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Neuer greift sich EM-Ball: Kampf um Nummer eins entbrannt

Der Kampf um den EM-Platz im deutschen Tor verspricht jetzt schon Dramatik. Neuer oder ter Stegen? Es kann nur einen geben. Bundestrainer Nagelsmann steuert auf eine schwere Entscheidung zu.
Manuel Neuer
DFB-Keeper Manuel Neuer präsentiert den EM-Ball. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Als Marc-André ter Stegen im Frankfurter Herbstwind beim DFB-Training erstmals nach dem neuen EM-Ball hechtete, hatte Manuel Neuer in Berlin schon kräftig zugepackt.

Lächelnd, mit dem Spielgerät sicher in seinen Händen, posierte der Bayern-Torwart am Mittwoch direkt vor dem Berliner Olympiastadion. Der EM-Pokal stand hinter ihm in Reichweite mit der Final-Arena als Kulisse wie zur Abholung bereit. 

So diplomatisch sich Neuer, ter Stegen und auch Bundestrainer Julian Nagelsmann acht Monate vor dem Heimturnier noch geben wollen, die Bilder lassen keinen Zweifel: Der Zweikampf um den Platz im Tor der Fußball-Nationalmannschaft ist seit dem Club-Comeback von Neuer zehn Monate nach seinem schlimmen Beinbruch nun voll entbrannt. «Ich will in diesem Stadion spielen, weil hier das Finale ist. Wir wollen gemeinsam mit den Fans positive Emotionen in unserem Land schaffen und das große Ziel erreichen», sagte Neuer. 

Lob für Neuer von EM-Chef Lahm

Zufall oder nicht: Ausrüster und Ball-Fabrikant Adidas hatte seinen Werbeträger für die Ball-Präsentation neben Turnier-Chef Philipp Lahm ausgewählt. «Wenn er seine Leistung abrufen kann, ist er ein unglaublicher Torhüter, das hat er oft genug bewiesen», lobte der einstige Weltmeister- und Bayern-Kollege den 37 Jahre alten Schlussmann.

Obwohl Neuer nach Rücksprache mit Nagelsmann auf eine Teilnahme an den Länderspielen gegen die Türkei am Samstag (20.45 Uhr/RTL) in Berlin und drei Tage später in Österreich aus «medizinischen» Gründen noch verzichtete, ist der deutsche Rekord-Torwart nach 117 Länderspielen und sieben großen Turnieren in Serie noch lange nicht gewillt, eine mögliche Degradierung hinzunehmen. Dass İlkay Gündoğan jetzt schon zum EM-Kapitän ernannt wurde, kann der Langzeit-Spielführer verkraften. Die Binde war bei der WM in Katar ohnehin eher Bürde denn Lust. 

Der Zeitplan für das DFB-Comeback ist benannt. «Es ist natürlich mein Ziel, bei den März-Länderspielen wieder dabei zu sein. Da will ich ehrgeizig angreifen», sagte Neuer. Das DFB-Logo auf dem Trainings-Outfit unter seiner Winterjacke war dabei deutlich zu erkennen. Die Moderatorin der EM-Ball-Show hatte ihn als «immer noch besten Torwart der Welt» angekündigt. Neuer war in Berlin entspannt und selbstbewusst, nahm sich viel Zeit für Fotos mit Fans, posierte sogar für ein kleines Tanzvideo.

Die Symbolkraft: Neuer ist wieder da, obwohl er physisch noch nicht beim Nationalteam dabei ist. In seinen fünf Partien für den FC Bayern nach den zehn Monaten Pause wegen des komplizierten Beinbruchs zeigte er, dass die Rückkehr zu alter Stärke möglich ist. Sein Plus gegenüber ter Stegen bleibt, dass dessen konstant famose Leistungen beim FC Barcelona oft unter dem Radar der deutschen Fußball-Öffentlichkeit bleiben. 

Und die Bayern-Fraktion im DFB-Tross freut sich natürlich auch. «Er war jetzt ewig raus, kam zurück, hat direkt performt. Es gibt nicht viel, was Manuel nicht kann auf der Position, egal in welchem Alter, egal, wie lang er raus war», sagte Serge Gnabry auf dem DFB-Podium. 

Und Leon Goretzka wurde geradezu emotional. «Wie stark er da durchgezogen hat, vom Kopf her dran geblieben ist, immer dran geglaubt hat, zurückzukommen. Da kriege ich selbst, wenn ich drüber nachdenke, eine kleine Gänsehaut, dass er wieder mit uns auf dem Platz steht, wie er vorneweg marschiert», sagte der 28-Jährige.

Nagelsmann lässt alles offen

Nagelsmann ist Trainer-Profi genug, um sich alle Optionen offenzuhalten. Warum sollte er jetzt einen seiner Weltklasse-Torhüter verprellen? «Wir hoffen alle, dass er extrem konstant spielt bis zu nächsten Länderspielmaßnahme. Dann sind es schon wieder andere Vorzeichen», sagte der 36-Jährige über Neuer. Alles andere würde auch seinem Leistungsmantra widersprechen. Ter Stegen hält sich auch zurück. Clever genug, er ist ja, «aktuell», wie von Neuer geschickt konstatiert, die Nummer eins. 

Neuer gegen ter Stegen, das ist eine Langzeit-Story mit dem unrühmlichen Kapitel WM 2018. Auch damals vertrat ter Stegen den deutschen Rekordtorwart. Der Münchner kam kurz vor dem Turnier in Russland zurück und wurde vom damaligen Bundestrainer Joachim Löw wieder zur Nummer eins erklärt. Für das Teambuilding war das wohl ein Fehler. Ter Stegen hatte als Vertreter und Confed-Cup-Sieger 2017 ein gewisses Standing aufgebaut. 

Erinnerungen an Oliver Kahn

Möglicherweise wiederholt sich im Frühjahr 2024 deutsche Torwart-Geschichte vor einem Heim-Turnier. 2006 ernannte Bundestrainer Jürgen Klinsmann Jens Lehmann zur Nummer eins, der Furor aus dem Bayern-Lager um die langjährige Stammkraft Oliver Kahn war groß.

Doch der Titan reagierte clever, akzeptierte die Rolle als WM-Ersatzmann hinter dem ungeliebten Rivalen und sammelte dadurch öffentlich Pluspunkte beim Sommermärchen. Doch wäre auch Neuer zu so einer Rolle in der Lage? Bekanntermaßen ist der Münchner, so nett und smart er auftritt, ein Torwart-Kannibale, soll heißen, er will immer spielen. 

Ob er auch als Nummer zwei mit zur EM fahren würde, wurde Neuer am Mittwoch direkt gefragt? «Da habe ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht. Für mich ist es wichtig, dass ich jetzt zurückkomme. Der Kontakt zu Julian ist, dadurch, dass er bei Bayern mein Trainer war, sehr gut. Wir stehen da ständig im Austausch. Er ist auch sehr glücklich, dass es bei mir so gut angefangen hat», sagte der 37-Jährige.

Für Michael Ballack, unter Klinsmann einst Nachfolger von Kahn als DFB-Kapitän, ist ein Reservist Neuer nicht vorstellbar. «Er war jahrelang unantastbar. Wenn er jetzt beim DFB in eine neue Rolle schlüpfen müsste, fände ich das schwierig. Wenn Manuel Neuer zurückkommt, dann geht das nur als Nummer eins», sagte er der «Sport Bild». 

Die Aussicht auf eine Heim-EM löst bei Neuer aber natürlich große Vorfreude aus. «Es ist das erste Turnier für mich im eigenen Land. Das ist für uns alle etwas Besonderes, für die Fußball-Nation Deutschland. Und das will ich dann natürlich auch nutzen.»

© dpa ⁄ Arne Richter, David Langenbein und Jan Mies, dpa
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