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Rassistische Beleidigungen dämpfen Magdeburger Glücksgefühle

Der späte Treffer zum Ausgleich gerät schnell in den Hintergrund. Wegen eines verschossenen Elfmeters wird Luc Castaignos rassistisch beleidigt. Es habe ihn sehr getroffen, sagt sein Trainer.
1. FC Magdeburg - Holstein Kiel
Spieler von 1. FC Magdeburg bedanken sich bei den Zuschauern. © Andreas Gora/dpa

Nach der Freude über den Last-Minute-Punktgewinn gegen den Aufstiegskandidaten Holstein-Kiel machten sich beim 1. FC Magdeburg Wut und Entrüstung breit. Rassistische Beleidigungen gegen Luc Castaignos trübten das Stimmungsbild gehörig nach dem 1:1. «Luc ist sehr niedergeschlagen», sagte Trainer Christian Titz am Samstag dem MDR: «Bisher hat er solche Nachrichten sofort gelöscht, aber diesmal hat es ihn sehr getroffen, weil es ins Persönliche ging.»

Hoch- und Glücksgefühle nach dem Ausgleich des erst kurz vorher eingewechselten Zweitliga-Debütanten Emir Kuhinja in der fünften Minuten der Nachspielzeit waren erstmal dahin. Stattdessen veröffentliche der Verein noch am Freitagabend eine Stellungnahme mit einer klaren Botschaft: «Luc, wir stehen fest an Deiner Seite, der gesamte 1. FC Magdeburg lebt Vielfalt und Toleranz. Stoppt Rassismus, klare Kante gegen Rassismus!!!»

Castaignos war in der 52. Minute mit einem Elfmeter an Kiels Keeper Timon Weiner gescheitert. Nach der Partie wurde der 31 Jahre alte Niederländer, der seit gut einem Jahr für den 1. FCM spielt, in den sozialen Netzwerken rassistisch beleidigt. Einen entsprechenden Screenshot teilte Castaignos per Instagram. 

«Der 1. FC Magdeburg verurteilt diese Beleidigungen auf Schärfste und distanziert sich von der Person, die diese abscheulichen Sätze verfasst hat», erklärte der Club und kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen, «damit ein solches Verhalten bestraft wird». Diese Aufarbeitung wird also noch dauern und auf anderer Ebene geführt. 

Trainer Titz wird mit seiner Mannschaft sportlich vor allem den schwachen Auftritt in der ersten Halbzeit zügig analysieren müssen, denn am kommenden Samstag empfangen die Magdeburger Tabellenführer 1. FC St. Pauli. «Ich war selbst überrascht. Es ging dann darum, dass wir ansprechen: Wie wollen wir auftreten, wie wollen wir in unserem Spiel sein», berichtete Titz aus der Halbzeitpause. 

Was das Magdeburger Spiel in guten Momenten - etwa in der zweiten Halbzeit - auszeichnet, muss gegen den FC St. Pauli am besten über 90 Minuten klappen. Allerdings könnte die Bilanz gegen die Hamburger kaum schlechter sein, keines der bisherigen acht Pflichtspiele konnten die Magdeburger gegen den Kiez-Club gewinnen. 

Immerhin stehen in Herbert Bockhorn und Daniel Elfadli zwei zuletzt gesperrte Spieler wieder zur Verfügung. Außenverteidiger Leon Bell Bell könnte wohl auch wieder auflaufen. Wer die Sturmspitze besetzt, scheint allerdings völlig offen. Zumal Titz mit Last-Minute-Neuzugang Bryan Teixeira eine weitere Offensivkraft zur Verfügung steht. Der 23-Jährige schied am Samstagabend mit Kap Verde aus dem Afrika-Cup aus, traf als einziger seines Teams im Elfmeterschießen gegen Südafrika. 

© dpa ⁄ Malte Zander, dpa
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