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Hauskatzen und Wildkatzen mischten sich lange kaum

Fast gleich groß und genauso niedlich: Wildkatzen scheinen Hauskatzen sehr ähnlich zu sein. Und doch hatten die beiden Arten über Jahrhunderte kaum Interesse an Liebeleien. Unter einer bestimmten Bedingung aber kann die Rate der Kreuzungen rapide steigen.
Katze
Eine junge Katze ist auf einer Dorfstraße zu sehen. © Patrick Pleul/dpa

Haus- und Wildkatzen hatten lange Zeit kaum Interesse an einer Paarung und gingen sich lieber aus dem Weg. Das haben genetische Analysen eines internationalen Forscherteams um den Paläontologen Laurent Frantz von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Greger Larson von Universität Oxford ergeben.

Die Hauskatze (Felis catus) ist die Haustierform der afrikanischen Falbkatze, sie gelangte vor mehr als 2000 Jahren über den Nahen Osten nach Europa. Seitdem lebt sie im gleichen Verbreitungsgebiet wie die Europäische Wildkatze (Felis silvestris).

Die Expertinnen und Experten analysierten nun das Genom von Wild- und Hauskatzen, wie die LMU mitteilte. Darunter waren 48 aktuelle Proben und 258 bis zu 8500 Jahre alte Proben aus archäologischen Stätten. Untersucht wurde, ob und in welchem Ausmaß Kreuzungen stattgefunden haben. Das Ergebnis: Haus- und Wildkatzen haben in der Regel eine Paarung vermieden.

Bis heute lasse sich die Abstammung der meisten modernen Hauskatzen zu weniger als zehn Prozent auf Wildkatzen zurückführen, hieß es weiter. «Unsere Studien zeigen, dass die Biologie der Hauskatzen so weit von der der Wildkatzen abweicht, dass sie sich normalerweise nicht kreuzen würden», sagte Frantz. «Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich Hauskatzen und Wildkatzen an sehr unterschiedliche ökologische Nischen angepasst haben und ein unterschiedliches Verhalten an den Tag legen: Wildkatzen sind Einzelgänger, während Hauskatzen in viel größerer Dichte leben können.»

Allerdings: Wenn Wildkatzen unter Druck geraten und ihre Population gefährdet ist, fördert das die Vermischung mit der Hauskatze. Das konnten Forschende der Universität Bristol speziell für den schottischen Wildkatzen-Bestand nachweisen. An der Studie war Frantz ebenfalls beteiligt. Die Rate der Kreuzungen könne dann rapide ansteigen. «Diese Hybridisierung ist eine Folge der modernen Bedrohungen. Lebensraumverlust und Verfolgung haben die Wildkatze in Großbritannien an den Rand des Aussterbens gebracht», sagte Jo Howard-McCombe, Erstautorin der Studie.

Die schottischen Wildkatzen sind den Angaben zufolge die am stärksten bedrohte Population in ganz Europa. Für Deutschland deuten die Ergebnisse darauf hin, dass hier die Populationen wahrscheinlich noch nicht so schnell abnehmen und daher noch nicht dem gleichen Druck ausgesetzt sind. «Wir bräuchten mehr genomische Daten, um die Situation in Zukunft überwachen können und zu verhindern, dass wir mit den gleichen Problemen wie in Schottland konfrontiert werden», sagte LMU-Forscher Frantz.

© dpa
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