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Landessynode endet mit Solidaritätskundgebung für Israel

Die bayerische evangelische Landeskirche muss sparen, weil die Mitgliederzahlen sinken - und damit auch die Kirchensteuereinnahmen. Doch bei der Landessynode ging es nicht nur um die Finanzen.
Gottesdienst
Kerzen brennen vor dem Sonntagsgottesdienst. © Silas Stein/dpa/Symbolbild

Solidarität mit Israel, die Situation queerer Menschen in der Landeskirche - und das große Thema Sparen: In Amberg ist am Mittwoch die Landessynode der bayerischen Protestanten zu Ende gegangen.

Das Gremium verabschiedete zum Abschluss eine Solidaritätsbekundung mit Israel. Unter großem Applaus wurde der Text am Mittwoch angenommen. Darin heißt es: «Als Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern unterstützen wir das Bestreben des jüdischen Volkes nach einer gesicherten Existenz in einem eigenen Staat.»

Die Kirche engagiere sich gegen jede Form von Antisemitismus «in unserer Gesellschaft und auch in unserer Kirche. (...) Wir sehen selbstkritisch, dass auch wir als evangelische Kirche nicht frei von antisemitischen Vorurteilen und Ressentiments waren und sind.» Die Kirche wolle ihr Beten um Frieden intensivieren. «Unser Einsatz gilt über alle Religionsgrenzen hinweg gemeinsam mit allen Menschen guten Willens dem friedlichen Zusammenleben der Religionen bei uns und weltweit.»

Bereits zum Auftakt der Synode am Wochenende hatte Landesbischof Christian Kopp deutlich gemacht, dass große Einschnitte bevorstehen. «Wir müssen darüber diskutieren, wie viele Häuser eine kleiner werdende Kirche braucht», sagte er. Er bezog sich dabei unter anderem auf Tagungs- und auch Pfarrhäuser.

«Die Menschen in Deutschland interessieren sich zunehmend weniger für Religion», damit müsse man umgehen, sagte Kopp. Er sei sich aber nicht sicher, ob alle in der Kirche «ausreichend realisieren, was die Zeichen der Zeit sind». Dabei nahm er auch die Führungsregie der Landeskirche in die Pflicht für eine bessere, transparentere Kommunikation: «Wir müssen kommunikativ nachlegen.» Er betonte: «Ich wünsche mir eine Kirche, die ihr Potenzial weiter immer neu entfaltet.»

Die Präsidentin der Landessynode, Annekathrin Preidel, hatte die Protestanten im Freistaat ebenfalls auf Einsparungen eingestimmt. «Wir müssen unsere Aufwendungen senken», sagte sie zum Beginn der Herbsttagung am Sonntag. Die Kirchensteuereinnahmen gingen «nun auch nominell» zurück. Man dürfe nicht auf Kosten kommender Generationen leben, sondern: «Wir müssen lernen, loszulassen und zu Dingen auch mal Nein zu sagen.» Sie beschwor in schwierigen Zeiten mit hohen Kirchenaustrittszahlen den «gemeinsamen Willen, etwas zu bewegen».

Der Haushalt der Landeskirche für das Jahr 2024 sieht Erträge von 953 Millionen Euro vor und Aufwendungen von 952 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte der Mittel seien für den Pfarrdienst und das Leben in den Gemeinden bestimmt, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die evangelische Landeskirche hat rund 2,14 Millionen Mitglieder.

Diskutiert wurde auf der Synode auch über die Situation queerer Menschen in der Landeskirche, unter anderem wurde in Anträgen ein Schuldbekenntnis gefordert. Die Mitglieder der Landessynode beschlossen, zu dem Thema eine Arbeitsgruppe einzusetzen.

© dpa
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