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Lagerhallen geplündert? Brüder vor Gericht

Als Mitglieder einer Einbrecherbande sollen zwei Brüder über Monate an Einbrüchen in Lagerhallen beteiligt gewesen sein. Vor Gericht legen sie ein Teilgeständnis ab.
Landgericht Konstanz
Der Schriftzug «Landgericht» ist am Eingangsbereich des Gerichts auf einer Glastür zu sehen. © Silas Stein/dpa

Zig E-Bikes, Rasierapparate, Baumaschinen und andere wertvolle Gerätschaften sollen sie erbeutet haben: Zwei Brüder stehen seit Dienstag in Konstanz vor dem Landgericht, weil sie als Mitglieder einer fünfköpfigen Bande an mehreren Einbrüchen in Lagerhallen beteiligt gewesen sein sollen. Dabei sollen die 30 und 31 Jahre alten Angeklagten mit ihren Komplizen Diebesgut im Wert von rund 1,7 Millionen Euro erbeutet haben. Die Ware war laut Anklagebehörde für den Weiterverkauf bestimmt.

Zum Prozessbeginn legten die angeklagten Männer über ihre Anwälte Teilgeständnisse ab. Sie seien vor allem nur Schmiere gestanden bei den Taten im vergangenen Jahr. Der 30-Jährige ließ erklären, dass er von der Beute nichts gehabt habe. Seine Beteiligung bereue er trotzdem. Sein älterer Bruder räumte auch ein, in manchen Fällen Schmiere gestanden zu sein. Er habe lediglich bei einem Verkauf 3000 Euro kassiert.

Anders sieht das die Staatsanwaltschaft. Sie geht davon aus, dass die Männer das Diebesgut gewinnbringend verkaufen wollten, um ihren Lebensstandard zu finanzieren. Die Anklagebehörde wirft den Männern schweren Bandendiebstahl vor. Die Taten sollen sich zwischen August und November 2022 im Landkreis Konstanz und im Schwarzwald-Baar-Kreis abgespielt haben.

Vor Gericht geht es um sieben Einbrüche. Der 30-Jährige muss sich wegen fünf davon verantworten. Dem 31-Jährigen werden alle sieben Taten zur Last gelegt. Die Männer hatten laut Staatsanwältin nicht alleine agiert. Die drei übrigen mutmaßlichen Bandenmitglieder würden derzeit durch die Staatsanwaltschaft gesondert verfolgt. Einer von ihnen sei bereits in U-Haft.

Die Bande war im Mai dieses Jahres aufgeflogen. Die Beute hatten die mutmaßlichen Täter Ermittlern zufolge in einem Wohnanwesen im Landkreis Tuttlingen deponiert. Beim Abtransport des Diebesguts war laut Polizeimitteilung vom Mai ein Lastwagen nötig.

Der Prozess sollte eigentlich bis Dezember gehen. Doch nach einem Rechtsgespräch zwischen der Kammer, der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft zu Prozessbeginn könnte das Verfahren auch schon am 23. November nach einer Zeugenaussage enden.

An dem Tag droht dem 31-Jährigen eine Verurteilung von bis zu vier Jahren und acht Monaten. Seinem jüngeren Bruder drohen bis zu sieben Jahre und zehn Monaten. Er war laut Gericht vor wenigen Monaten schon wegen Körperverletzung rechtskräftig zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die beiden Strafen würden zu einer neuen Gesamtstrafe zusammengefasst werden, erklärte der Vorsitzende Richter.

© dpa
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