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Weil: Wünsche mir kein Stehplatz-Verbot in Stadien

Die Bilder von Ausschreitungen in Fußballstadien haben Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil erschüttert. Der große Fan von Hannover 96 sieht jetzt die Vereine in der Pflicht.
Landtag Niedersachsen
Stephan Weil (r, SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, hält im Landtag Niedersachsen eine Regierungserklärung. © Philip Dulian/dpa

In der Debatte um Gewalt in Fußballstadien hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil die Vereine aufgefordert, für mehr Sicherheit zu sorgen. «Wir müssen da über alles reden, auch über personalisierte Tickets oder mehr Videoüberwachung», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Man solle zudem in andere Länder schauen, etwa nach Großbritannien, wo man sich nach Problemen mit Hooligans in den 1980er Jahren dazu entschieden habe, nur noch Sitzplätze anzubieten. «Ich wünsche mir das für deutsche Stadien nicht. Wenn aber die Sicherheit der Zuschauer und der Polizei anders nicht gewährleistet werden kann, dann muss auch das eine Option sein», sagte Weil, der selbst großer Fan von Hannover 96 ist.

Fußballvereine der englischen Premier League dürfen erst seit 2022 unter Voraussetzungen wieder eine begrenzte Anzahl von Stehplätzen im Stadion regulär anbieten. Diese waren zuvor mehr als 25 Jahre lang gesetzlich verboten. Das Verbot ging im Wesentlichen auf die Hillsborough-Katastrophe in Sheffield im Jahr 1989 zurück. Damals war es auf einer überfüllten Tribüne zu einem Massengedränge mit 97 Toten gekommen. Nach jahrelangem Streit um die Schuldfrage entschied ein Gericht im Jahr 2016, dass die Katastrophe kein Unfall war, sondern die Polizei durch Fehlverhalten eine Mitschuld trug.

Zur deutschen Debatte um eine Weitergabe der Polizeikosten an die Fußballvereine sagte Weil: «Die richtige Arbeitsteilung muss sein: Die Polizei ist zuständig für Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum, aber innerhalb des Stadions sind die Veranstalter in der Pflicht.» Bisher legt nur Bremen die Polizeikosten auf den Verein um.

Anfang Dezember hatten auch die Innenminister von Bund und Ländern die Profivereine und die Deutsche Fußball Liga (DFL) aufgefordert, mehr gegen Gewalt in den Stadien zu unternehmen. Der Deutsche Fußball-Bund hatte als Reaktion auf Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizei beide Seiten zu einem respektvolleren Umgang miteinander aufgerufen.

In Niedersachsen sorgten vor allem Ausschreitungen beim Zweitliga-Derby Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig im November für Empörung. Innenministerin Daniela Behrens sagte, die Polizei habe dort 2000 Einsatzkräfte, Reiterstaffeln, Hubschrauber und Drohnen eingesetzt. «Wir hatten Gesamtkosten von über einer Million Euro für den Polizeieinsatz, und wir hatten trotzdem einen großen Scherbenhaufen», sagte die SPD-Politikerin und verwies auf verletzte Polizisten, Zerstörung im Stadion und Pyrotechnik in den Fanblöcken.

Die Vereine seien daher in der Pflicht, die Sicherheitsvorkehrungen mit baulichen Maßnahmen, strengeren Einlasskontrollen und konsequenten Stadionverboten zu verbessern, sagte Behrens. Für die weitere Betrachtung werde das Derby-Rückspiel im April in Braunschweig ein Knackpunkt. Wenn die Sicherheit dann nicht gewährleistet sei, müsse man in letzter Konsequenz auch über Gebühren für die Polizeieinsätze nachdenken, sagte die Ministerin.

Im kommenden Jahr findet in Deutschland die Fußball-Europameisterschaft statt. In Niedersachsen werden dabei jedoch keine Spiele ausgetragen.

© dpa
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