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Kampf gegen Schweinepest: Kadaver-Sammelstelle eingerichtet

Die seltene Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Hessen nachgewiesen worden. Die Behörden ergreifen Maßnahmen gegen die Ausbreitung. Für Menschen ist die Krankheit nicht ansteckend.
Schweinepest in Hessen
Ein junges, weibliches Wildschwein steht in einem Wildgatter. In Hessen ist die Afrikanische Schweinepest bei einem Wildschwein nachgewiesen worden - es handelt sich um den ersten Fall in dem Bundesland. © Jens Büttner/dpa

Nach dem erstmaligen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein in Hessen hat der Kreis Groß-Gerau eine Tierkadaver-Sammelstelle einschließlich Desinfektionsschleuse aufgebaut. Die Sammelstelle befindet sich direkt neben dem Veterinäramt am Landratsamt Groß-Gerau. Es handele sich um eine vorübergehende Einrichtung, teilte eine Sprecherin der Kreisverwaltung mit. Weitere derartige Stellen sollen im Kreisgebiet errichtet werden.

Bis zum frühen Montagnachmittag war den Angaben zufolge noch kein totes Tier zu der in einem Zelt untergebrachten Sammelstelle in der Kreisstadt gebracht worden. Über die aktuelle Lage, die bislang getroffenen Maßnahmen und weitere Schritte will der Landkreis an diesem Dienstag (11.00 Uhr) im Landratsamt informieren. Dabei geht es vor allem darum, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Für Schweine fast immer tödlich

Für Menschen und andere Tierarten ist die Viruserkrankung nach Behördenangaben nicht ansteckend oder gefährlich - bei Haus- und Wildschweinen ist sie dagegen unheilbar und verläuft fast immer tödlich. Eine Impfung gibt es nicht. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter durch den Menschen übertragen werden.

Ein totes und mit der Schweinepest infiziertes Wildschwein war in der Nähe von Rüsselsheim aufgefunden worden. Um den Fundort herum sollte nach Behördenangaben in einem Radius von rund 15 Kilometern eine sogenannte Restriktionszone eingerichtet werden. Verfügungen sollen den Umgang mit Schweinen und deren Haltung regeln sowie den Umgang mit tierischen Produkten und das Ausbringen von Gülle. Ein generelles Jagdverbot in der besagten Zone soll dazu führen, Wildschweine nicht aufzuschrecken. Die zuständigen Stellen waren am Montagnachmittag noch mit der Vorbereitung der Verfügungen befasst.

Betroffen von der Restriktionszone sind neben dem Landkreis Groß-Gerau der Main-Taunus-Kreis, Darmstadt-Dieburg, der Landkreis Offenbach sowie die Städte Frankfurt und Wiesbaden. Zudem liegen in Rheinland-Pfalz der Landkreis Mainz-Bingen und die Stadt Mainz in dem Radius von 15 Kilometern. 2020 war in Brandenburg der erste ASP-Fall bei einem Wildschwein in Deutschland bestätigt worden.

Hunde müssen an die Leine

Die Stadt Wiesbaden ordnete in einer sogenannten Allgemeinverfügung unter anderem eine Leinenpflicht für Hunde und ein Jagdverbot an. Mit Ausnahme des Weinbaus dürfen Landwirtinnen und Landwirte nur mit Genehmigung des Veterinäramtes ihre Ernte maschinell einfahren, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Auf den Wertstoffhöfen in den Wiesbadener Stadtteilen Nordenstadt und Dotzheim wurden Sammelstellen für tote Wildschweine eingerichtet. Sie sind deshalb den Angaben zufolge ab sofort für die Öffentlichkeit geschlossen.

Auf der anderen Rheinseite hat der Fund des infizierten Wildschweins bei Rüsselsheim Konsequenzen für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen. Auch dort wurden per Allgemeinverfügung unter anderem ein Jagdverbot verhängt und strenge Hygienevorschriften für Schweinehalter erlassen, wie die Kreisverwaltung mitteilte. So dürfen keine Schweine in das betroffene Gebiet gebracht oder aus dem betroffenen Gebiet herausgebracht werden.

Es gibt im Landkreis und in Mainz den Angaben zufolge etwa 600 bis 700 Hausschweine. Die Amtstierärzte des Veterinäramtes sollen diese Bestände in den nächsten Tagen besuchen und testen. In der Restriktionszone liegen die Verbandsgemeinde Bodenheim, die Städte Oppenheim und Nierstein, die Gemeinden Mommenheim und Klein-Winternheim sowie das Mainzer Stadtgebiet. «Dieses Gebiet wird nun intensiv abgesucht, unter anderem mit Drohnen und Wärmebildkameras, um herauszufinden, ob es infizierte Wildschweine trotz des seit Wochen andauernden Hochwassers auf diese Rheinseite geschafft haben», erklärte die Kreisverwaltung.

© dpa
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