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Demonstranten blockieren Presseverteilzentrum

Sie sind unzufrieden mit der Berichterstattung über die Bauern-Proteste. Demonstranten haben deshalb in Hamburg ein Presseverteilzentrum blockiert.
Demonstranten blockieren Presseverteilzentrum in Hamburg
Eine Sattelzugmaschine steht in der Einfahrt des Presseverteilzentrum in Hamburg. © Steven Hutchings/TNN/dpa

Aus Protest gegen die Berichterstattung der Medien haben laut Polizei 60 bis 70 Demonstranten mit Fahrzeugen und einer Sattelzugmaschine ein Presseverteilzentrum in Hamburg über Stunden blockiert. Teilnehmern zufolge wollten sie damit in der Nacht zu Samstag etwa gegen die Berichterstattung über die Bauern-Demonstrationen protestieren. Die Zeitungen verbreiteten nur Lügen, sagte ein Demonstrant.

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) kritisierte die Aktion auf dpa-Anfrage als einen «Angriff auf die freie Presse»: «Wer Journalistinnen und Journalisten angreift, Medien verächtlich macht und Pressehäuser blockiert, will nicht diskutieren, sondern unsere Freiheit zerstören.»

Da die Aktivisten bei der unangemeldeten Demonstration am Freitag etwa von 23.30 Uhr an alle drei Zufahrten des Unternehmens im Stadtteil Rahlstedt blockiert hatten, konnten etliche Verteilfahrzeuge weder auf das Firmengelände fahren noch dieses verlassen. Von dem Zentrum aus werden mehrere Tageszeitungen an Verkaufsstellen in Hamburg und im Umland geliefert.

Die Polizei führte zunächst noch Kooperationsgespräche mit den Demonstranten. Nach deren Scheitern lösten die Beamten die Kundgebung am Samstag gegen 2.00 Uhr auf - ursprünglich wollten die Demonstranten bis 4.00 Uhr bleiben. Außerdem wurden Personalien aufgenommen und Kennzeichen der Fahrzeuge erfasst, darunter Autos aus Ratzeburg, Nordwestmecklenburg und Lübeck.

Welchem Spektrum genau die Demonstranten zuzurechnen sind, war zunächst unklar. An der Sattelzugmaschine hing ein Transparent mit der Aufschrift «Die Ampel flackert, gut möglich, dass sie demnächst ausgeht.»

«Weil ihnen die Berichterstattung nicht passt, nehmen Demonstranten einfach Zeitungen und Zeitschriften als Geisel», erklärte der BDZV. Das sei zutiefst undemokratisch. Journalistinnen und Journalisten würden immer häufiger Opfer von Aggression und Gewalt. Die Blockade in Hamburg sei nur der jüngste Fall, in dem selbst ernannte Zensoren eine missliebige Berichterstattung verhindern wollten. Bei solchen Angriffen gehe es auch nicht um Fakten, Wahrheit oder Dialog. «Es geht darum, die freie Presse als Fundament der Demokratie infrage zu stellen.»

Diese konzertierte Aktion der Blockierer sei ein Aufruf an alle, die Pressefreiheit zu verteidigen: in den Redaktionen, im Freundeskreis, auf der Straße - und auch vor den Toren eines Grossisten, sagte Hamburgs Verdi-Vorsitzende Sandra Goldschmidt am Sonntag. «Wir stehen solidarisch unseren Kolleginnen und Kollegen zur Seite, die jeden Tag darüber berichten, was in Hamburg und bundesweit geschieht und die in Kommentaren ihre Meinung dazu äußern: Lasst euch in eurer Arbeit nicht einschüchtern.»

© dpa
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