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Scheue Säugetiere: Über 1000 Wildkatzen in Hessen

Sie sind selten und schnell, gelten als scheu und still: Inzwischen gibt es auch in Hessen wieder mehr Wildkatzen in den Wäldern. Was tun Naturschützer, um die Bestände der Sympathieträger auf vier Pfoten weiter zu stabilisieren?
Wieder mehr Wildkatzen in Hessen
Eine Wildkatze erkundet in einem Wald ihr Auswilderungs-Gehege. © Fredrik von Erichsen/dpa/Symbolbild

Ein Jahrhundert lang haben sie als gefährdet gegolten. Nun durchstreifen Schätzungen zufolge wieder mehr als 1000 Wildkatzen Hessens Wälder. Das sagte Susanne Steib vom hessischen Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur. «Die Wildkatze ist definitiv im Aufwind.» Bundesweit gebe es wohl wieder 5000 bis 7000 der scheuen und geschützten Säugetiere, womöglich sogar um die 10.000.

Hessen und das benachbarte Rheinland-Pfalz sind die waldreichsten Bundesländer und gehören zu den Schwerpunkten des deutschen Wildkatzenbestands - die Sympathieträger auf vier Pfoten bevorzugen strukturreiche Wälder mit Lichtungen und heckenreichen Säumen. Dort leben besonders viele Mäuse als Hauptnahrung der Wildkatzen, welche sich hier gut verstecken und sicher ihre Jungen aufziehen können.

Laut Steib, Managerin für Wildtierprojekte im BUND Hessen, sieht das Projekt «Wildkatzenwälder von morgen» von 2022 bis 2028 in zahlreichen Bundesländern etwa die Schaffung von mehr gestuften Waldrändern und von mehr Mischwald auf sturmgeschädigten Kahlflächen vor. «Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe», sagte die Expertin. Solche strukturreichen Naturflächen böten Wildkatzen mehr Lebensraum und seien mit mehr Artenvielfalt widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels.

In Zusammenarbeit etwa mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst würden bei dem Projekt zudem Totholzhaufen für die Aufzucht kleiner Wildkatzen geschaffen sowie alte sogenannte Knotengitterzäune in Wäldern entfernt, an denen die Säugetiere hängen bleiben und verenden können.

In Hessen gibt es dem BUND zufolge zwei große Wildkatzengebiete: das Bergland im Nordosten sowie den Taunus im Südwesten. In anderen Bereichen des Landes leben diese Tiere ebenfalls, doch es lassen sich weniger Exemplare nachweisen, beispielsweise in den hessischen Teilen des Rothaargebirges, der Rhön und des Odenwaldes.

Nach früheren Angaben des Forstamtes Weilrod im Hochtaunuskreis bringt der Klimawandel der Wildkatze vorerst Vorteile: Die dürrebedingt entstandenen neuen Freiflächen in Wäldern vergrasen und ziehen viele Mäuse an. Zudem fänden Wildkatzen auch in den oft milderen Wintern mit weniger Schnee mehr Nahrung.

Ihr großer Feind ist laut Expertin Steib der Autoverkehr, dem viele der Säugetiere zum Opfer fallen. Zudem zerschneiden Verkehrswege die Rückzugsgebiete der scheuen Jäger, die somit oft in weitgehend isolierten Populationen leben. Die Vernetzung dieser Flächen etwa mit Grünbrücken über Straßen gilt als Abhilfe, die jedoch aufwendig ist.

Die Säugetiere verlassen ihre Verstecke meist nur nachts, um als Einzelgänger in einem ausgedehnten Gebiet auf Mäusejagd zu gehen. Wildkatzen fressen aber auch Vögel und Frösche. Sie werden bis zu 80 Zentimeter lang und sind somit kaum größer als Hauskatzen, haben aber einen dickeren Schwanz mit einem stumpfen Ende. Von Laien werden sie oft mit den Stubentigern verwechselt.

© dpa
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