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Berliner Wasserbetriebe investieren Millionen

In Berlin hat es im vergangenen Jahr viel geregnet. Für die Wasserbetriebe hat das weitreichende Folgen. Die Wassergebühren bleiben stabil, aber nicht mehr lange. Das Unternehmen muss investieren.
Christoph Donner
Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, während einer Pressekonferenz. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

In Berlin hat es im vergangenen Jahr so oft geschüttet wie lange nicht mehr. Die Regenmenge lag weit über dem Durchschnitt. Freizeitgärtner mussten weniger gießen, die Diskussion um Dürreperioden und Klimawandel rückte in den Hintergrund. Doch der Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe Christoph Donner sieht keine Trendwende. «Die Grundwasserstände sind 30 Zentimeter höher als 2022», sagte er am Montag bei der Vorstellung seines Jahresberichts - und überall höher als im Mittel der vorigen drei Jahre. Aber: «Luft holen heißt nicht aufatmen.» Die Entlastung sei nicht so groß, dass man sich entspannt zurücklehnen könne.

Klärwerke werden modernisiert

«Es bleibt dabei, dass wir drei weitere Jahre wie 2023 bräuchten, um die Grundwasserstände wieder auf das vorige Niveau zu heben.» Sorgsamer Umgang mit Wasser bleibe ebenso wichtig wie Investitionen in weitere Standorte für Wasserwerke, verlässliche Infrastruktur und bessere Abwasserreinigung, erläuterte Donner. So entstehen derzeit in fünf der sechs Berliner Klärwerke zusätzliche Reinigungsstufen zur Phosphor- und Stickstoffentfernung sowie Keimreduzierung.

Mehr als ein Viertel der Gesamtinvestitionen seien 2023 für Wasserreinigung ausgegeben worden. Aus Donners Sicht bleibt das auch für die Zukunft eine zentrale Aufgabe: gereinigtes Abwasser noch besser und nachhaltiger zu nutzen. Denn auch wenn 2023 kein Dürrejahr war und der Pro-Kopf-Verbrauch in Berlin auf zuletzt 109 Liter täglich zurückgegangen ist, bleibt Wasser ein kostbares Gut. «Die Zuflüsse aus Spree und Havel werden weiter sinken», sagte Donner mit Blick auf das Ende des Braunkohletagebaus in der Niederlausitz im Südosten Brandenburgs, durch den derzeit noch Wassermengen in die Spree gelangen, die perspektivisch fehlen werden.

Viel Regen ist schlecht fürs Geschäft

In Berlin ist 2023 mit im Schnitt mehr als 700 Litern pro Quadratmeter fast doppelt so viel Regen gefallen wie im Jahr zuvor. Im Vergleich zum langjährigen Mittel war es den Angaben zufolge ein Plus von gut einem Drittel. Dadurch ist der Trinkwasserverkauf den Wasserbetrieben zufolge mit 211 Millionen Kubikmetern leicht gesunken ist (2022: 215,5 Millionen), die Abwassermenge aber deutlich gestiegen. Sie nahm auf 265 Millionen Kubikmeter (2022: 248 Millionen) zu.

So hat das landeseigene Unternehmen mit gut 4750 Beschäftigten 2023 bei gleich gebliebenen Gebühren einen Umsatz von 1,279 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, 25,7 Millionen weniger als 2022. Der Jahresüberschuss sank um 46,4 Millionen auf 219,9 Millionen Euro.

Wassergebühren sollen ab 2027 steigen

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzende der Wasserbetriebe, wies darauf hin, dass die Wassergebühren mittelfristig steigen werden: Vereinbart sei, sie 2024 und in den beiden Jahren darauf stabil zu halten. «Das ist eine große Aufgabe», so die SPD-Politikerin. «Was wir aber auch ganz klar sagen, dass wir ab 2027 moderate Gebührenanpassungen vornehmen müssen.»

Giffey sieht bei den Wasserbetrieben weiterhin erheblichen Investitionsbedarf - und wies auf die Dimensionen des Unternehmens hin: Die Wasserleitungen hätten eine Länge von fast 20.000 Kilometern. «So weit wie von hier bis nach Neuseeland», sagte die Senatorin. «Das ist schon eine enorme Strecke.» Das Rohrnetz müsse natürlich auch saniert, teilweise erweitert und erneuert werden. «Es gibt eine ganz klare Entscheidung für Investitionen.»

Für 2024 und 2025 sind demnach jeweils rund 624 Millionen Euro dafür vorgesehen. Und im vergangenen Jahr sei deutlich mehr als ein Drittel des Umsatzes in Investitionen etwa für Klärwerke, Infrastruktur oder IT geflossen - insgesamt eine Summe von 474 Millionen Euro (2022: 401,5 Millionen). «Das ist ein historisch hohes Niveau.»

© dpa
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