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Grundwassersituation ist so entspannt wie lange nicht

Viel Regen, Schnee und Feuchtigkeit haben für einen hohen Grundwasserspiegel in Hessen gesorgt. Der Trend zeigt allerdings in eine andere Richtung.
Grundwassermessstelle
Ein Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts München entnimmt an einer Grundwassermessstelle eine Wasserprobe. © Tobias Hase/dpa

Nach einem nassen Winter hat sich die Grundwassersituation in Hessen deutlich entspannt. «Bäche, Flüsse und Seen sind zumeist gut gefüllt, und die Grundwassersituation ist so entspannt wie seit sechs Jahren nicht mehr», teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Dienstag in seiner Bilanz zum hydrologischen Winterhalbjahr mit.

«Zum ersten Mal ist das Grundwasser-Defizit der vergangenen Trockenjahre bei uns in Hessen wieder ausgeglichen. Das ist eine gute Ausgangslage für unsere Natur vor dem Sommer, der uns bevorsteht», sagte der Präsident des HLNUG, Thomas Schmid. Dennoch solle man nicht aus dem Blick verlieren, dass der Klimawandel in vollem Gange sei - «nicht nur im Süden, sondern auch hier, vor unserer eigenen Haustür.»

Die Grundwasserstände lagen am Ende des hydrologischen Winterhalbjahres an mehr als 85 Prozent der Messstellen auf einem höheren Niveau als vor einem Jahr, wie die Experten erklärten. Das hydrologische Winterhalbjahr ist laut HLNUG besonders wichtig für die Regeneration des Grundwassers. In dieser Zeit ruhe die Vegetation, und die Verdunstung falle wegen der niedrigeren Temperaturen geringer aus als im Sommer. So kann ein großer Teil von Schnee und Regen versickern und zur Grundwasserneubildung beitragen.

Gegenüber der Referenzperiode von 1971 bis 2000 fiel die Grundwasserneubildung in Hessen in den vergangenen 20 Jahren allerdings durchschnittlich 27 Prozent niedriger aus. Die Experten gaben keine Prognose dazu ab, ob sich der Trend künftig hin zu nasseren Wintern entwickelt.

Zudem war der Winter in Hessen zu warm: Die mittlere Lufttemperatur betrug 5,9 Grad. Verglichen mit der international verwendeten Referenzperiode 1961 bis 1990 (2,7 Grad) war es 3,2 Grad zu warm. Mit 6,7 Grad war der Februar der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen 1881.

© dpa
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