der größten Fernwärmeunternehmen in Deutschland. Jährlich produziert Iqony eine Wärmemenge, die rein rechnerisch für mehr als 275.000 Haushalte reichen würde. Das Fernwärmenetz von Iqony ist rund 740 Kilometer lang.

Zum Vergleich: Das Berliner Fernwärmenetz hat über 2000 Kilometer und ist nach Angaben der Betreiber das größte Fernwärmenetz Westeuropas. Laut Energiewirtschaftsverband BDEW werden derzeit 14,3 Prozent aller Wohnungen in Deutschland mit Fernwärme beheizt, der Anteil steigt seit 25 Jahren langsam, aber stetig.

© dpa
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