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Dauerregen und kleinere Hochwasser im Süden und am Rhein

Jetzt wird der November so richtig grau und nass. Seit Tagen regnet es - weil das im Schwarzwald so weiter geht, gibt es nun Hochwasser im Land.
Hochwasser in Freiburg
Die Hochwasser führende Dreisam fließt durch Freiburg. © Philipp von Ditfurth/dpa

Wegen der Niederschläge der vergangenen Tage ist es in Baden-Württemberg zu Hochwasser gekommen. In der Nacht auf Dienstag sind die Wasserstände an den Flüssen im Land deutlich angestiegen. Betroffen waren nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ) vor allem Gewässer mit Einzugsgebiet im Süden des Landes: etwa im südlichen Schwarzwald, am oberen Neckar, an der oberen Donau und im Allgäu. Hochwassermeldewerte wurden überschritten, meist lagen die Pegelstände im Bereich eines zweijährigen Hochwassers. Dramatisch sei die Lage aber nicht, sagte Ute Badde, HVZ-Leiterin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, am Dienstag.

In Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis hatte am Montagabend eine überschwemmte Straße unter einer Brücke vorübergehend gesperrt werden müssen. Grund war laut Polizei neben dem Regen wohl ein verstopfter Gulli.

Im Schwarzwald hatte es bereits seit Sonntag durchgehend geregnet. Im Südschwarzwald rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) bis in die Nacht zum Mittwoch weiter mit ergiebigem Dauerregen, im Allgäu bis Mittwochmittag. Wie das Landratsamt im Schwarzwald-Baar-Kreis am Dienstag mitteilte, führten kleinere Zuflüsse im Einzugsgebiet der Breg verstärkt Hochwasser. Eine erste Hochwasserspitze wurde am Dienstagmorgen erreicht. In der Nacht auf Mittwoch wird mit einer weiteren gerechnet. Grenzwerte für einen Hochwasseralarm würden aber wohl nicht erreicht.

An den größeren Flüssen kommt das Wasser aus dem Einzugsgebiet im Südschwarzwald erst später an. Weil für den Südschwarzwald zunächst weitere Niederschläge vorhergesagt sind, werden wohl auch die Wasserstände der südlichen Rheinzuflüsse und der oberen Donau nochmals ansteigen, hieß es am Dienstag. Mit dem Scheitelpunkt am Rhein ist bei Karlsruhe laut Badde am Donnerstag zu rechnen. Der Pegelstand könnte bis auf acht Meter steigen. Dann könnte der Rhein auch für die Schifffahrt gesperrt werden.

In einem Weiler nahe Friedrichshafen (Bodenseekreis) sind wegen eines beschädigten Damms an einem Privatweiher am Dienstag vier Häuser vorsorglich evakuiert worden. Angaben der Stadt zufolge vermuteten Experten einen Biberbau als Ursache für den Durchbruch. Zudem hatte es aber auch dort geregnet. Regenfälle verschärften auch die Arbeiten des Technischen Hilfswerks, das das Wasser aus dem Weiher abpumpte.

Um auf nassen Straßen sicher mit dem Auto unterwegs zu sein, empfiehlt der ADAC Württemberg das Tempo auf deutlich unter 80 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Auch solle man Spurrillen meiden, die demnach häufig auf der rechten Spur von stark befahrenen Bundesstraßen und Autobahnen entstehen. Wo Regenwasser nicht richtig ablaufen könne, trete Aquaplaning auf, hieß es. «Heftige Lenkbewegungen sind bei starkem Regen grundsätzlich tabu», teilte der Automobilclub darüber hinaus mit.

Zum Regen kommen Herbstböen: Am Dienstag kann es in den Höhenlagen des Schwarzwalds zu schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern kommen, in der Nacht auf Mittwoch sogar zu orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 115 Stundenkilometern. Auch im restlichen Bergland kann es Sturmböen geben.

Erst am Donnerstag werde es dann in vielen Teilen des Bundeslands wieder trocken, hieß es vom DWD. Den Nachmittag solle man dann auf jeden Fall genießen. Denn nachdem es auch am Freitag verbreitet trocken bleiben soll, steht am Wochenende wieder Regen an.

© dpa
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