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Konfrontation von Lkw-Fahrer und Aktivisten - Berufung

In Stralsund versuchte ein Lkw-Fahrer im Sommer, Klimaaktivisten von der Straße zu bekommen. Einen Demonstranten fuhr er sogar an. Doch tat er dies bewusst? Nach der Verurteilung des Mannes hat die Staatsanwaltschaft nun Berufung eingelegt.
Prozess gegen Lkw-Fahrer
Mitglieder der "Letzten Generation" blockieren eine Straße vor einem Einkaufszentrum. © Bernd Wüstneck/dpa

Nach einem Urteil gegen einen Lkw-Fahrer wegen seiner Reaktion auf eine Straßenblockade der Klimagruppe Letzte Generation hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Das teilten Gericht und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der 41-jährige Lkw-Fahrer war am Dienstag vom Amtsgericht Stralsund wegen versuchter Nötigung verurteilt worden, weil er im Juli in Stralsund Klimaaktivisten von der Straße gezogen hatte - beziehungsweise es versucht hatte. Außerdem hatte er einen Aktivisten angefahren. Die Staatsanwältin sprach von Vorsatz. Die Richterin sah diesen nicht als erwiesen an.

Der Fahrer erhielt eine Geldstrafe von 1800 Euro sowie ein viermonatiges Fahrverbot. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm unter anderem versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen und 3000 Euro Geldstrafe sowie 10 Monate ohne Führerschein gefordert.

Eine Begründung der Berufung kann laut Staatsanwaltschaft erst nach schriftlicher Urteilsbegründung erfolgen. Die angefochtene Entscheidung sei von den Plädoyers der Staatsanwältin aber deutlich abgewichen.

Nach Aussage eines Sachverständigen wäre der Aktivist theoretisch in einem speziellen Anfahrspiegel zu sehen gewesen. Die Richterin hatte aber gesagt, es sei nicht zweifelsfrei geklärt worden, ob der Kraftfahrer den Aktivisten in dem Spiegel tatsächlich gesehen habe oder ob er überhaupt in den Spiegel geschaut habe.

Während der Verhandlung war in einem Video gezeigt worden, wie der Fahrer vor den Aktivisten stoppte, ausstieg und sie von der Straße zog, beziehungsweise es versuchte. Eine sitzende Aktivistin schubste er um und bedrohte sie mit der Faust. Danach fuhr er wieder an, wobei er einen Aktivisten, der sich wieder auf die Straße gesetzt hatte, kurz vor sich herschob. Verletzt wurde niemand.

Der Anwalt des Angeklagten hatte auf Freispruch plädiert. Sein Mandant hatte von großem Stress an jenem Tag gesprochen. Seine Drohgebärden täten ihm leid. «Das war definitiv zu viel.»

Das Video hatte im Internet Aufsehen erregt. Der Fahrer wurde scharf kritisiert, erhielt teils aber auch Unterstützung. Nach Aussage des Anwalts des 41-Jährigen war im Rahmen einer Spendenaktion für den Fahrer eine fünfstellige Summe zusammengekommen. Von diesem Geld lebe der inzwischen Arbeitslose, nachdem er im September sein Unternehmen aus eigenem Antrieb verlassen habe.

© dpa
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