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Aktionstag gegen «Catcalling» in mehreren hessischen Städten

Mit Kreide gegen alltäglichen Sexismus: In Offenbach und anderen Städten malen Aktivistinnen sexistische Sprüche mit Kreide auf den Boden.
«Zwei Männer pfiffen und riefen mir hinterher - #stoppbelästigung» steht mit Kreide geschrieben in der Offenbacher Fußgängerzone. © Lukas Fortkord/dpa

Aktivistinnen in mehreren Städten in Hessen haben ein Zeichen gegen Sexismus in der Öffentlichkeit gesetzt. Beispielsweise in Offenbach malten Teilnehmer der Gruppe «catcallsofoffenbach» mit Kreide sexistische und übergriffige Sprüche oder Beschreibungen von Situationen auf, die anonyme Opfer zuvor gemeldet haben. «Stoppt Belästigung» oder «Zwei Männer pfiffen und riefen mir hinterher» waren unter anderem in der Offenbacher Fußgängerzone zu lesen.

«Wir machen das, um uns gegen sexuelle Belästigungen im öffentlichen Raum einzusetzen, einfach wortwörtlich das anzugreifen, was vielen jungen Frauen im öffentlichen Raum passiert und darauf aufmerksam zu machen», sagte Teilnehmerin Marie. Die Gruppe in Offenbach besteht aktuell aus vier Mitgliedern, existiert seit 2020 und setze sich gegen «Catcalling» ein. Was steckt hinter dem Begriff «Catcalling»? Gemeint sind damit sexistische Anmachen und beleidigende Sprüche im öffentlichen Raum.

Maya ist ebenfalls Teil der Gruppe in Offenbach. Sie motiviere vor allem die Zahl der Frauen, denen dies alltäglich passiere. Und es gehe ihr um diejenigen, die belästigen. «Und wir haben hier auch schon welche, die sehr übergriffig sind, wo es nicht nur bei Worten bleibt, sondern auch zu Handgreiflichkeiten kommt», sagte sie. «Wir hoffen, damit auch Menschen sensibilisieren zu können dafür, dass das nicht okay ist.»

Auch in anderen hessischen Städten ist «Catcalling» ein Thema. Die Gruppe «catcallsofffm» zählt um die 2000 Mitglieder auf Instagram. Dort erzählen Opfer von ihren negativen Erfahrungen in Frankfurt. Mit bunter Kreide werden die Sprüche auf den Bordstein oder die Straße geschrieben und die Fotos werden auf der Plattform veröffentlicht.

Auf einem Foto von einer Straße im Riederwald heißt es im Februar: «Es war schon dunkel. Männer sind mir gefolgt, haben mich eingekreist und mich angefasst.» Oder im vergangenen Jahr auf der Straße an einer Haltestelle im Nordend. «In der Bahn: Er griff mir im Vorbeigehen an die Brust.» Auch von einer verbalen Belästigung bei der Kontrolle am Flughafen oder von Exhibitionismus ist zu lesen. Die Kreideschriften sind jeweils mit dem Hashtag #stoppbelästigung ergänzt.

In der hessischen Landeshauptstadt wurde 2020 die Gruppe «Cat Calls of Wiesbaden» gegründet. Über Instagram ruft die Gruppe Betroffene dazu auf, ihre Erlebnisse zu schildern. Dann ziehen sie mit Straßenkreide los, um die Sprüche möglichst am Ort des Geschehens aufzumalen. «Ein Mann onaniert gut sichtbar mitten im Zug», ist dort beispielsweise in einem Eintrag zu lesen, der auch ins Englische übersetzt wird.

«Treffen kann «Catcalling» alle, meist aber Frauen und insbesondere dann, wenn noch rassistische Beweggründe, wie zum Beispiel ein Migrationshintergrund oder eine Behinderung hinzukomme», heißt es bei der Stadt. Wer sich an die «Cat Calls of Wiesbaden» wende, könne auch Verhaltenstipps, Rat und Hilfe bekommen. Gegebenenfalls würden auch spezialisierte Beratungsstellen empfohlen.

© dpa
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