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Gesicherte Finanzierung für Streckenausbau Lübbenau-Cottbus

Eine gute Infrastruktur gilt im Strukturwandel als Voraussetzung für die Entwicklung der Lausitz. Dazu soll ein zweigleisiger Ausbau zwischen Cottbus und Lübbenau beitragen - für eine bessere Anbindung an Berlin. Ein nächster Schritt ist getan. Doch es gibt auch Kritik.
Gleise im Gleisbett
Gleise sind an einem Bahnhof im Schotterbett verlegt. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Beim zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Lübbenau-Cottbus ist ein weiterer großer Schritt erreicht. Am Dienstag präsentierten Deutsche Bahn, Bund, Land und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die Finanzierungsvereinbarung. Geplanter Baubeginn ist Ende 2026. Ein Jahr später sollen die Züge im 30-Minuten-Takt fahren. Insgesamt werden rund 265 Millionen Euro für den Ausbau ausgegeben. Davon fließen 255 Millionen über das Investitionsgesetz Kohleregionen. Brandenburg war mit einer Anstoßfinanzierung in Vorleistung gegangen.

Mit dem Bauprojekt können künftig mehr Züge fahren. Nach Bahnangaben werden zusätzlich zum Bau des zweiten Gleises auf der knapp 30 Kilometer langen Strecke zwölf Bahnübergänge angepasst. In Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz entsteht jeweils ein zweiter Bahnsteig. Auf der Strecke sollen auch Lärmschutzwände gebaut werden. Die 1866 in Betrieb genommene Görlitzer Bahn von Berlin nach Görlitz ist seit 1945 zwischen Lübbenau und Cottbus eingleisig, weil die Schienen des zweiten Gleises nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparation in die Sowjetunion gebracht wurden.

Ausbau für Lausitzer Entwicklung wichtig

Der zweigleisige Ausbau spiele eine Schlüsselrolle für den Erfolg des Strukturwandels in der Lausitz, erklärte der regionale Bahnbevollmächtigte Alexander Kaczmarek. «Mit dem zweiten Gleis schaffen wir zusätzliche Kapazitäten und somit mehr Stabilität und Angebot im Bahnverkehr zwischen Berlin und dem Spreewald sowie der Lausitz.» Brandenburgs Infrastrukturminister Rainer Genilke sieht einen wichtigen Schritt auch für die Verkehrswende in Brandenburg.

Die Bundesregierung unterstützt den Strukturwandel in den ehemaligen Kohlerevieren mit bis zu 40 Milliarden Euro. Den Verkehrsprojekten, die daraus finanziert werden, komme dabei eine entscheidende Rolle zu, erklärte Staatssekretärin Susanne Henckel. Der Anschluss der Region sei ein «Hopp-oder-Top-Kriterium» bei der Standortwahl.

Die Finanzierungszusage des Bundes beweist für den VBB, dass die Investitionen der Länder Berlin und Brandenburg in die Planung der sogenannten i2030-Projekte Früchte tragen. «Für eine ganze Reihe von Schienenprojekten laufen die Planungen auf Hochtouren», erklärte VBB-Geschäftsführerin Ute Bonde. Der Verkehrsverbund hofft, dass viele weitere Förderzusagen des Bundes folgen, um Angebote im Regional- und S-Bahnverkehr ausbauen zu können.

Anbindung an ICE-Instandhaltungswerk

Die Bahn sieht einen positiven Nebeneffekt: Die Zweigleisigkeit verbessert die Anbindung an das neue ICE-Instandhaltungswerk in Cottbus, das im Januar den Betrieb aufnimmt und bis 2026 komplett fertiggestellt wird. Dort sollen zur Eröffnung die ersten 400 von 1200 Arbeitsplätzen entstehen. Die Fachkräfte kommen überwiegend aus der Lausitz, aber auch aus anderen Regionen.

Wirtschaft und Politik in Südbrandenburg sehen den Ausbau als einen der wichtigsten Punkte für Ansiedlung und Zuzug. Sie hatten die schleppenden Planungen des Bundes beim Ausbau kritisiert. Für die Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) und die Unternehmensverbände zeigt dieses Projekt, woran es in Deutschland bislang fehlt: an Tempo beim Infrastrukturausbau. «Mehr als zehn Jahre werden vergangen sein, bis das zweite Gleis Cottbus-Lübbenau realisiert ist. Zeithorizonte wie diese bringen das Land aber ins Hintertreffen und die Region mit Blick auf den Kohleausstieg 2038 in große zeitliche Bedrängnis», sagte IHK-Generalmanager Jens Krause.

Er verwies darauf, dass es sich um eines von zwölf Eisenbahnprojekten handelt, die im Strukturstärkungsgesetz verankert sind. «Bei drei Maßnahmen haben die Planungen bislang erst begonnen, bei zehn sind sie weiterhin offen.»

Auch für die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) geht der Ausbau nicht schnell genug. «In Berlin und Brandenburg gibt es eine Reihe ähnlicher Vorhaben. Hier brauchen wir endlich mehr Tempo beim Planen, Genehmigen und Bauen», erklärte UVB-Geschäftsführer Sven Weickert.

© dpa
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