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USA greifen erneut Huthi-Rebellen im Jemen an

Mit Militärschlägen auf Ziele im Jemen haben die USA und Großbritannien auf wiederholte Attacken der Huthi-Rebellen im Roten Meer reagiert. Einen Tag später greift das US-Militär erneut an.
Sanaa
Der Fernsehsender der Huthi berichtete von Angriffen auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa. © Maxar Technologies/AP/dpa

Die USA haben in der Nacht zum Samstag erneut eine Stellung der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen angegriffen. Ziel sei eine Radaranlage der Huthi gewesen, teilte das US-Militär mit. Der Angriff mit Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk sei vom US-Zerstörer «USS Carney» aus gestartet worden. Er erfolgte nach dem Militärschlag vom Vortag, wie es weiter hieß. Über mögliche Opfer war zunächst nichts bekannt.

In der Nacht zum Freitag hatten die USA und Großbritannien mit der Unterstützung Verbündeter einen umfassenden Militärschlag gegen die Huthi im Jemen ausgeführt - als Reaktion auf die wiederholten Angriffe der Huthi auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer. Dabei waren nach Penatgon-Angaben knapp 30 Stellungen der Huthi attackiert worden. Generalleutnant Douglas Sims, der im Pentagon militärische Operationen verantwortet, sagte am Freitag, die Auswertung des Einsatzes sei noch nicht abgeschlossen. Er wisse aber, dass die Fähigkeiten der Rebellen geschwächt worden seien.

Nach Angaben der Huthi waren in der Nacht zum Freitag fünf Mitglieder getötet worden. Sechs weitere seien verletzt worden. Die Angriffe trafen demnach die Hauptstadt Sanaa sowie die Provinzen Hudaida, Tais, Hajjah und Saada.

Militärallianz bezieht sich auf Recht zur Selbstverteidigung

Die Huthi kündigten Vergeltung an und erklärten, ihre Angriffe auf angeblich mit Israel in Verbindung stehende Handelsschiffe im Roten Meer fortzusetzen. Aus dem Pentagon hieß es, die Huthi hätten am Freitag mindestens eine ballistische Antischiffsrakete auf ein Handelsschiff abgefeuert.

Seit Ausbruch des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas greifen die Huthi immer wieder Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer an. Große Reedereien meiden die Route zunehmend. Die Huthi greifen das gut 2000 Kilometer entfernte Israel auch immer wieder direkt mit Drohnen und Raketen an.

Der Militärschlag sei eine Reaktion auf die «illegalen, gefährlichen und destabilisierenden» Angriffe der Huthi auf Schiffe im Roten Meer gewesen und beruhe auf dem Recht der Selbstverteidigung, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Allianz, der neben den USA und Großbritannien die Niederlande, Kanada, Bahrain und Australien angehören.

Ausweitung zu größerem Konflikt befürchtet

Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen über das Rote Meer. Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa. Die Alternativstrecke um das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung verlängert die Transporte um einige Tage.

Die jüngsten Entwicklungen schüren Befürchtungen, dass sich die zahlreichen Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Region zu einem größeren Konflikt im Nahen Osten ausweiten könnten.

Moskau verurteilte den Militärschlag der USA und ihrer Verbündeten. Auch aus dem Iran kamen Kritik an dem Vorgehen und Warnungen vor wachsender Unsicherheit und Instabilität in der Region.

Die schiitischen Huthi-Rebellen haben im Jemen in ihrem seit 2014 laufenden Aufstand weite Teile im Norden des Landes eingenommen und kontrollieren auch die Hauptstadt Sanaa. Die Rebellen werden vom mehrheitlich schiitischen Iran unterstützt.

© dpa
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