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Suezkanal fällt für Reedereien aus: Umwege für Schiffe

Die Lage weckt Erinnerungen an die Havarie der «Ever Given» im Suezkanal und hartnäckige Störungen der Lieferketten in der Coronapandemie. Auch wenn der Suezkanal nun schon wieder umfahren werden muss: Erneute Probleme sehen Experten derzeit nicht.
Containerfrachter „Al Jasrah“
Der Containerfrachter «Al Jasrah» wird am Terminal Burchardkai entladen. © Axel Heimken/dpa/Archivbild

Der Suezkanal als wichtige Ader des Welthandels fällt nach Angriffen von jemenitischen Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer für Routen großer Reedereien vorerst aus. Stattdessen fahren sie im Asien-Europa-Verkehr bis auf weiteres über das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas. «Dass Reedereien den Umweg von mehr als 6000 Kilometern um Afrika in Kauf nehmen, zeugt von der außerordentlichen Gefahrenlage im Roten Meer», sagte der Welthandelsexperte Vincent Stamer vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd will beispielsweise bis auf weiteres die Passage durch den Suezkanal meiden. Hapag-Lloyd beschloss am Montag, «mehrere Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung» umzuleiten, wie ein Sprecher nach Beratungen eines Krisenstabes mitteilte. «Dies wird so lange geschehen, bis die Passage durch den Suezkanal und das Rote Meer für Schiffe und ihre Besatzungen wieder sicher ist.» Auch der Branchenprimus MSC bekräftigte am Montag in einer Mitteilung an die Kunden, dass MSC-Schiffe den Suezkanal in Richtung Osten und Westen nicht befahren werden, bis die Passage durch das Rote Meer sicher ist. «Bereits jetzt werden einige Dienste umgeleitet und fahren stattdessen über das Kap der Guten Hoffnung.»

Ausweichroute sorgt für Verzögerungen

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa. Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen über das Rote Meer.

Die Umwege dürften Lieferungen deutlich verzögern. Die Schätzungen reichen von einigen Tagen bis zu zwei Wochen. Stamer, der am IfW die weltweiten Schiffsbewegungen in Echtzeit erfasst und auswertet, geht von etwa zehn Tagen Verspätung aus. Von größeren Verwerfungen in den weltweiten Lieferketten, wie während der Coronapandemie, geht Stamer indes nicht aus.

Lange Materialknappheiten nicht erwartet

«Damals kam es wegen extrem hoher Nachfrage nach langlebigen Gütern aus Fernost und wegen weltweiten Lockdowns zu großen Lieferengpässen», so Stamer. «Diese Lage hat sich weitestgehend normalisiert. Mit Materialknappheit über mehrere Monate ist wegen des Umweges um Afrika also nicht zu rechnen.» Auch Hapag-Lloyd weist daraufhin, dass damals Pandemie samt gerissener Lieferketten und der Havarie des Frachters «Ever Given» im Suezkanal zusammen kamen. «Das ist mit der jetzigen Situation nur schwer vergleichbar.»

Zwar könnten Stamer zufolge die Frachtraten im Containerschiffnetzwerk wieder leicht steigen. Allerdings sind die Preise für Containertransporte auf See seit den Höchstständen während der Pandemie wieder deutlich gefallen. «Außerdem stellen die Transportkosten von Asien nach Europa auch für die günstigsten Güter nur lediglich 2 Prozent dar», so der IfW-Experte.

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen greifen Israel seit Ausbruch des Gaza-Krieges immer wieder unter anderem mit Drohnen und Raketen an und attackieren Schiffe im Roten Meer, um sie an einer Durchfahrt in Richtung Israel zu hindern. Am Freitag waren die Containerfrachter «Al Jasrah» von Hapag-Lloyd und die «MSC Palatium III» bei Angriffen beschädigt worden.

© dpa
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