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«Definitiv zu wenig»: BVB zurück in Bundesliga-Tristesse

Grau ist der Bundesliga-Alltag von Borussia Dortmund. Der Befreiungsschlag beim FC Augsburg bleibt aus. Dortmunds Trainer Edin Terzic kämpft gegen Spekulationen.
FC Augsburg - Borussia Dortmund
Dortmunds Donyell Malen (l) versucht den Ball vor Augsburgs Mads Pedersen (r) zu behaupten. © Tom Weller/dpa

Nach dem Power-Auftritt in der Champions League gegen Kylian Mbappé & Co. hat Borussia Dortmund wieder sein tristes Bundesligagesicht gezeigt.

Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic kam beim FC Augsburg nicht über ein ernüchterndes 1:1 (1:1) hinaus und verpasste trotz dicker Chancen in den packenden Schlussminuten die Flucht aus ihrem Krisenmodus.

«Das Ergebnis ist definitiv zu wenig», räumte der Dortmunder Coach nach nur einem Sieg aus sieben Partien in der deutschen Eliteklasse ein. «Es ist wieder einmal nicht leicht zu erklären.» Er wolle aber weiter «keine Ausreden» suchen. «Es hilft nichts zu jammern.» Dabei wäre genau das die treffende Stimmungslage bei aktuell zehn Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen, wodurch das Sehnsuchtsziel Meisterschaft im Grunde abgehakt werden kann.

Brandt: «Es wirkt alles sehr schwer, sehr gezwungen»

Die lange zielstrebigeren Augsburger erkämpften sich eine Woche nach der ersten Niederlage unter Trainer Jess Thorup bei Werder immerhin einen Mut-Punkt. Zum Jahresabschluss müssen sie am Mittwoch beim starken VfB Stuttgart antreten. «Es war wichtig für mich, dass wir eine Reaktion auf das Spiel in Bremen gezeigt haben», lobte der Däne seine Mannschaft.

Die Dortmunder werden schon am Dienstag gegen den FSV Mainz 05 mit ihrer am letzten Spieltag der vergangenen Saison verspielten Meisterschaft konfrontiert. «Es wirkt alles sehr schwer, sehr gezwungen», sagte Mittelfeldspieler Julian Brandt. «Es ist harter Granit, auf den wir momentan beißen.»

Nach einem rustikalen Laufduell mit Nico Schlotterbeck brachte Kapitän Ermedin Demirovic die Augsburger in der 23. Minute in Führung. Sein achtes Saisontor vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK Arena hielt auch der Prüfung durch den Video-Schiedsrichter stand.

Dauerläufer Donyell Malen (35.) stellte nach einem Doppelpass mit Niclas Füllkrug den Ausgleich her, verpasste aber mehrmals die greifbare Entscheidung (64., 86., 88.). Augsburgs Torwart Finn Dahmen (88.) lenkte kurz vor dem Ende einen Seitfallzieher Füllkrugs noch reaktionsschnell an den Pfosten.

Terzic wird mit Spekulationen konfrontiert

Die frostige Atmosphäre beim BVB schürt auch Gerüchte über die Zukunft von Terzic. So brachte TV-Experte Jan Aage Fjörtoft rund um das leidenschaftliche Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen Paris Saint-Germain (1:1) auf der Plattform X Spekulationen in Umlauf, der wiederum bei Manchester United stark in der Kritik stehende Erik ten Hag könnte der neue Coach in Dortmund werden.

Wie solle er das ausblenden, wenn er danach gefragt werde, wollte Terzic vor dem Anpfiff beim TV-Sender Sky wissen. «Das ist etwas, das ich nicht stoppen kann. Ich kann nicht beeinflussen, welche Fragen Sie stellen, aber ich kann beeinflussen, wie ich damit umgehe. Ich bin jemand, der gerne vorweggeht. Ich übernehme gerne Verantwortung und kämpfe auch gerne», erklärte Terzic. Wichtig sei für ihn, was die Mannschaft und die Kollegen aus seinem Umfeld über ihn denken würden. «Und die geben mir ein gutes Gefühl», versicherte Terzic.

Nachdem der Spielbeginn im Zeichen von Fan-Protesten gegen den Investoren-Deal der Deutschen Fußball Liga stand, trübte sich die Laune des Dortmunder Trainers in Augsburg erstmal. Demirovic setzte sich robust gegen Schlotterbeck durch und versenkte cool zur Führung der Hausherren. Ein öffnender Pass von Marco Reus auf Malen, der den Ball an Stürmer Füllkrug prallen ließ, brachte kurz danach den Ausgleich durch den Niederländer.

Mit gleich drei gefährlichen Aktionen läutete Augsburgs Stürmer Phillip Tietz den Start in die zweite Hälfte ein. Obwohl die Dortmunder ihr Gastspiel in Schwaben als richtungweisend für die Bundesliga auserkoren hatten, war von unbedingtem Feuereifer weiter nicht viel zu sehen. In der Schlussphase sorgten Chancen auf beiden Seiten nochmal für Raunen auf den Rängen.

© dpa ⁄ Martin Moravec, dpa
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