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Größere Städte verzeichnen weiter Kirchenaustritte

Die großen christlichen Kirchen verlieren auch in Thüringens größeren Städten weiter Mitglieder. Doch im noch laufenden Jahr scheint die Entwicklung an Dynamik zu verlieren.
Kirche
Eine christliche Kirche im Morgengrauen. © Bernd Wüstneck/dpa/Symbolbild

Die Standesämter Thüringens größeren Städte haben im noch laufenden Jahr bislang kaum einen Anstieg bei Kirchenaustritten verzeichnet.

In der Landeshauptstadt mit ihren rund 215.500 Einwohnerinnen und Einwohnern scheint es sogar eine rückläufige Entwicklung zu geben: Bis zum Stichtag 15. Dezember haben in Erfurt im noch laufenden Jahr 1040 Menschen die Kirche verlassen. 2022 beurkundete das Standesamt 1115 Austritte. Auch in Gera zeichnet sich ein Trend wie in Erfurt ab: Dort haben zum Stichtag 15. Dezember mit 176 sogar etwas weniger Menschen die evangelischen und katholischen Kirchen verlassen als im gesamten Jahr 2022. Damals traten 193 aus, wie es hieß.

In Weimar ist die Zahl der Kirchenaustritte in diesem Jahr (278) verglichen mit 2022 (285) bislang etwa gleich geblieben. In Jena traten 2022 rund 570 Menschen aus den Kirchen aus. Die Stadtverwaltung geht dort allerdings davon aus, dass es bis Ende 2023 sogar etwas mehr Austritte als im Vorjahr werden.

Gründe für die Austrittsentscheidung

Die Stadtverwaltung in Gera nannte vor allem zwei Gründe, weshalb sich die Menschen dort von der Kirche abwandten: Mit dem Austritt falle die Kirchensteuer weg, zudem reagierten die Menschen damit auf die sexuellen Übergriffe in den Kirchen und wie mit diesen umgegangen werde. Auch wenn Angaben zu den Gründen für die Entscheidung nicht nötig sind, nennen einige Betroffene ihre Motivation, hieß es auch aus Erfurt. Dort hätten die Menschen etwa Enttäuschung, aber auch persönliche und finanzielle Gründe genannt.

Nicht alle Städte schlüsseln die Austritte nach der Konfession aus. Auch Daten zu den jeweiligen aktuellen Mitgliederzahlen der Kirchen liegen den Verwaltungen nicht vor.

Zahlen der Kirchen

Die großen christlichen Kirchen selbst hatten im Sommer ihre aktuellsten Mitgliederzahlen vorgelegt. Die katholischen Bistümer im Freistaat verzeichneten 2022 nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) 2662 Austritte. Damit ging die Zahl der Katholiken thüringenweit auf nur noch 153.825 zurück. 2021 hatte die Katholische Kirche in Thüringen 1846 Austritte gezählt.

Der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), die Gemeinden vor allem in Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch einige in Sachsen und Brandenburg umfasst, gehörten im vergangenen Jahr 615.855 Menschen an. Die Zahl sank damit im Vergleich zum Vorjahr um 21.794 Kirchenmitglieder (2021: 637.649). Ausgetreten sind laut EKM im vergangenen Jahr 9666 Menschen - im Jahr 2021 waren es 7678.

© dpa
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