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FDP scheitert mit Antrag zum Abschuss von Kormoranen

Der Kormoran hat sich nach strengen Schutzmaßnahmen für die Vogelart an der Ostseeküste wieder drastisch vermehrt. Zum Leidwesen der Fischer. Bestrebungen, die Bestände spürbar zu verringern, stoßen aber auf Widerstand.
Kormorane
Ein Kormoran schwimmt durch Gewässer. © Arne Dedert/dpa

Der Umgang mit dem bei Fischern als Fischräuber verschrienen Kormoran bleibt in Mecklenburg-Vorpommern politisch umstritten. Für ihren Antrag, die Möglichkeiten zum Abschuss der Vögel deutlich zu erweitern und so die Fischbestände zu schonen, fand die FDP am Freitag im Schweriner Landtag nicht die erforderlichen Mehrheit.

Die Entwicklung des Kormorans, der in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen 22 Kolonien gebildet habe, werde genau beobachtet, sagte Innenminister Christian Pegel in Vertretung des erkrankten Agrarministers Till Backhaus (beide SPD). Der Bestand habe sich seit dem Höchststand 2016 auf zuletzt 12.800 Brutpaare verringert. Die Regierung sehe daher derzeit keine Veranlassung, die Regelungen zu ändern.

Zudem basiere die Kormoranverordnung des Landes auf dem Bundesnaturschutzgesetz und könne nicht pauschal auf eine Reduzierung der Kormoranpopulation ausgerichtet werden, teilte das Agrarministerium mit. Nicht am Brutgeschäft beteiligte Kormorane könnten außerhalb von Schutzgebieten ganzjährig geschossen, die Neugründung von Brutkolonien dort auch verhindert werden.

Die FDP-Politikerin Sandy van Baal verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern gut die Hälfte des deutschen Gesamtbestandes an Kormoranen beherberge und dies zu großen Schäden führe. Jeder Vogel fresse 350 bis 800 Gramm Fisch pro Tag. «Hochgerechnet auf die Menge an Kormoranen wirkt die jährliche Fangquote für den Dorsch in der westlichen Ostsee von aktuell 73 Tonnen nahezu lächerlich», sagte van Baal. Zudem sei der Erfolg der umfangreichen Aalbesatzmaßnahmen in den Küstenregionen akut gefährdet. Werde nichts gegen die dortigen Kormorankolonien getan, gerate das Programm «zum All-you-can-eat-Buffet für den Kormoran», sagte van Baal. Schleswig-Holstein habe seine Regelungen zum Kormoran daher schon angepasst.

Die FDP-Forderung nach einer stärkeren Entnahme von Kormoranen fand Unterstützung bei CDU und AfD. Redner von Linke und Grünen hingegen wandten sich unter Hinweis auf den Artenschutz gegen eine stärkere Bejagung. Weit mehr als der Kormoran hätten vom Menschen verursachte Gewässerverschmutzungen, Überdüngung und Gewässerverbau zur Reduzierung der Fischbestände beigetragen, sagte Grünen-Fraktionschef Harald Terpe.

Die Anträge auf Abschuss der Tiere hielten sich zudem in Grenzen. Pro Jahr würden im Binnenland maximal 1000 Kormorane geschossen. «Deshalb gehen wir davon aus, dass die schon viele Jahre existierende Kormoranverordnung des Landes den geeigneten rechtlichen Rahmen setzt», sagte Terpe.

Der Landesverband der Binnenfischer MV hält die Schutzvorkehrungen für den Kormoran für überzogen. Der Verband verweist auf ein Gutachten der Universität Rostock, nach dem etwa 2000 Brutpaare im Land für die Erhaltung der Art ausreichend wären.

© dpa
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