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U21 stolpert mit Nullnummer gegen Kosovo: «Bitter»

Überlegenheit reicht nicht. Die deutschen Junioren bekommen den Ball nicht ins Tor. Bis zum nächsten Spiel ist nicht viel Zeit.
Deutschland - Kosovo
Deutschlands U21-Nationalmannschaft nach dem Spiel. © Robert Michael/dpa

Trainer Antonio di Salvo schlich mit Händen in den Hosentaschen frustriert zu seinem Kollegen, die Spieler standen und saßen ratlos auf dem Rasen. Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat sich den ersten kleinen Ausrutscher in der EM-Qualifikation geleistet. Gegen Außenseiter Kosovo kam die Mannschaft von Di Salvo am Freitag vor 6899 Zuschauern in Chemnitz nicht über ein 0:0 hinaus. «Das tut sehr weh», sagte Di Salvo beim Sender ProSieben Maxx: «Wir haben uns sicher etwas ganz anderes vorgestellt. Wir wollten mit einem Sieg in das Jahr starten, das ist sehr bitter.»

Das Team um BVB-Torjäger Youssoufa Moukoko war gegen tief stehende Gäste zwar überlegen, erzielte aber kein Tor. Nach vier Siegen aus den ersten vier Spielen konnte das DFB-Team seine perfekte Bilanz damit nicht weiter ausbauen. Der Europameister von 2017 und 2021 bleibt auf dem zweiten Platz hinter Polen.

Der Tabellenführer hat zwei Zähler mehr, aber auch ein Spiel mehr absolviert. Nur der Gruppenerste ist sicher für das Turnier im nächsten Jahr in der Slowakei qualifiziert. Weiter geht es für die U21 am Dienstag in Halle/Saale gegen Israel.

Die Gäste konzentrierten sich mit einer kompakten Fünferkette fast ausschließlich aufs Verteidigen. Dementsprechend schwer tat sich die deutsche Elf, gefährlich vor das Tor zu kommen. «Wir haben es einfach zu kompliziert versucht, wir haben uns einfach zu wenig Torchancen erspielt», sagte Borussia Mönchengladbachs Rocco Reitz.

Viel zu oft ging es durch die Mitte, häufig waren die Pässe zu ungenau. Allerdings musste auch Torhüter Jonas Urbig, der den Freiburger Noah Atubolu vertrat, nur wenige Male bei ungenauen langen Bällen der Kosovaren eingreifen.

Mitte der ersten Halbzeit musste Di Salvo auch noch seine Abwehr umbauen. Der Kieler Colin Kleine-Bekel verdrehte sich im Zweikampf das Knie, für ihn kam Jamil Siebert (31.). Zumindest vereinzelt kam die deutsche Mannschaft nun in Abschlusspositionen - gegen Merlin Röhl (30.) und Ansgar Knauff (32.) retteten die Gäste aber das 0:0. Schmerzlich vermisst wurde auch Angreifer Maximilian Beier von der TSG Hoffenheim, der erstmals von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die A-Nationalmannschaft nominiert worden war.

Im zweiten Durchgang spielten die Gastgeber deutlich druckvoller, Moukoko vergab gleich die bis dahin beste Chance (48.). Auch bei den Versuchen von Siebert (57.), Röhl (59.) und erneut Moukoko (64.) war Deutschland nah dran am Führungstreffer.

Di Salvo brachte Mitte der Hälfte zwei frische Offensivspieler und nahm unter anderem den glücklosen Moukoko vom Platz. Das hätte sich beinahe noch ausgezahlt, doch auch der eingewechselte Nick Woltemade brachte den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unter (76.). Weil der Keeper der Gäste auch gegen Röhl parierte (79.), blieb es beim 0:0.

© dpa ⁄ Miriam Schmidt, dpa
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