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Bayerns Weihnachten: Sturm, Hochwasser und Lawinengefahr

Sturmtief «Zoltan» zieht ab - die Spuren sind aber noch zu sehen. Es hinterlässt abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume, Skilifte standen still. Diese Wetteraussichten folgen dem Sturm.
Wetter in Bayern - Skigebiet Sudelfeld
Eine Pistenraupe steht vor der Talstation des Skigebietes Sudelfeld in Oberbayern. © Uwe Lein/dpa

Es wird auch in diesem Jahr kein weißes Weihnachten im Großteil Bayerns geben. Stattdessen müssen sich Menschen im Freistaat auf Dauerregen einstellen - mit Folgen. Die Lawinen- und Hochwassergefahr steigt. Der Überblick:

Meist keine Chance auf weiße Weihnachten

«Es ist seit Jahren wie verhext, Schnee an Weihnachten scheint flächendeckend in Deutschland einfach nicht mehr möglich zu sein», sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In Bayern wird es an Heiligabend mild mit Höchstwerten von bis zu zwölf Grad und möglicherweise etwas Sonnenschein.

Doch in einem kleinen Teil Bayerns ist weiße Weihnachten dann doch möglich: Neuschnee erwartet der DWD in den Mittelgebirgen oberhalb von 600 bis 800 Metern. In den Alpen kommt oberhalb von 1000 Metern bis zu zehn Zentimeter Neuschnee hinzu, in höheren Lagen des Bayerwaldes können es zwischen 10 und 20 Zentimeter sein.

Das Sturmtief «Zoltan» hat sich laut DWD zwar mittlerweile ins Baltikum verabschiedet, doch der Tiefdruckeinfluss bleibt in Deutschland weiterhin bestehen. Das zeigt sich auch in Bayern: Im Flachland wird es am Samstag immer wieder stürmische Böen oder Sturmböen geben, besonders am Mittag und am Nachmittag sowie generell im Bergland auch schwere Sturmböen. In den höheren Lagen der Alpen und des Bayerischen Waldes erwartet der Wetterdienst zeitweise auch orkanartige Böen, auf den Gipfeln zum Teil Orkanböen.

Die Flusspegel steigen

Angesichts kräftiger Niederschläge bleibt die Hochwasserlage in Bayern in den nächsten Tagen angespannt. Die Pegel nördlich der Donau seien verbreitet bereits kräftig angestiegen, teilte der Hochwassernachrichtendienst (HND) am Samstag mit.

Niederschläge sollen vor allem in Oberfranken und in der Oberpfalz fallen - diese Regionen sind laut HND bereits von Hochwasser betroffen. Über das Wochenende werden die Wasserstände den Prognosen zufolge insbesondere dort und im Bayerischen Wald weiter steigen.

In Teilen Ober- und Unterfrankens sowie in der Oberpfalz wurde am Samstagmorgen Meldestufe drei (Warnung vor Überschwemmungen für bebaute Gebiete) erreicht. In Landkreis Lichtenfels wurde die Kreisstraße zwischen Wiesen und Döringstadt zeitweise wegen Hochwassers gesperrt, wie das Landratsamt Lichtenfels am Samstag mitteilte.

Skigebiete geschlossen - Märkte später geöffnet

Vielerorts blieben Skigebiete während «Zoltans» Stürmen vorübergehend geschlossen, etwa am Sudelfeld bei Bayrischzell und im Spitzingsee-Gebiet. Auch an der Zugspitze und in den umliegenden Skigebieten bei Garmisch-Partenkirchen standen die Lifte wegen des Sturms still.

In München mussten mehrere Weihnachtsmärkte ihre Öffnungszeiten ändern. Etwa das Tollwood Winterfestival öffnete am Samstag erst um 15 statt 11 Uhr. Der Winterzauber Gans am Wasser blieb komplett geschlossen. Zudem blieben städtische Friedhöfe gesperrt, wie die Stadt München mitteilte. Bestattungen werden jedoch planmäßig durchgeführt. Das Baureferat München warnte davor, Parks und Grünanlagen zu betreten. Der Schlosspark Nymphenburg blieb aus Sicherheitsgründen bis Heiligabend geschlossen, hieß es in einer Mitteilung

Lawinenrisiko erhöht

Neuschnee und Orkanböen lassen die Lawinengefahr in höheren Lagen der bayerischen Berge steigen. Gebietsweise herrscht am Wochenende sogar großes Lawinenrisiko, teils mit Warnstufe vier von fünf, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt mitteilte.

Konkret ist die Lawinengefahr in den hohen Lagen der Berchtesgadener Alpen, des Zugspitzgebiets und am Allgäuer Hauptkamm groß. In niedrigeren Gebieten herrscht ebenfalls erhebliche Gefahr und damit Stufe drei auf der fünfteiligen Skala. In niederschlagsreichen Gebieten könnten Lawinen große Ausmaße annehmen und exponierte Verkehrswege gefährden, so das Landesamt. Über die Weihnachtstage mit höheren Temperaturen bleibe die Lage in den gefährdeten Bereichen angespannt.

Sturm «Zoltan»: Kaum schwere Schäden

Weitgehend überstanden hat Bayern das Sturmtief «Zoltan». In der Nacht auf Samstag waren Einsatzkräfte mehrfach ausgerückt, trotzdem sei sie im Großen und Ganzen ruhig verlaufen, wie die Polizeipräsidien im Freistaat mitteilten. Schwere Verletzungen im Zusammenhang mit dem Unwetter habe es nicht gegeben. Auch der Schaden halte sich in Grenzen.

In Mittelfranken kippte wegen starker Windböen ein Transporter mit rund 85 Schweinen um. Etwa zwei Drittel der Tiere seien dabei gestorben oder mussten von einem Tierarzt eingeschläfert werden, sagte eine Polizeisprecherin. Der Fahrer blieb bei dem Unfall in Windelsbach (Landkreis Ansbach) in der Nacht auf Samstag unverletzt.

Einen weihnachtlichen Schutzengel hatten ein Vater und sein Sohn in München: Über ihnen stürzte am Samstagmittag ein Gerüst ein. Der Vater verletzte sich leicht am Finger, der Sohn blieb sogar unverletzt, teilte die Feuerwehr mit. Der Mann hatte auf einem Parkplatz in seinem Auto auf seinen Sohn gewartet, der mit der U-Bahn kam. Der Sturm riss ein Gerüst ein, die Stangen trafen den Sohn und bohrten sich durch das Auto des Mannes. Das Gerüst begrub laut Informationen der Feuerwehr drei Autos unter sich und riss eine Oberleitung der Trambahn ab.

Auch Menschen in Bad Abbach im Landkreis Kelheim, die kurz vor Heiligabend noch einkaufen wollten, bekamen die Folgen des Sturms zu spüren: Starker Wind hatte große Teile eines Dachs eines Supermarkts abgetragen. Es entstand ein Schaden im sechsstelligen Bereich, teilte die Polizei mit. Einsatzkräfte waren für mehrere Stunden im Einsatz und das Geschäft blieb den ganzen Samstag über geschlossen.

Volle Züge - aber die Bahnen fahren weitgehend

Der Bahnverkehr lief in Bayern am Samstag trotz Unwetter zunächst weitgehend planmäßig an. Wegen umgestürzter Bäume musste die Deutsche Bahn aber im Laufe des Tages einige Strecken sperren. Dazu zähle die Strecke zwischen Nürnberg und Regensburg, teilte das Unternehmen auf X, ehemals Twitter, mit. Fernverkehrszüge werden umgeleitet. Außerdem könne es zu Verspätungen kommen. Grund der Streckensperrung sei ein umgestürzter Baum im Gleis bei Mausheim (Landkreis Regensburg).

Ein weiterer Baum sorgte auf der Strecke zwischen Marktschorgast (Landkreis Kulmbach) und Münchberg (Landkreis Hof) für Probleme, auch dort war die Strecke gesperrt. Im Landkreis Fürth zwischen Zirndorf und Cadolzburg mussten Züge aus Fürth vorzeitig in Zirndorf wenden - ebenfalls wegen eines Baums im Gleisbett.

Insbesondere am Münchner Hauptbahnhof war am Samstag viel los, viele Reisende waren unterwegs. Das sei «für Weihnachten erwartbar», sagte der Sprecher. Aufgrund der anstehenden Feiertage seien nicht zuletzt die Fernverkehrszüge stark ausgelastet.

© dpa
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