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Immer mehr Krankschreibungen wegen psychischer Leiden

Laut Barmer Krankenkasse steigt die Zahl der Menschen, die sich aus psychischen Gründen krankschreiben lassen. Das hat Gründe.
Mehr Krankschreibungen aus psychischen Gründen
Ein Mann sitzt mit dem Kopf in die Hände gestützt an einem Fenster. © Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild

Die Menschen in Niedersachsen lassen sich zunehmend wegen psychischer Leiden krankschreiben. Problematisch sei dabei vor allem, dass psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeiten in der Regel lange dauerten, teilte die Barmer Krankenkasse mit. «Wir beobachten diese Entwicklungen mit Sorge, und zwar auch mit Blick auf all diejenigen, die diese Arbeitsausfälle abfedern müssen», sagte Heike Sander, die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Niedersachsen und Bremen. Vor allem jungen Menschen scheinen ihren Worten zufolge die «multiplen Krisen der vergangenen Jahre» zuzusetzen.

Nach einer Hochrechnung der Krankenkasse auf der Basis der Daten der eigenen Versicherten waren von rund 3,1 Millionen Erwerbstätige in Niedersachsen im vergangenen Jahr über 300.000 mindestens einmal wegen psychischer Leiden krankgeschrieben. Demnach stieg in Niedersachsen binnen fünf Jahren die Zahl derjenigen, die wegen seelischer Erkrankungen im Job ausfallen, um rund 58 000. Die Barmer hat nach eigenen Angaben rund 800.000 Versicherte in Niedersachsen - und einen Marktanteil von etwa 11 Prozent.

Besonders in jungen Altersgruppen stieg laut Krankenkasse der Anteil derer, die wegen psychischer Leiden krankgeschrieben waren. Traf dies 2021 noch auf 7,8 Prozent der 20- bis 24-Jährigen zu, waren ein Jahr später schon 11,7 Prozent mindestens einmal wegen seelischer Beschwerden arbeitsunfähig. Bei den über 60 Jahre alten Beschäftigten stieg der Anteil leicht von 8,5 auf 8,6 Prozent. Nach der Auswertung der Krankenversicherung dauert eine Krankschreibung wegen seelischer Leiden bei niedersächsischen Beschäftigten im Durchschnitt über sechs Wochen.

Rund 1,6 Prozent der Beschäftigten im Land - und damit etwa 50.000 Menschen - fielen 2022 beispielsweise mindestens einmal wegen einer Depressionsdiagnose im Job aus. «Bei über drei Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insgesamt mag das zunächst nicht viel erscheinen», sagte Sander. Allerdings dauere eine Krankschreibung wegen Depressionen durchschnittlich über 72 Tage im Jahr. «Vergleichsweise wenige Betroffene verursachen also eine insgesamt sehr hohe Zahl an Fehltagen», erklärte sie.

Der landesweite Durchschnitt der Krankschreibungsdauer aller Beschäftigten mit allen Diagnosen liege dagegen bei 23,8 Tagen. «Deshalb ist es wichtig, die Risikofaktoren zu minimieren, Ursachen zu bekämpfen und Betroffenen bestmöglich zu helfen», sagte Sander.

Psychische Erkrankungen haben laut Kasse die verschiedensten Ursachen und hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab. Traumatische Erlebnisse, soziale Einflüsse oder Umwelteinflüsse könnten Gründe sein, aber auch andere Erkrankungen oder gesellschaftliche Umstände sowie der Beruf mit Risikofaktoren wie hohen Anforderungen, geringem Tätigkeitsspielraum oder Verausgabung bei geringer Belohnung. Auch Mobbing, schlechtes Arbeitsklima oder Konflikte am Arbeitsplatz könnten zu psychischen Belastungen führen.

Beschäftigte, die längere Zeit an einem Arbeitsplatz tätig seien und an einem Wohnort blieben, tragen demnach das geringste Risiko. «Ganz gleich welchen Alters, eine gesunde Psyche ist Grundstein für privaten und beruflichen Erfolg und nicht zuletzt Lebensqualität», betonte Sander.

© dpa
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