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Bundeswehr hat Mali-Einsatz beendet

Die Bundeswehr hat ihr Lager im westafrikanischen Gao verlassen. Den erhofften Erfolg hat der UN-Einsatz nicht gebracht. Die Militärregierung des Landes hat sich Russland zugewandt.
Bundeswehr in Mali
Die Soldaten der Bundeswehr haben das Feldlager Camp Castor verlassen und beendet damit seinen UN-Einsatz in Mali. © Michael Kappeler/dpa

Die Bundeswehr hat ihren UN-Einsatz im westafrikanischen Mali nach mehr als einem Jahrzehnt beendet. Die letzten deutschen Soldaten der Friedensmission Minusma verließen ihr Feldlager Camp Castor am Rande des Flughafens der Stadt Gao, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen. Sie waren demnach unterwegs zu einem Zwischenstopp an der Atlantikküste und sollten erst im Laufe der Woche auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf landen.

In Mali endet damit nach Afghanistan der zweite große Einsatz der Bundeswehr außerhalb Europas. Der Auftrag in Westafrika galt zuletzt als gefährlichster Einsatz. Im Jahr 2017 starben zwei deutsche Piloten, als ihr Kampfhubschrauber vom Typ Tiger in Mali abstürzte. Zudem wurden bei einem Selbstmordanschlag 2021 insgesamt 12 deutsche Soldaten verwundet. Insgesamt waren nach Bundeswehrangaben über die Jahre addiert rund 20.000 deutsche Blauhelme in dem UN-Einsatz.

Das Feldlager wurde vor dem Abflug an Mali übergeben. Es war in den vergangenen Jahren Zentrum des deutschen Beitrags zu den UN-Truppen. Zu Wochenbeginn waren noch wenige deutsche Soldaten im bisherigen Führungsstab der Minusma in der Hauptstadt Bamako. Dort hatte die UN-Friedensmission gestern schon eine formale Abschlusszeremonie abgehalten. UN-Angaben zufolge waren Blauhelme aus 53 Staaten an der Mission beteiligt.

Außenminister von Mali: Blauhelme «Teil des Problems»

Malis Militärregierung hatte Mitte Juni den Abzug aller rund 12.000 UN-Friedenssoldaten gefordert und zuvor verstärkt die Zusammenarbeit mit Russland ausgebaut. Außenminister Abdoulaye Diop beschuldigte die Blauhelme, «Teil des Problems» geworden zu sein, anstatt ausreichend auf die Sicherheitslage reagiert zu haben. In einem im Mai veröffentlichten UN-Bericht wurde festgestellt, dass im Vorjahr in Mali bei einem Einsatz malischer Soldaten und mutmaßlich russischer Söldner Hunderte Zivilisten getötet worden waren.

Der UN-Sicherheitsrat brachte dann ein Ende der Minusma auf den Weg. Deutschland hatte bereits zuvor das Ende seiner Beteiligung an der Mission beschlossen. Zu Wochenbeginn hatten sich nach Angaben der Bundeswehr von den ursprünglich über 1000 Soldaten noch ungefähr 160 in Mali aufgehalten. Weitere 120 Männer und Frauen waren auf dem Lufttransportstützpunkt Niamey im Nachbarland Niger.

Der deutsche Abzug lief über Monate und war erschwert worden, nachdem es auch im an Mali angrenzenden Niger einen Militärputsch gab und die vorher guten Beziehungen komplizierter wurden.

Auf der nigrischen Seite der Grenze zu Mali steckt derzeit ein Transportkonvoi mit deutschen Militärgütern aus Gao in der Zollabfertigung fest. Im Feldlager in Gao ist Militärausrüstung zurückgeblieben, die erst noch mit einem zweiten Transport von einem Zivilunternehmen zurück in die Heimat gebracht werden soll.

Pistorius will Soldaten nach Ende von Mali-Einsatz empfangen

Nach dem Ende des UN-Einsatzes im westafrikanischen Mali will Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die rückkehrenden Soldatinnen und Soldaten am Freitag auf dem Fliegerhorst in Wunstorf bei Hannover in Empfang nehmen. Zur «Würdigung ihrer Leistungen» sei ein sogenannter Rückkehrerappell geplant, teilte die Pressestelle des Luftwaffengeschwaders 62 in Wunstorf mit.

© dpa
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