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Schlägerei im Ankunftszentrum Tegel mit rund 100 Beteiligten

In der Unterkunft für Geflüchtete am ehemaligen Flughafen Tegel leben rund 5000 Menschen auf engstem Raum zusammen. Und das monatelang. Konflikte bleiben dabei nicht aus. Nun sind sie eskaliert.
Sitzung des Berliner Senats
Cansel Kiziltepe (SPD), Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, spricht. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe hat nach gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Unterkunft für Geflüchtete am ehemaligen Flughafen Tegel Aufklärung zugesichert. «Wir gehen diesen Auseinandersetzungen gemeinsam mit allen Beteiligten, mit dem Betreiberkonsortium, dem Sicherheitspersonal, der Polizei, dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, sehr schnell auf den Grund», sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag bei der Plenarsitung im Abgeordnetenhaus.

Kiziltepe weist auf Konsequenzen hin

Kiziltepe bezog sich dabei auf einen Vorfall in der Nacht zum Montag, als es in Tegel zu einer Schlägerei kam. Nach den ersten Gesprächen etwa mit dem Sicherheitsdienstleister und der Polizei habe es bereits Konsequenzen gegeben. Die beteiligten Gruppen seien getrennt worden. «Es gab auch einige Hausverbote», sagte Kiziltepe. Über weitere Vorfälle habe sie bisher keine Kenntnis. Die Auseinandersetzung in der Nacht zum Montag sei in diesem Ausmaß ein Einzelfall gewesen. Zuvor hatte der «Tagesspiegel» darüber berichtet.

Einem Sprecher der Berliner Polizei zufolge gab es an zwei Tagen größere Einsätze im Ankunftszentrum auf dem Gelände des früheren Flughafens im Nordwesten Berlins. Es sei dabei um mehrere Schlägereien mit insgesamt sieben Verletzten gegangen, von denen einer ins Krankenhaus gekommen sei.

Polizei spricht von zwei Einsätzen in Tegel

In der Nacht von Sonntag auf Montag waren es der Polizei zufolge fünf Verletzte. Demnach kam es zunächst zu kleineren Auseinandersetzungen, dann zu einer größeren Schlägerei zwischen einer kurdischen und einer arabischstämmigen Gruppe. An dieser seien rund 100 Menschen beteiligt gewesen, die zum Teil auch Messer gehabt hätten.

Die Hintergründe der Auseinandersetzung, die gegen zwei Uhr nachts begonnen habe, wird dem Polizeisprecher zufolge noch untersucht. Das gilt auch für die Frage, welche Rolle das Wachpersonal dabei spielte. Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen eines besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs. Der Einsatz der Polizei sei erst gegen 8.30 Uhr beendet gewesen.

Ein Verletzter bei erneuter Auseinandersetzung

Einen weiteren Einsatz gab es nach Angaben der Polizei am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr. Dabei sei es zunächst um eine Auseinandersetzung mit rund 20 Beteiligten gegangen. Ein 19 Jahre alter Syrer wurde verletzt, tatverdächtig ist ein Türke (36). Dieser soll bereits am Montag in die Auseinandersetzungen verwickelt gewesen sein und dabei auch zweimal verletzt worden sein. An Dienstag wurde die Polizei später mit dem Hinweis alarmiert, es gebe eine Schlägerei mit 300 Beteiligten. Die Beamten hätten jedoch nichts dergleichen vorgefunden. Die Stimmung sei aber aufgeheizt gewesen und eine Halle geräumt worden.

«Ich möchte hier klarstellen, dass es natürlich in solchen Großunterkünften, die nicht unser Wunsch sind, zu sozialen Konflikten kommen kann», sagte Kiziltepe. «Das ist nicht auszuschließen, weil so viele Menschen - knapp über 5000 - in dieser Einrichtung leben auf engstem Raum, monatelang, nicht tagelang wie ursprünglich geplant.»

© dpa
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