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Messerangriff auf Ex-Partnerin aus Rache

Auf offener Straße wird eine Frau niedergestochen. Die lebensgefährlich Verletzte bezichtigt bei der Polizei ihren Ex-Partner der Tat. Doch im Prozess wegen versuchten Mordes rückt sie davon ab.
Justiz
Das Gesetzbuch "Strafrecht" steht auf einem Tisch in einem Verhandlungssaal im Kriminalgericht Moabit. © Monika Skolimowska/dpa

Weil er seine ehemalige Lebensgefährtin aus Rache mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt haben soll, steht ein 41-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er aus einem «übersteigerten Ehrgefühl» heraus die von der Frau ausgehende Trennung nicht akzeptieren wollte. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Knapp sechs Monate nach seiner Festnahme hat der Mann zu Prozessbeginn am Montag zu den Vorwürfen geschwiegen. Die heute 36-jährige Frau rückte allerdings von ihren früheren Angaben ab und erklärte, sie habe den Angreifer nicht erkennen können.

Zu der Attacke kam es am 25. November vorigen Jahres auf offener Straße in Berlin-Kreuzberg. Der türkische Staatsangehörige soll die Frau laut Ermittlungen etwa einen Monat nach der Trennung abgepasst, sie beschimpft und dann dreimal mit einem Butterfly-Messer auf die vierfache Mutter eingestochen haben. Als sich ein Zeuge dem Geschehen näherte, soll der 41-Jährige kurz von seinem Opfer abgelassen, dann aber erneut fünf bis sechs Mal in Tötungsabsicht zugestochen haben.

Nach der Flucht des Angreifers konnte sich die Frau den Angaben zufolge in einen nahegelegenen Lagerraum eines Supermarktes retten, wo sie notversorgt worden sei. Es habe akute Lebensgefahr bestanden. Vor dem Landgericht erklärte die 36-Jährige, sie habe nicht wahrnehmen können, wer auf sie einstach. Sie habe das Gesicht des Mannes nicht gesehen.

Die 36-Jährige sagte weiter, an ihre früheren Angaben bei der Polizei, in denen sie den Mann der Tat bezichtigt hatte, könne sie sich nicht mehr erinnern. Sie habe damals starke Medikamente genommen. «Wenn es ein Missverständnis gab, will ich es wiedergutmachen», so die Frau. Der Angeklagte sei den vier gemeinsamen Kindern stets ein guter Vater gewesen. Auf die Frage, ob sie Angst habe, verneinte die Frau. Der Vorsitzende Richter sagte: «Ich bin verblüfft und habe den Eindruck, Sie sagen hier nicht die Wahrheit.» Die Vernehmung der Frau ist bislang nicht abgeschlossen.

Der 41-jährige Taxifahrer konnte noch am Tattag mit Unterstützung von Spezialkräften in einer Wohnung gefasst werden, wie die Polizei damals mitgeteilt hatte. Die Verhandlung wird am 23. Mai fortgesetzt.

© dpa
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