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Hochwasser und Sturm: Kein weihnachtliches Wetter in Bayern

Die Hochwasserlage in Bayern beruhigt sich. Folgen des Sturmtiefs «Zoltan» führen zu einigen Zugausfällen. In den Skigebieten beeinträchtigte heftiger Wind teilweise weiter den Betrieb.
Hochwasser in Bayern
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk stehen an einem wegen des Hochwassers der Vils errichteten Hochsteg. © Vifogra / Raum/vifogra/dpa

Von weißer Weihnacht keine Spur: Dauerregen, Sturm und Hochwasser bestimmen in diesem Jahr die Festtage im Freistaat. Die Einsatzkräfte waren an Heiligabend gut beschäftigt - auch mit den Folgen des Sturmtiefs «Zoltan». Die Hochwasserlage hat sich in der Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag wieder etwas entspannt.

Hochwasserlage entspannt sich

Die Hochwasserlage in Bayern hat sich etwas beruhigt. Der Hochwassernachrichtendienst (HND) spricht nicht mehr von einer angespannten Lage. «Wir werden das weiter beobachten, aber da es keinen maßgeblichen Niederschlagsinput gibt, ist relativ absehbar, wie die Hochwasserwellen ablaufen werden», sagte ein Sprecher. Die Überflutungen würden sich nun vor allem an die Unterläufe verlagern, wie die Donau, den Oberen Main, den Regen sowie die Fränkische Saale.

In den meisten Gegenden seien die Pegelstände gleichbleibend oder rückläufig, teilten die Polizeipräsidien in Ober- und Mittelfranken und Niederbayern am Montag mit. «Das Hochwasser hat sich ein bisschen eingependelt», sagte ein Sprecher des Präsidiums Oberfranken. In Unterfranken steigen dem dortigen Sprecher zufolge die Pegel allerdings leicht. Es seien bereits einige Parkplätze geräumt worden. Auch in der Oberpfalz sind die Wasserstände von Donau in Regensburg und Regen weiterhin hoch.

Vereinzelte Einsätze wegen des Hochwassers gab es an Heiligabend und in der Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag. In Nabburg (Landkreis Schwandorf) kenterte ein Kanute auf der Naab. Er konnte sich selbst aus dem Fluss retten, Einsatzkräfte bargen das Kanu weiter flussabwärts. Ein 73-Jähriger übersah in Metten (Landkreis Deggendorf) mehrere Absperrungen und fuhr mit seinem Auto ins Wasser. Einsatzkräfte brachten den leicht unterkühlten Mann ins Krankenhaus.

Viele Einsätze wegen «Zoltan»

Umgestürzte Bäume, lose Dachteile und umgefallene Stromleitungen: Hunderte Male sind Einsatzkräfte in Bayern wegen des Sturmtiefs «Zoltan» am Samstag und in der Nacht auf Heiligabend ausgerückt. Es blieb nach Angaben der Polizeipräsidien allerdings bei kleineren Einsätzen.

Hohe Sachschäden oder schwere Verletzungen habe es demnach nicht gegeben. Ein Mensch wurde bei einem wetterbedingten Autounfall leicht verletzt, als eine Windböe bei Altomünster (Landkreis Dachau) einen Anhänger in den Gegenverkehr riss.

Einen weihnachtlichen Schutzengel hatten schon am Samstag ein Vater und sein Sohn in München: Über ihnen stürzte ein Gerüst ein. Der Vater verletzte sich leicht am Finger, der Sohn blieb sogar unverletzt, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Mann hatte auf einem Parkplatz in seinem Auto auf seinen Sohn gewartet, der mit der U-Bahn kam. Der Sturm riss ein Gerüst ein, die Stangen trafen den Sohn und bohrten sich durch das Auto des Mannes. Das Gerüst begrub drei Autos unter sich und riss eine Oberleitung der Trambahn ab.

Auch Menschen in Bad Abbach im Landkreis Kelheim, die kurz vor Heiligabend noch einkaufen wollten, bekamen die Folgen des Sturms zu spüren: Starker Wind hatte große Teile eines Supermarktdachs abgetragen, das Geschäft blieb geschlossen.

Keine Chance auf weiße Weihnacht

Weihnachten im Schnee - daraus wird seit Jahren in weiten Teilen Deutschlands und Bayerns nichts. «Weihnachten gefühlt wie immer, mild und grün; dazu sehr windig», heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Sonntag.

Im Freistaat bleibt es weiterhin bewölkt und regnerisch, die Schneefallgrenze liegt bei 2200 bis 2500 Metern. Nur im Alpenvorland bleibt es am Montag bei «mehr Sonne als Wolken» auch trocken, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Obwohl das Sturmtief «Zoltan» abgezogen ist, bleib es vor allem im Bergland weiterhin stürmisch. Auf den Gipfeln des Bayerischen Waldes und der Alpen erwarten die Meteorologen orkanartige Böen von etwa 110 Kilometer pro Stunde. Im Flachland sollen die stürmischen Böen im Laufe des Tages etwas nachlassen.

Lawinenrisiko nimmt etwas ab

Am ersten Weihnachtsfeiertag sank die Lawinengefahr in höheren Lagen der bayerischen Berge auf mäßig, das bedeutet Stufe zwei von fünf Warnstufen. Neuschnee und Orkanböen hatten an Heiligabend die Lawinengefahr steigen lassen. Vielerorts herrschte auch am Sonntag oberhalb von 1500 Metern noch weiter erhebliche Lawinengefahr.

Das Hauptproblem sei Triebschnee, der schlecht mit den darunter liegenden Schneeschichten verbunden sei, hieß es beim Lawinenwarndienst Bayern. Am Vortag hatte der am Bayerischen Landesamt für Umwelt angesiedelte Dienst für Hochlagen sogar die Stufe vier und damit große Gefahr gemeldet. Die Gefahr sollte aber bei milden Temperaturen in den nächsten Tagen weiter sinken.

Skigebiete von Sturm weiter beeinträchtigt

In mehreren Skigebieten war auch am ersten Weihnachtsfeiertag der Skibetrieb von starkem Wind betroffen. Deshalb könne es in den Skigebieten Zugspitze und Garmisch Classic zu Beeinträchtigungen an den Bahnen und Liften kommen, hieß es bei der Zugspitzbahn. Die neue Gondelbahn am Ochsenkopf im Fichtelgebirge fuhr weiterhin nicht. In Betrieb waren aber wieder die Lifte am Sudelfeld bei Bayrischzell und im Spitzingsee-Gebiet, die am Samstag nicht gefahren waren.

Am Samstag waren vielerorts Skigebiete während der Stürme vorübergehend geschlossen geblieben, etwa an der Zugspitze, am Sudelfeld und im Spitzingsee-Gebiet. Auch am Sonntag fuhren einige Bahnen und Lifte nicht. In München mussten mehrere Weihnachtsmärkte ihre Öffnungszeiten ändern. Das Baureferat München warnte davor, Parks und Grünanlagen zu betreten. Der Schlosspark Nymphenburg blieb aus Sicherheitsgründen bis Heiligabend geschlossen.

Weihnachtsfrieden auf den Straßen

Zwei Tage lang rollte die Weihnachtsreisewelle - an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag blieb es hingegen auf den Straßen ruhig. «Uns sind aktuell keine Staus bekannt», sagte ein Sprecher des ADAC am Montag. Auf Deutschlands Autobahnen sei «der Weihnachtsfrieden eingekehrt», hatte eine Sprecherin des ADAC am Tag zuvor mitgeteilt.

Der Bahnverkehr rollte auch am Montag weitestgehend, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn mitteilte. An einigen Stellen sorgen noch Folgen des Sturms für Einschränkungen. Ein umgefallener Baum führte auf der Strecke zwischen Würzburg und Lauda zu einer Sperrung. Wegen des Oberleitungsschadens im Netz Berchtesgaden-Ruhpolding fielen zwischen Freilassing und Piding Züge aus. Die Bahn richtete in beiden Fällen Schienenersatzverkehr ein.

© dpa
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