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Millionen-Coup von Emmerich: Angeklagte auf Kaution frei

Nach dem hollywoodreifen Millionenraub von Emmerich vor drei Jahren drohen den sieben Angeklagten in Polen bis zu 15 Jahre Haft. Trotzdem kamen sie auf Kaution frei. Einer hat sich möglicherweise abgesetzt - ihn sucht neben der Polizei auch die Unterwelt.
Gericht
Akten liegen vor einem Prozess in einem Landgericht auf dem Tisch. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Nach dem spektakulären Millionen-Einbruch in das Zollamt Emmerich 2020 sind alle sieben Angeklagten gegen Kaution auf freiem Fuß. Die Männer seien bereits vor Monaten aus der Untersuchungshaft freigekommen, bestätigte ein Sprecher des Bezirksgerichts im polnischen Jelenia Gora am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Prozess wird in Polen geführt, wo die Angeklagten festgenommen worden waren. Nächster Verhandlungstag ist laut Gericht der 20. Dezember. Der Prozess läuft seit Anfang Juni.

Laut einem Bericht der polnischen Zeitung «Gazeta Wyborcza» (Mittwoch) soll sich einer der Angeklagten ins Ausland abgesetzt haben - möglicherweise nach Kroatien. Er werde von der Polizei gesucht, weil seine Familie ihn als vermisst gemeldet hat, sei aber nicht zur Fahndung ausgeschrieben. Zugleich werde er wegen der Verteilung der Beute von «kriminellen Gruppen» verfolgt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Verteidigerin des Mannes und einen Beteiligten des spektakulären Raubes.

Bei dem Fall sollen laut Ermittlungen drei Täter am Allerheiligen-Feiertag 2020 in das zu diesem Zeitpunkt unbewachte Amt am Niederrhein eingebrochen und mit knapp 6,5 Millionen Euro Beute verschwunden sein. Ein Beteiligter stand vor dem Zollamt Schmiere. Den Angeklagten drohen nach polnischem Recht Strafen von bis zu 15 Jahren Haft.

Die Einbrecher hatten laut den Ermittlungen in hollywoodreifer Manier eine Wand im Keller des Gebäudes neben dem Tresorraum durchbohrt. Zu den Angeklagten zählt der mutmaßliche Tippgeber, der laut Anklage deutscher Zoll-Mitarbeiter war und auch die polnische Staatsangehörigkeit hat.

Im Mai 2022 waren nach aufwendigen Ermittlungen vier Verdächtige in Görlitz festgenommen worden. Gut vier Wochen später folgten drei weitere Festnahmen.

Die polnische Zeitung berichtet unter Berufung auf den Tatbeteiligten, dass der Zollbeamte als Tippgeber 1,5 Millionen Euro aus der Beute bekommen sollte. Der jetzt verschwundene Angeklagte habe ihm aber nur 500 000 Euro übergeben. Daraufhin habe der geprellte Zollbeamte in der Unterwelt nach seiner Million gesucht.

Laut dem Zeitungsbericht, der zunächst weder von den polnischen Behörden noch von der Staatsanwaltschaft Kleve bestätigt wurde, sollen die Millionen Euro in Säcken in dem Tresorraum gelagert worden sein. Ein Tresor in dem Raum sei leer gewesen. Die Täter hätten stundenlang und zunächst erfolglos gebohrt, um durch die Wand in den Raum zu kommen. Dann hätten sie in einer Ecke der Wand Schimmel entdeckt und es dort versucht. An dieser Stelle sei der Durchbruch geglückt.

Während die Einbrecher unten arbeiteten, habe der Mittäter, der Schmiere stand, frierend vor dem Zollamt gestanden, berichtet die Zeitung. Eine alte Dame aus einem Pflegeheim gegenüber habe Mitleid gehabt und ihn mit heißem Tee versorgt, ohne zu ahnen, mit wem sie es zu tun hatte.

© dpa
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