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USA und Großbritannien greifen Huthi-Stellungen im Jemen an

Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer beeinträchtigen zunehmend den Welthandel. Nun führen die USA und Großbritannien Schläge gegen die mit Iran verbündeten Huthi aus. Droht eine Eskalation?
Jemen
Rishi Sunak und Joe Biden
Militärschlag gegen Huthi-Rebellen
Huthi-Rebellen
Angriffe im Roten Meer

Mit Militärschlägen auf Ziele im Jemen haben die USA und Großbritannien auf wiederholte Attacken der Huthi-Rebellen im Roten Meer reagiert. Die Angriffe in der Nacht riefen scharfe Kritik aus dem Iran und Russland sowie wütende Reaktionen der mit Teheran verbündeten Huthi hervor. Die Entwicklung schürt Befürchtungen, dass sich die zahlreichen Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Region zu einem größeren Konflikt im Nahen Osten ausweiten könnten.

Der Militärschlag sei eine Reaktion auf die «illegalen, gefährlichen und destabilisierenden» Angriffe der Huthi auf Schiffe im Roten Meer und beruhe auf dem Recht der Selbstverteidigung, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Allianz, der neben den USA und Großbritannien die Niederlande, Kanada, Bahrain und Australien angehören. Sie wird auch von der Bundesregierung mitgetragen, wie Außenministerin Annalena Baerbock bei einem Besuch in Malaysia sagte.

Ein Vertreter der Huthi drohte nach Angaben des Fernsehsenders Al Massirah mit Vergeltung. Die Rebellen kündigten auch an, ihre Angriffe auf angeblich mit Israel in Verbindung stehende Handelsschiffe im Roten Meer fortzusetzen. Moskau verurteilte die Schläge der USA und ihrer Verbündeten und beantragte für heute eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Auch aus dem Iran kamen Kritik an dem Vorgehen und Warnungen vor wachsender Unsicherheit und Instabilität in der Region.

Biden: Werde nicht zögern, weitere Maßnahmen anzuordnen

US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Schläge einer schriftlichen Stellungnahme zufolge als «erfolgreich» und kündigte an, er werde nicht zögern, bei Bedarf weitere Maßnahmen anzuordnen. Die Huthi hätten trotz Warnungen Angriffe im Roten Meer durchgeführt, darunter auch gegen britische und amerikanische Kriegsschiffe. Dies könne nicht hingenommen werden, erklärte der britische Premierminister Rishi Sunak.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin bezeichnete den Militärschlag als ein klares Signal. «Der heutige Einsatz der Koalition ist eine klare Botschaft an die Huthi, dass sie einen Preis dafür zahlen werden, wenn sie ihre illegalen Angriffe nicht einstellen».

Mehr als 60 Ziele der Huthi im Jemen angegriffen

Angegriffen wurden nach Angaben des US-Militärs mehr als 60 Ziele an 16 militärischen Standorten der Huthi. Dazu gehörten Kommando- und Kontrollpunkte, Munitionsdepots, Startanlagen für Raketen, Produktionsanlagen und Luftabwehrradarsysteme, hieß es in einer Mitteilung der US Air Force. Die Schläge seien sowohl aus der Luft als auch von Schiffen und U-Booten durchgeführt worden. Zum Einsatz kamen demnach auch Marschflugkörper vom Typ Tomahawk. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, vier Eurofighter hätten Angriffe auf zwei Ziele im Nordwesten des Landes durchgeführt.

Ziel sei es gewesen, die Huthi zu schwächen, nicht aber, die Situation zu eskalieren, sagte ein Regierungsvertreter in Washington. Der britische Verteidigungsstaatssekretär James Heappey betonte, es habe sich um eine begrenzte, notwendige und verhältnismäßige Reaktion gehandelt. «Wir haben natürlich ein Auge auf die Notwendigkeit, dass es keine regionale Eskalation auslöst», sagte Heappey dem Sender «Times Radio».

Huthi kündigen weitere Angriffe auf Schiffe im Roten Meer an

Nach Angaben der Huthi wurden bei den Angriffen fünf ihrer Mitglieder getötet. Sechs weitere seien verletzt worden. Die Angriffe trafen demnach die Hauptstadt Sanaa sowie die Provinzen Hudaida, Tais, Hajjah und Saada. Der Militärschlag werde nicht «unbeantwortet und ungestraft bleiben», drohten die Rebellen.

Zuvor hatten sie bereits angekündigt, weiter Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer ins Visier zu nehmen. «Es gibt absolut keine Rechtfertigung für die Aggression gegen den Jemen, da es keine Bedrohung für die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im Arabischen Meer gab», sagte ein Huthi-Sprecher dem Fernsehsender Al Massirah. Ziel seien weiter «israelische Schiffe oder solche, die die Häfen des besetzten Palästinas anlaufen».

Seit Ausbruch des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas greifen die Huthi immer wieder Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer an. Große Reedereien meiden die Route zunehmend. Die Huthi greifen Israel auch immer wieder direkt mit Drohnen und Raketen an.

EU plant eigenen Militäreinsatz im Roten Meer

Die Außenminister der EU-Staaten sollen bei einem Treffen am 22. Januar über eine mögliche Beteiligung der EU an der US-Initiative zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer beraten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der Auswärtige Dienst der EU erste Vorschläge für den Start eines neuen gemeinsamen europäischen Militäreinsatzes erarbeitet. Sie sehen unter anderem die Entsendung von Kriegsschiffen und luftgestützten Frühwarnsystemen in das Konfliktgebiet vor. Letztere könnten zum Beispiel Aufklärungsflugzeuge sein.

Die Bundesregierung erwartet eine Einigung. Zugleich bekräftigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin die Bereitschaft Deutschlands, sich an einem solchen Einsatz zu beteiligen. Die Beratungen liefen «intensiv und unter Hochdruck».

Auswirkungen der Huthi-Angriffe auf Wirtschaft bereits spürbar

Die Angriffe der Huthi auf Handelsschiffe haben bereits Auswirkungen auf die Wirtschaft gezeigt. Der Autohersteller Tesla hatte am Donnerstag angekündigt, wegen fehlender Bauteile die Produktion in Grünheide bei Berlin für rund zwei Woche zu stoppen. Die Ölpreise legten weiter zu.

Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen über das Rote Meer. Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa. Die Alternativstrecke um das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung verlängert die Transporte um etliche Tage.

Nach Militärschlägen gegen Huthi: USA verhängen weitere Sanktionen

Nach Militärschlägen gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hat die US-Regierung weitere Sanktionen verhängt. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, richten sich die Maßnahmen gegen vier Handelsschiffe und zwei in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Unternehmen, denen die USA vorwerfen, die Huthi mit Geld aus dem Verkauf und Versand iranischer Waren zu versorgen.

«Die Vereinigten Staaten gehen weiterhin gegen die illegalen iranischen Finanznetzwerke vor, die die Huthi finanzieren und ihre Angriffe erleichtern», teilte die US-Regierung mit. Man werde «alle verfügbaren Maßnahmen ergreifen, um diese destabilisierenden Aktivitäten der Huthi und ihre Bedrohungen für den Welthandel zu stoppen.»

Nach Schlägen gegen Huthi fordert UN-Chef: Resolution einhalten

Nach den Militärschlägen gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres von beiden Seiten die Einhaltung einer Resolution des Weltsicherheitsrates angemahnt. Die Angriffe der Huthi auf Handelsschiffe seien nicht akzeptabel, sagte Guterres in New York laut Mitteilung. Die Rebellen müssten sich an eine diese Woche vom UN-Sicherheitsrat verabschiedete Resolution halten, die eine sofortige Einstellung dieser Angriffe fordert.

Gleichzeitig müssten sich aber auch alle UN-Mitgliedstaaten, die ihre Schiffe verteidigten, an internationales Recht halten, so wie es auch in der Resolution dargelegt sei, sagte Guterres weiter. Er forderte alle Beteiligten auf, die Situation nicht noch weiter zu eskalieren.

© dpa
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