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Regierung prüft Bitte um Marine-Einsatz im Roten Meer

Jemenitische Rebellen sehen Schiffe im Roten Meer mit Kurs auf Israel als «legitimes Ziel». Nun gerät auch der Frachter einer deutschen Reederei in ihr Fadenkreuz.
Hapag-Lloyd
Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd fährt in den Hamburger Hafen ein. © Bodo Marks/dpa

Nach Angriffen auf Handelsschiffe im Roten Meer lassen die Reedereien Maersk und Hapag-Lloyd vorerst keine weiteren ihrer Schiffe durch den Suezkanal fahren. Am Montag werde man erneut über die Lage entscheiden, sagte ein Sprecher der in Hamburg ansässigen Reederei Hapag-Lloyd der Deutschen Presse-Agentur. Man sei zutiefst besorgt über die eskalierte Sicherheitslage im südlichen Roten Meer und im Golf von Aden, teilte die dänische Reedereei Maersk mit. Die jüngsten Angriffe seien alarmierend und stellten eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit der Seeleute dar.

Der Hapag-Lloyd-Frachter «Al Jasrah» war in der Meerenge zwischen dem Jemen und Dschibuti beschossen worden. «Es gibt Sachschäden an Bord, die Crew ist unversehrt», sagte der Sprecher der Reederei. Es seien vor allem Container beschädigt worden, die Struktur des Schiffes sei nicht beeinträchtigt. Das Schiff konnte seine Fahrt fortsetzen. Der Frachter war den Angaben zufolge aus dem griechischen Piräus durch den Suezkanal gefahren und befand sich auf Kurs Richtung Singapur. Medienberichten zufolge gab es nach dem Beschuss ein Feuer an Bord.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, aus den USA sei vor einigen Tagen eine Anfrage an die Deutsche Marine gestellt wurde, ob sie in der Lage sei, im Roten Meer zu unterstützen, «ohne dass das konkret mit Forderungen hinterlegt war». Er sagte: «Diese Anfrage wird derzeit geprüft und sicherlich auch mit allen notwendigen verantwortlichen Stellen in der Regierung besprochen.»

Die USA arbeiten nach Aussagen des Nationalen Sicherheitsberaters, Jake Sullivan, mit der internationalen Gemeinschaft, mit Partnern aus der Region und der ganzen Welt an Lösungen um der Bedrohung entgegenzutreten. «Wir bilden eine Koalition», sagte er. Die Houthis stellen demnach eine erhebliche Bedrohung für die Freiheit der Schifffahrt, die Handelsschifffahrt und den rechtmäßigen Handel dar, und zwar an einer lebenswichtigen Verkehrsader am Bab al-Mandeb und im Roten Meer. Der Iran als Drahtzieher hinter den Attacken der Huthis sei in der Verantwortung, selbst auch Maßnahmen zu ergreifen, um die Angriffe zu stoppen, so Sullivan.

Jemenitische Huthis reklamieren Angriff auf Containerschiffe

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben zwei Containerschiffe im Roten Meer angegriffen. Die Schiffe sollen auf dem Weg nach Israel gewesen sein, erklärten die vom Iran unterstützten Rebellen. Die Besatzungen der Schiffe hätten demnach Warnungen ignoriert. Daraufhin hätten die Huthis sie mit zwei Raketen angegriffen, hieß es. Es soll sich um die Schiffe «MSC Alanya» and «MSC Platinum III» gehandelt haben. Wann die Angriffe stattfanden haben sollen, blieb unklar.

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen greifen Israel seit Ausbruch des Gaza-Krieges immer wieder unter anderem mit Drohnen und Raketen an. Zudem erklärten sie Schiffe jeglicher Nationalität auf dem Weg nach Israel so lange zu einem «legitimen Ziel» ihrer Streitkräfte, bis der Gazastreifen die benötigten Lebensmittel und Medikamente erhalte.

Baerbock verurteilt Huthi-Angriffe auf Schiffe

Außenministerin Annalena Baerbock hat die Attacke von schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen auf einen Containerfrachter der deutschen Reederei Hapag-Lloyd im Roten Meer verurteilt. «Die Bundesregierung verurteilt alle Angriffe auf Schiffe, natürlich auch den Angriff auf das Schiff von Hapag Lloyd auf Schärfste», sagte die Grünen-Politikerin bei einem Besuch des geschäftsführenden libanesischen Außenministers Abdallah Bou Habib in Berlin. «Die Angriffe der Huthis auf zivile Handelsschiffe im Roten Meer müssen sofort aufhören», forderte sie.

Die Angriffe unterstrichen auch, «dass die Sicherheitsgefahr für Israel nicht nur von Hamas aus Gaza kommt, sondern gerade auch von den Huthis», sagte Baerbock. Sie bedrohten die internationale Seeschifffahrt und die Freiheit von Handelsrouten. Sie fordere die Huthis zudem eindringlich auf, das entführte Schiff «Galaxy Leader» und dessen Besatzung unverzüglich und unversehrt freizulassen. Baerbock dankte insbesondere Saudi-Arabien, dabei geholfen zu haben, weitere Angriffe der Huthis zu vereiteln - sowohl im Roten Meer als auch mit Drohnen und Raketen auf Israel.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte bei einem Besuch in Wunstorf bei Hannover: «Wir prüfen gerade die Anfrage und die Optionen, die es dazu gibt. Wir sind aber noch nicht am Ende der Prüfung.» Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte in Berlin, aus den USA sei vor einigen Tagen eine Anfrage an die Deutsche Marine gestellt wurde, ob sie in der Lage sei, im Roten Meer zu unterstützen, «ohne dass das konkret mit Forderungen hinterlegt war».

Kein Einzelfall im Roten Meer

Zuletzt hatten jemenitische Huthi-Rebellen Schiffe im Roten Meer angegriffen. Erst gestern hatten die deutschen Reeder deshalb von der Bundesregierung und der EU Schutzmaßnahmen gefordert. Die deutsche Handelsflotte ist mit ihren gut 1800 Schiffen die siebtgrößte unter den großen Handelsflotten der Welt.

An der jemenitischen Küste vorbei führt einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt vom und zum Suezkanal in Ägypten. Dieser Kanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg von Asien nach Europa. Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen über das Rote Meer.

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen greifen Israel seit Ausbruch des Gaza-Krieges immer wieder unter anderem mit Drohnen und Raketen an und drohen, künftig Schiffe jeglicher Nationalität auf dem Weg nach Israel an der Durchfahrt im Roten Meer zu hindern.

© dpa
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