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Zu wenig Personal: BVG streicht erneut Bus-Angebot zusammen

Für die Verkehrswende ist ein starker öffentlicher Nahverkehr erforderlich - und der wiederum braucht viele zuverlässige Fahrerinnen und Fahrer. Weil diese fehlen, sieht sich die BVG zu einem tiefgreifenden Schritt gezwungen.
Bus der BVG in Berlin
Ein Bus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fährt am Zoologischen Garten vorbei. © Jörg Carstensen/dpa

Schichtbetrieb, Dienste auch frühmorgens und mitten in der Nacht, immer wieder auch Auseinandersetzungen mit genervten Fahrgästen: Die Arbeitsbedingungen für Busfahrerinnen und Busfahrer sind nicht leicht. Im öffentlichen Personennahverkehr gibt es inzwischen einen akuten Mangel - dabei sind die Fahrer wichtig für die Verkehrswende und eine Verlagerung des Verkehrs vom Auto auf Busse und Bahnen. Statt einem Mehr an ÖPNV werden die Berliner Verkehrsbetriebe aufgrund des Personalmangels nun ihr Angebot an Busfahrten ausdünnen. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit.

«Aktuell fehlen uns ungefähr 350 Fahrerinnen und Fahrer, um den Regelfahrplan abdecken zu können» sagte BVG-Betriebsvorstand Rolf Erfurt dazu in Berlin. Die Arbeitsmarktlage sei für die gesamte ÖPNV-Branche sehr angespannt, die Fluktuation gestiegen. Es gebe einen harten Wettbewerb um Fahrer, teils über die Löhne, teils auch über Prämien. Mit der Fahrplanausdünnung will die BVG nun die Zahl «spontaner Ausfälle etwa wegen Krankmeldungen» reduzieren und «wieder Verlässlichkeit ins System bringen».

Genaue Übersicht zur Fahrplanausdünnung fehlt noch

Die Verkehrsbetriebe bieten bereits jetzt 2,5 Prozent weniger Buskilometer an als eigentlich vorgesehen. Für das kommende Jahr war eigentlich geplant, rund 100 Millionen Buskilometer zu fahren. Durch die Ausdünnung werden es nun absehbar rund 94 Millionen Kilometer, also insgesamt sechs Prozent weniger.

Nach Unternehmensangaben sollen die Fahrpläne vor allem außerhalb der Stoßzeiten angepasst werden. «Anpassungen wird es vorrangig dort geben, wo das Netz besonders dicht ist», teilte die BVG mit. Betroffen seien auch die eher von Touristen nachgefragten Linien 100, 200 und 300. Wo möglich sollen größere Fahrzeuge eingesetzt werden. Große Schulstandorte oder Kliniken sollen unverändert gut angebunden bleiben. «Es werden weiterhin alle 6500 Halte regelmäßig angefahren», betonte Erfurt.

Eine genaue Übersicht, welche Linien zu welchen Uhrzeiten ausgedünnt werden, gibt es noch nicht. Sie soll bis 14 Tage vor dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember vorliegen.

Schreiner: Fahrplanausdünnung ist eine bittere Nachricht

Verkehrssenatorin Manja Schreiner bezeichnete die Ausdünnung als «ganz bittere Nachricht» und forderte die Verkehrsbetriebe auf, ihre Probleme schnell in den Griff zu kriegen. «Die BVG hat mit dem Land Berlin einen Verkehrsvertrag mit zugesagten Leistungen abgeschlossen. Dafür erhält sie vom Land Berlin Geld, und diesen Vertrag muss sie schnellstmöglich wieder vollumfänglich erfüllen», betonte die CDU-Politikerin.

Bereits seit 14 Monaten fahre die BVG einen Ausnahmefahrplan, die getroffenen Gegenmaßnahmen seien offensichtlich noch nicht ausreichend. «Ich setze darauf, dass die BVG konkrete Maßnahmen umsetzt, um schnell zu einem zuverlässigen und leistungsfähigen Angebot zurückzukehren.»

Das Unternehmen selbst kündigte an, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch aktiver Personal angeworben werden soll als bisher schon. «Ziel ist es, 2024 rund 950 Fahrerinnen und Fahrer einzustellen», sagte Erfurt. «Wir haben die Kapazitäten in den Fahrschulen hochgefahren und können pro Jahr bis zu 800 Kolleginnen und Kollegen zu Fahrern ausbilden. Wir werden darüber hinaus versuchen, ungefähr 150 Menschen mit Bus-Führerschein einzustellen.»

BVG hofft auf mehr Busspuren und mehr Ampel-Vorrangschaltungen

Im laufenden Jahr seien bisher 500 Busfahrerinnen und Busfahrer eingestellt worden - und damit 25 Prozent mehr als 2022. «Das Ziel für das gesamte Jahr waren 650 und wir werden bis Jahresende wohl bei 630 landen», sagte Erfurt. Busfahrerinnen Busfahrer bekommen laut Erfurt bei der BVG 17,50 Euro pro Stunde. Der Tarifvertrag sieht zudem Zuschläge unter anderem für Nacht- und Wochenendarbeit vor

Die BVG hofft aber auch auf mehr Unterstützung vom Land, um auf den Straßen der Hauptstadt schneller voranzukommen. Die reale Geschwindigkeit im Busverkehr liege bei durchschnittlich 17,8 Stundenkilometern - statt 18,9 Stundenkilometern, die im Fahrplan angenommen werden. «Eine Verringerung der geplanten Reisegeschwindigkeit um einen Stundenkilometer hat einen Personalmehrbedarf von etwa 100 Fahrpersonalen zur Folge», teilte das Unternehmen mit. Kurz- und mittelfristige Lösungen könnten weitere Busspuren und Ampel-Vorrangschaltungen sowie bauliche Veränderungen an Haltestellen für eine störungsfreie An- und Abfahrt sein.

© dpa
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