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Flughafen-Chef kündigt bauliche Sicherheitsmaßnahmen an

Die Fahrt eines Geiselnehmers auf das Vorfeld des Hamburger Flughafens hat eine Sicherheitslücke offenbart. Jetzt sollen die Zufahrten besser gesichert werden, sagt Airport-Chef Eggenschwiler. Was genau ist geplant?
Hamburger Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler
Hamburger Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler während eines Pressetermins. © Georg Wendt/dpa/Archivbild

Zwei Tage nach der Fahrt eines Geiselnehmers auf den Hamburger Flughafen hat Airport-Chef Michael Eggenschwiler bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit angekündigt. «Für uns steht fest, wir werden weitere bauliche Maßnahmen umsetzen, um mögliche Zugangspunkte zum Sicherheitsbereich zu verstärken», sagte Eggenschwiler am Dienstag. Am Sonntag hätten Sicherheitstechniker bereits erste Überprüfungen vorgenommen. Auf die Details der geplanten Vorkehrungen könne er nicht eingehen. Ein Sicherheitskonzept sollte nicht in der breiten Öffentlichkeit diskutiert werden. Die Maßnahmen sollen möglichst schnell, aber auch sehr gründlich umgesetzt werden.

Neue Risiken fordern Umdenken bei Sicherheit

Nach dem Eindringen von Klimaaktivisten im vergangenen Juli sei bereits die Zahl der Streifen am Flughafenzaun erhöht worden. Zudem liefen Test mit neuen Kameras und Zaunsensorik, sagte Eggenschwiler. Zehn Mitglieder der Gruppe Letzte Generation hatten am 13. Juli den Zaun aufgeschnitten und waren mit Fahrrädern Richtung Rollfeld gefahren. Vier hatten sich laut Bundespolizei auf Zubringerwegen nahe den Start- und Landebahnen festgeklebt. Das unbefugte Eindringen in den Sicherheitsbereich des Flughafens sei immer eine Straftat, betonte Eggenschwiler. Er räumte zugleich ein: «Es gibt neue Risiken und die bringen uns zum Umdenken.» Das geschehe in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

Geiselnehmer durchbrach Zufahrt

Am Samstag hatte ein 35-Jähriger mit einem Auto die Zufahrtsbeschränkungen zum Hamburger Flughafen durchbrochen. Mit seiner vierjährigen Tochter im Wagen fuhr er bis auf das Vorfeld des Airports. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab er dabei drei Schüsse aus einer Pistole ab, warf zwei Brandsätze aus dem Pkw und drohte mit einer Bombe, die sich später als Attrappe herausstellte. Der Mann stellte sein Auto neben einem Flugzeug der Turkish Airlines ab, das daraufhin geräumt wurde. Hintergrund der Tat war ein Sorgerechtsstreit: Mit der Aktion wollte der Mann die gemeinsame Ausreise mit seiner zuvor gewaltsam aus der Wohnung seiner Ex-Frau in Stade (Niedersachsen) entführten gemeinsamen Tochter in die Türkei erzwingen. Erst nach rund 18-stündigen Verhandlungen hatte sich der Geiselnehmer den Sicherheitskräften ergeben. Am Montagabend wurde ein Haftbefehl erlassen.

Union: Faeser soll gesetzliche Vorgaben überprüfen

Die Unionsfraktion im Bundestag forderte einen besseren Schutz für die deutschen Airports. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) müsse genau prüfen, ob die gesetzlichen Vorgaben für die Sicherheit der Flughäfen noch auf dem aktuellen Stand seien, sagte Unionsfraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). In Sachen Sicherheitsstandards dürfe Deutschland «nicht weiter blauäugig durch die Welt gehen», betonte auch ihr Parteikollege und Innenexperte der Unionsfraktion, Alexander Throm. Flughafenchef Eggenschwiler zeigte sich offen für neue Sicherheitsauflagen des Bundes: «Wenn das kommt, ist völlig klar, dass wir solche Maßnahmen ergänzend zu dem, was wir ohnehin schon tun, umsetzen werden.»

Eggenschwiler: Zufahrten jetzt gut gesichert

An dem Nordtor, durch das der Geiselnehmer auf das Flughafengelände gefahren war, sei die Ausfahrt durch drei Schranken gesichert gewesen, die ein unbefugtes Einfahren verhindern sollten, erklärte Eggenschwiler auf Nachfrage. Jetzt sei das Tor ganz geschlossen und werde bei Bedarf manuell geöffnet. Die Schranken sollten ein schnelles Ein- und Ausfahren der Sicherheitskräfte ermöglichen. Über die Zufahrten zum Flughafen sagte Eggenschwiler generell: «Die sind gut gesichert, vielleicht besser, als Sie von außen sehen.»

Bundespolizei: Flughafen kein Hochsicherheitstrakt

Einen 100-prozentigen Schutz könne es nicht geben, sagte der Sprecher der Bundespolizei für den Flughafen Hannover, Detlef Zieling, der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Dienstag). «Auch wenn die Aufarbeitung für Hamburg noch läuft, muss man sagen: Ein Flughafen ist kein Hochsicherheitstrakt.» Am Airport Hannover seien nach einem Durchbruch vor fünf Jahren die technischen Anlagen verbessert und Zäune, Tore und Durchfahrten nachgerüstet worden.

Älterer Zwischenfall in Hannover nicht vergleichbar

Dem Zeitungsbericht zufolge war im Dezember 2018 ein 21-Jähriger mit seinem Wagen auf das Vorfeld des Airports gefahren und hatte den Flugverkehr stundenlang lahmgelegt. Der Mann stand demnach unter Drogeneinfluss, einen versuchten Terroranschlag schloss die Polizei damals schnell aus. Der Fall sei ihm bekannt, sagte Eggenschwiler. Der Mann sei seines Wissens nicht durch eine normale Zufahrt, sondern durch eine Toröffnung im Zaun durchgebrochen. Das sei nicht ganz vergleichbar mit dem Vorfall in Hamburg.

Mit Blick auf die Ereignisse am Samstag und Sonntag sagte Eggenschwiler: «Für den Flughafen war das vergangene Wochenende sicherlich eine absolute Ausnahmesituation und ich denke, auch eines der schwersten Wochenenden in der Geschichte des Flughafens, die über 100 Jahre alt ist.»

© dpa
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